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 Betreff des Beitrags: Märchenrätsel
BeitragVerfasst: Sa Apr 07, 2018 14:38 
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die Märchenfee
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Liebe Märchenfreunde, :kavalier

es ist April, das bedeutet, das nächste Märchenrätsel ist fällig. Vielleicht habt ihr ja Lust am Wochenende ein bisschen zu raten.

Das Märchen ist wieder von Ludwig Bechstein:


Rätsel.jpg

„Ein König überlegt, welches seiner drei geliebten Kinder die Königswürde später einmal erben soll, deshalb stellt er ihnen eine Frage. Das Kind, das die klügste Antwort, gibt wird ihm mal nachfolgen.“

Viel Spaß beim Raten!

:gruebel :what :wirr
:idee

LG von der Märchenfee Fredeswind
:fee

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 Betreff des Beitrags: Re: Märchen
BeitragVerfasst: Sa Apr 07, 2018 23:03 
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Mega-Klicky
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Ich hätte auf
Die Gänsehirtin am Brunnen getippt,
aber das Märchen ist von den Gebrüdern Grimm

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Nicht jeder Schatz besteht aus Silber und Gold...
(Jack Sparrow)


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 Betreff des Beitrags: Re: Märchen
BeitragVerfasst: So Apr 08, 2018 20:10 
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die Märchenfee
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Moriana hat geschrieben:
Ich hätte auf
Die Gänsehirtin am Brunnen getippt,
aber das Märchen ist von den Gebrüdern Grimm


Ja, das Märchen hat dasselbe Motiv wie mein neues Märchen. :pfeif

LG von der Märchenfee Fredeswind :fee

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BeitragVerfasst: Mo Apr 09, 2018 15:07 
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die Märchenfee
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Das Unentbehrlichste

(frei nach Ludwig Bechstein)

Vor Zeiten hat einmal ein König gelebt, der hatte drei gute und schöne Töchter, die er sehr liebte und von denen er auch herzlich wiedergeliebt wurde. Prinzen hatte er nicht, aber es war in seinem Reiche herkömmlich, dass die Thronfolge auch auf Frauen und Töchter überging, und da des Königs Gemahlin nicht mehr am Leben war, so stand dem Könige frei, eine seiner drei Prinzessinnen zu seiner Nachfolgerin auf dem Throne zu bestimmen, und es brauchte gerade nicht die älteste zu sein.

Salz 01.jpg



Da aber nun derselbe König seine Töchter alle drei gleich liebte, so fiel ihm die Entscheidung schwer, und er ging mit sich zu Rate, diejenige zu wählen, die den meisten Scharfsinn offenbare. Diesen Entschluss teilte er seinen drei Töchtern mit und bestimmte seinen nahe bevorstehenden Geburtstag zur Entscheidung. Die sollte Königin werden, welche ihm ‚das Unentbehrlichste‘ bringen werde.

Salz 02.jpg



Jede der Prinzessinnen sann nun darüber nach, was wohl das Unentbehrlichste sei, und als der Geburtstag da war, nahete zuerst die älteste, brachte ein feines purpurnes Gewand getragen und sprach: „Gott der Herr lässt den Menschen nackend in die Welt treten, aber er hat ihm das Paradies verschlossen, darum ist ihm Gewand und Kleidung unentbehrlich.“

Salz 03.jpg



Die zweite Tochter brachte, auf einem goldenen gefüllten Becher liegend, ein frisches Brot, das sie selbst gebacken, und sprach: „Das Unentbehrlichste ist dem staubgeborenen Menschen Trank und Speise, denn ohne diese vermag er nicht zu leben, darum schuf Gott Früchte des Feldes, Obst und Beeren und Weintrauben und lehrte die Menschen Brot und Wein zu bereiten, die heiligen Symbole seiner Liebe.“

Salz 04.jpg



Die jüngste Tochter brachte auf einem hölzernen Tellerchen ein Häufchen Salz dar und sprach: „Als das Unentbehrlichste, mein Vater, erachte ich das Salz und das Holz. Darum haben schon alte Völker den Bäumen göttliche Ehre erwiesen und das Salz heilig gehalten.“


Salz 05.jpg

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BeitragVerfasst: Mo Apr 09, 2018 15:11 
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Der König war über diese Gaben sehr erstaunt und nachdenklich, und dann sprach er: „Am unentbehrlichsten ist dem Könige der Purpur, denn hat er den, so hat er alles übrige, geht er seiner verlustig, so ist er König gewesen und ist gemein, gleich andern Menschenkindern. Darum, dass du das erkannt, meine älteste geliebte Tochter, soll dich nach mir der königliche Purpur schmücken; komm an mein Herz, empfange meinen Dank und meinen Segen!“

Salz 06.jpg



Als der König nun seine älteste Tochter geküsst und gesegnet, sprach er zu der zweitältesten: „Essen und Trinken ist nicht allerwege notwendig, mein gutes Kind, und es zieht uns allzusehr in das Gemeine herab.

Salz 07.jpg



Es zeigt gleichsam die mittelmäßige Menge an, den großen Haufen. Gefällst du dir darin, so kann ich es nicht hindern, wie ich dir auch nicht danken kann für deine übel gewählte Gabe, doch für den guten Willen sollst du gesegnet sein.“ Und der König segnete seine Tochter, aber er küsste sie nicht.

Salz 08.jpg



Dann wandte er sich der dritten Prinzessin zu, die bleich und zitternd stand und ahnete, nach dem, was sie gesehen und gehört, was kommen werde.


Salz 09.jpg

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BeitragVerfasst: Di Apr 10, 2018 11:57 
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„Du hast wohl Salz auf deinem hölzernen Teller, meine Tochter“, sprach der König, „aber im Gehirn hast du keins, lebst aber doch, und folglich ist das Salz nicht unentbehrlich. Salz braucht man nicht. Du zeigst mir Bauernsinn mit deinem Salze an, nicht Königssinn, und am steifen hölzernen Wesen habe ich kein Wohlgefallen. Darum kann ich dir nicht danken und dich nicht segnen.

Salz 10.jpg



Gehe von mir, soweit dich deine Füße tragen, gehe zu den dummen und rohen Völkern, welche, anstatt den lebendigen Gott, alte Holzklötze und Baumstöcke anbeten und das verächtliche Salz für heilig halten!“

Salz 11.jpg



Da wandte sich die jüngste Königstochter weinend von dem harten Vater ab und ging hinweg vom Hofe und aus der Königsstadt, weit, weit hinweg, soweit sie ihre Füße trugen.

Salz 12.jpg



Und kam an ein Gasthaus und bot sich der Wirtin an, ihr zu dienen, und die Wirtin ward gerührt von ihrer Demut, Unschuld, Jugend und Schönheit und nahm sie als eine Magd in das Haus. Und als die Königstochter sich sehr anstellig erwies in allen häuslichen Geschäften, so sagte die Wirtin: „Es ist schade um das Mädchen, wenn es nichts Ordentliches lernt, ich will sie das Kochen lehren.“

Salz 13.jpg



Und da lernte die Königstochter das Kochen und begriff es sehr leicht und kochte bald manches Gericht noch besser und noch schmackhafter als ihre Lehrmeisterin selbst. Darob bekam das Wirtshaus vielen Zuschlag, bloß weil darin so vortrefflich gekocht wurde, und der Ruf der guten Köchin, die noch dazu so jung und so schön sei, ging durch das ganze Land.


Salz 14.jpg

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BeitragVerfasst: Di Apr 10, 2018 12:00 
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Nun trug sich's zu, dass die älteste Prinzessin, Tochter des Vaters dieser Köchin, sich vermählte und eine königliche Hochzeit ausgerichtet werden sollte, da wurde man Rates, die weit gerühmte Köchin an den Hof zu berufen, dass sie mit ihrer Kunst dem Feste die Krone aufsetze.

Salz 15.jpg



Die Herren am königlichen Hofe, Marschälle, Erbschenken, Erbtruchsesse, Zeremonienmeister, Kammerherren und sonstige Exzellenzen, teilten sämtlich nicht jene Ansicht, die einst ihr allergnädigster Herr, der König, ausgesprochen hatte, dass essen und trinken nicht allerweg notwendig sei, und dass es in das Gemeine herabziehe, vielmehr lobten sie alle gute Schmause neben feinen Weinen und huldigten, im stillen mindestens, dem alten wahren Sprichworte: Essen und trinken hält Leib und Seele zusammen.

Salz 16.jpg



Das Hochzeitsmahl war köstlich bereitet, auch fehlte dabei nicht das Lieblingsgericht des Königes, welches der Erbtruchsess ganz besonders bestellt hatte, und als das Mahl gehalten ward, kam eine Speise nach der andern auf den Tisch und wurde hoch belobt.

Salz 17.jpg



Endlich kam auch die Leibspeise des Königes und ward ihm zuerst dargeboten. Aber als er sie kostete, fand er sie völlig unschmackhaft, seine heiteren Mienen verfinsterten sich, und er sprach zum hinter seinem goldenen Armstuhle stehenden ersten Kämmerlinge: „Dieses Gericht ist ganz verdorben! Das ist sehr fatal, lasse die Schüssel nicht weitergeben und rufe mir die Köchin herein!“


Salz 18.jpg

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BeitragVerfasst: Di Apr 10, 2018 12:04 
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Die Köchin trat in den prachtvollen Saal, und der König redete sie unwillig an: „Du hast mir mein Lieblingsgericht verdorben, meine Freude hast du mir versalzen, weil du meine Leibspeise ganz und gar nicht gesalzen hast!“

Salz 19.jpg



Da fiel die Köchin dem König zu Füßen und sprach demütig: „Übet Gnade, Majestät, mein königlicher Herr, und verzeihet mir! Wie hätt ich wagen dürfen, Euch Salz unter die Speise zu mischen? Hab ich doch vordessen aus eines hohen Königes höchsteigenem Munde die Worte vernommen: Salz braucht man nicht, Salz ist nicht unentbehrlich! Salz zeigt nur Bauernsinn an, nicht Königssinn!“

Salz 20.jpg



In diesen Worten erkannte der König beschämt seine eigenen und in der Köchin seine Tochter, und er hob sie vom Boden auf, darauf sie kniete, und zog sie an sein Herz.

Salz 21.jpg



Allen Hochzeitsgästen erzählte er die Mär und ließ die jüngste Tochter wieder an seiner Seite sitzen. Und die Hochzeit wurde nun erst recht fröhlich begangen, und der König war wieder ganz glücklich in seiner Töchter Liebe.

Das Salz ist heilig!


Salz 22.jpg


ENDE

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