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 Betreff des Beitrags: Re: Die Zauberflöte
BeitragVerfasst: Fr Okt 27, 2017 3:45 
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064 Pamina ohnmacht.JPG

Pamina (spricht wie im Traum)
Mutter! Mutter! Mutter!
(Sie erholt sich, sieht sich um.)
Wie? Noch schlägt dieses Herz?
Noch nicht vernichtet? Zu neuen Qualen erwacht!
O das ist hart, sehr hart - mir bitterer als der Tod.

Papageno
Bin ich nicht ein Narr, daß ich mich schrecken ließ? Es
gibt ja schwarze Vögel in der Welt, warum denn nicht
auch schwarze Menschen? Ah, sieh da! Hier ist das
schöne Fräuleinbild noch. Du Tochter der nächtlichen Königin -
065 Bote der Königin.JPG

Pamina (erhebt sich)
Nächtliche Königin? Wer bist du?
Papageno
Ein Abgesandter der sternflammenden Königin.
Pamina (freudig)
Meiner Mutter? O Wonne! Dein Name?
Papageno
Papageno.
Pamina
Papageno? Papageno? Ich erinnere mich, den Namen oft
gehört zu haben, dich selbst aber sah ich nie.
Papageno
Ich dich ebensowenig.
Pamina
Du kennst also meine gute, zärtliche Mutter?
Papageno
Wenn du die Tochter der nächtlichen Königin bist - ja!
Pamina
Oh, ich bin es.
Papageno
Das will ich gleich erkennen.
(Er sieht das Porträt an, welches der Prinz zuvor
empfangen und Papageno nun an einem Bande am
Halse trägt.
)
Die Augen blau- richtig blau- die Lippen rot - richtig rot -schwarze Haare .
Alles trifft ein, bis auf Hand' und Füße. Nach dem Gemälde zu schließen
solltest du weder Hände noch Füße haben, denn hier sind keine angezeigt.
(Zeigt ihr das Porträt)
Pamina
Erlaube mir - Ja, ich bin's. Wie kam es in deine Hände?
Papageno
Dir das zu erzählen, wäre zu weitläufig; es kam von Hand zu Hand.
Pamina
Wie aber in die deinige?
Papageno
Auf eine wunderbare Art. Ich hab es gefangen.
Pamina
Gefangen?
Papageno
Ich muß dir das umständlicher erzählen. Ich kam heute
früh, wie gewöhnlich, zu deiner Mutter Palast mit meiner Lieferung -
Pamina
Lieferung?
Papageno
Ja. Ich liefere deiner Mutter und ihren Jungfrauen schon
seit vielen Jahren alle die schönen Vögel in den Palast.
Eben als ich im Begriffe war, meine Vögel abzugeben,
sah ich einen Menschen vor mir, der sich Prinz nennen läßt.
Dieser Prinz hat deine Mutter so eingenommen, daß
sie ihm dein Bildnis schenkte und ihm befahl, dich zu
befreien. Sein Entschluß war so schnell als seine Liebe zu dir.
Pamina
Liebe?
(Freudig.) Er liebt mich also? O sage mir das noch
einmal, ich höre das Wort Liebe gar zu gern.
Papageno
Das glaub ich dir, ohne zu schwören, du bist ja ein
Fräuleinbild. - Wo blieb ich denn?
Pamina
Bei der Liebe.
Papageno
Richtig, bei der Liebe. Das nenn ich ein Gedächtnis haben.
Kurz also. Die große Liebe zu dir war der Peitschenstreich,
um unsere Füße in schnellen Gang zu bringen. Nun sind wir hier,
dir tausend schöne und angenehme Sachen zu sagen; dich in unsere Arme zu
nehmen, und wenn es möglich ist, ebenso schnell, wo
nicht schneller als hierher, in den Palast deiner Mutter zueilen.
Pamina
Das ist alles sehr schön gesagt; aber lieber Freund, wenn
läßt. Dieser Prinz hat deine Mutter so eingenommen, daß
sie ihm dein Bildnis schenkte und ihm befahl, dich zu
befreien. Sein Entschluß war so schnell als seine Liebe zu dir.
066 erzählt.JPG

Pamina
Liebe?
(Freudig.) Er liebt mich also? O sage mir das noch
einmal, ich höre das Wort Liebe gar zu gern.
Papageno
Das glaub ich dir, ohne zu schwören, du bist ja ein
Fräuleinbild. - Wo blieb ich denn?
Pamina
Bei der Liebe.
Papageno
Richtig, bei der Liebe. Das nenn ich ein Gedächtnis haben. Kurz also. Die große Liebe zu dir war der
Peitschenstreich, um unsere Füße in schnellen Gang zu
bringen. Nun sind wir hier, dir tausend schöne und
angenehme Sachen zu sagen; dich in unsere Arme zu
nehmen, und wenn es möglich ist, ebenso schnell, wo
nicht schneller als hierher, in den Palast deiner Mutter zu eilen.
Pamina
Das ist alles sehr schön gesagt; aber lieber Freund, wenn
der unbekannte Jüngling oder Prinz, wie er sich nennt,
Liebe für mich fühlt, warum säumt er so lange, mich von
meinen Fesseln zu befreien?
Papageno
Da steckt eben der Haken. Wie wir von den Jungfrauen Abschied nehmen,
so sagten sie uns, drei holde Knaben würden unsere Wegweiser sein, sie würden uns
belehren, wie und auf welche Art wir handeln sollen.
Pamina
Sie lehrten euch?
Papageno
Nichts lehrten sie uns, denn wir haben keinen gesehen.
Zu Sicherheit also war der Prinz so fein, mich
vorauszuschicken, um dir unsere Ankunft anzukündigen.
Pamina
Freund, du hast viel gewagt! Wenn Sarastro dich hier erblicken sollte -
Papageno
So würde mir meine Rückreise erspart - das kann ich mirdenken.
Pamina
Dein martervoller Tod würde ohne Grenzen sein.
Papageno
Um diesem auszuweichen, gehen wir lieber beizeiten.
Pamina
Wie hoch mag wohl die Sonne sein?
Papageno
Bald gegen Mittag.
Pamina
So haben wir keine Minute zu versäumen. Um diese Zeit
kommt Sarastro gewöhnlich von der Jagd zurück.
Papageno
Sarastro ist also nicht zu Hause? Pah, da haben wir gewonnenes Spiel!
Komm, schönes Fräuleinbild! Du wirst Augen machen, wenn du den schönen Jüngling erblickst.
Pamina
Wohl denn, es sei gewagt!
(Sie gehen, Pamina kehrt um.)
Aber wenn dies ein Fallstrick wäre? Wenn dieser nun ein böser Geist von Sarastros Gefolge wäre?
Papageno
Ich ein böser Geist? Wo denkt Ihr hin, Fräuleinbild! Ich
bin der beste Geist von der Welt.
Pamina
Doch nein; das Bild hier überzeugt mich, daß ich nicht
getäuscht bin; es kommt aus den Händen meiner guten
Mutter.
Papageno
Schön's Fräuleinbild, wenn dir wieder ein so böser
Verdacht aufsteigen sollte, daß ich dich betrügen wollte,
so denke nur fleißig an die Liebe, und jeder böse Argwohn wird schwinden.
Pamina
Freund, vergib, vergib, wenn ich dich beleidigte. Du hast
ein gefühlvolles Herz, das sehe ich in jedem deiner Züge.
Papageno
Ach, freilich hab ich ein gefühlvolles Herz. Aber was
nützt mir das alles? Ich möchte mir oft alle meine Federn ausrupfen,
wenn ich bedenke, daß Papageno noch keine Papagena hat.
Pamina
Armer Mann, du hast also noch kein Weib?
Papageno
Noch nicht einmal ein Mädchen, viel weniger ein Weib!
Ja, das ist betrübt! Und unsereiner hat doch auch
bisweilen seine lustigen Stunden, wo man gern
gesellschaftliche Unterhaltung haben möchte.
Pamina
Geduld, Freund! Der Himmel wird auch für dich sorgen;
er wird dir eine Freundin schicken, ehe du dir's vermutest.
Papageno
Wenn er sie nur bald schickte
Pamina
Bei Männern, welche Liebe fühlen, Fehlt auch ein gutes Herze nicht.
Papageno
Die süßen Triebe mitzufühlen, Ist dann der Weiber erste Pflicht.
Beide
Wir wollen uns der Liebe freun, Wir leben durch die Lieb' allein.
Pamina
Die Lieb' versüßet jede Plage, Ihr opfert jede Kreatur.
Papageno
Sie würzet unsre Lebenstage, Sie wirkt im Kreise der Natur.
Beide
Ihr hoher Zweck zeigt deutlich an,
Nichts Edlers sei als Weib und Mann.
Mann und Weib und Weib und Mann
Reichen an die Gottheit an.
067 fliehen.JPG

(Beide durch die Mitte ab.)

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BeitragVerfasst: Fr Okt 27, 2017 11:16 
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070 Knaben 1.jpg

Die drei Knaben
Zum Ziele führt dich diese Bahn,
Doch mußt du, Jüngling, männlich siegen.
Drum höre unsre Lehre an:
Sei standhaft, duldsam und verschwiegen.
071 Knaben.JPG

Tamino
Ihr holden Knaben, sagt mir an,
Ob ich Pamina retten kann.
073 Sei standhaft.JPG

Die drei Knaben
Dies kundzutun steht uns nicht an.
Sei standhaft, duldsam und verschwiegen.
Bedenke dies; kurz, sei ein Mann,
Dann, Jüngling, wirst du männlich siegen.
(Gehen ab.)
Tamino
Die Weisheitslehre dieser Knaben
Sei ewig mir ins Herz gegraben.
Wo bin ich nun? Was wird mit mir?
Ist dies der Sitz der Götter hier?
074.JPG

Es zeigen die Pforten, es zeigen die Säulen,
Daß Klugheit und Arbeit und Künste hier weilen.
Wo Tätigkeit thronet und Müßiggang weicht,
Erhält seine Herrschaft das Laster nicht leicht.
Ich wage mich mutig zur Pforte hinein,
Die Absicht ist edel und lauter und rein.
Erzittre, feiger Bösewicht!
Pamina retten ist mir Pflicht.
075 Zurück 1.JPG

Stimme
Zurück!
Tamino
Zurück? So wag ich hier mein Glück!
075 Zurück 3.JPG

Stimme
Zurück!
Tamino
Auch hier ruft man: zurück!
(Sieht sich um.)
Da seh ich noch eine Tür,
076 Da seh ich.JPG

Vielleicht find ich den Eingang hier.
077 klopft.JPG

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BeitragVerfasst: Fr Okt 27, 2017 11:26 
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Priester
Wo willst du, kühner Fremdling, hin?
Was suchst du hier im Heiligtum?
078 wo willst du.JPG

Tamino
Der Lieb' und Tugend Eigentum.
Priester
Die Worte sind von hohem Sinn!
Allein wie willst du diese finden?
Dich leitet Lieb' und Tugend nicht,
Weil Tod und Rache dich entzünden.
Tamino
Nur Rache für den Bösewicht.
Priester
Den wirst du wohl bei uns nicht finden.
Tamino
Sarastro herrscht in diesen Gründen?
Priester
Ja, ja! Sarastro herrschet hier!
Tamino
Doch in dem Weisheitstempel nicht?
Priester
Er herrscht im Weisheitstempel hier!
Tamino (will gehen)
So ist denn alles Heuchelei!
Priester
Willst du schon wieder gehn?
Tamino
Ja, ich will gehn, froh und frei, Nie euren Tempel sehn.
Priester
Erklär dich näher mir, Dich täuschet ein Betrug.
Tamino
Sarastro wohnet hier, Das ist mir schon genug.
Priester
Wenn du dein Leben liebst, So rede, bleibe da!
Sarastro hassest du?
079 wenn.JPG

Tamino
Ich haß ihn ewig! Ja!
Priester
Nun gib mir deine Gründe an.
Tamino
Er ist ein Unmensch, ein Tyrann.
Priester
Ist das, was du gesagt, erwiesen?
Tamino
Durch ein unglücklich Weib bewiesen,
Das Gram und Jammer niederdrückt.
Priester
Ein Weib hat also dich berückt? Ein Weib tut wenig, plaudert viel.
Du, Jüngling, glaubst dem Zungenspiel? O legte doch Sarastro dir
Die Absicht seiner Handlung für.
Tamino
Die Absicht ist nur allzu klar;
Riß nicht der Räuber ohn' Erbarmen
Pamina aus der Mutter Armen?
Priester
Ja, Jüngling! Was du sagst, ist wahr.
Tamino
Wo ist sie, die er uns geraubt?
Man opferte vielleicht sie schon?
081.JPG

Priester
Dir dies zu sagen, teurer Sohn, Ist jetzt und mir noch nicht erlaubt.
Tamino
Erklär dies Rätsel, täusch mich nicht.
Priester
Die Zunge bindet Eid und Pflicht.
Tamino
Wann also wird die Decke schwinden?
Priester
Sobald dich führt der Freundschaft Hand
Ins Heiligtum zum ew'gen Band.
082 Priester ab. oh ewige NACHT.JPG

(Er wendet sich und

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BeitragVerfasst: Fr Okt 27, 2017 11:44 
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Tamino
O ewige Nacht, wann wirst du schwinden?
Wann wird das Licht mein Auge finden?
083 Chor.JPG

Stimmen (hinter der Mittelpforte)
Bald, Jüngling, oder nie!
Tamino
Bald, sagt ihr, oder nie?
Ihr Unsichtbaren, saget mir,
Lebt denn Pamina noch?
Die Stimmen
Pamina lebet noch!
Tamino (freudig)
Sie lebt! Ich danke euch dafür.
(Er nimmt seine Flöte heraus.)
O wenn ich doch imstande wäre,
Allmächtige, zu eurer Ehre
Mit jedem Tone meinen Dank
084 spielt Flöte.JPG

(Aufs Herz zeigend. Er spielt.
085 Tiere 1.jpg

Sogleich erscheinen wilde Tiere und Vögel aller Art, ihm zuzuhören.
Er hört auf,
und sie fliehen.)

086 fliehen1.jpg

Wie stark ist nicht dein Zauberton,
Weil, holde Flöte, durch dein Spielen
Selbst wilde Tiere Freude fühlen.
Doch nur Pamina bleibt davon.
(Er spielt.)
Pamina! Höre, höre mich!
Umsonst!
087 Pamina höre mich 1.jpg

(Er spielt.)
Wo, ach, wo find ich dich?
(Er spielt, Papageno antwortet von innen mit seinem
Faunenflötchen.
)
Ha, das ist Papagenos Ton!
(Er spielt. Papageno antwortet.)
Vielleicht sah er Pamina schon,
Vielleicht eilt sie mit ihm zu mir,
Vielleicht führt mich der Ton zu ihr. (Eilt ab.)
Zu schildern, wie er hier, hier entsprang!

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BeitragVerfasst: Fr Okt 27, 2017 11:57 
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Beide
Schnelle Füße, rascher Mut, Schützt vor Feindes List und Wut.
Fänden wir Tamino doch, Sonst erwischen sie uns noch.
089 schnelle Füsse.JPG

Pamina (, rufend)
Holder Jüngling!
Papageno
Stille, stille, ich kann's besser.
(Er pfeift.)
Tamino (antwortet von außen auf seiner Flöte)
Beide
Welche Freude ist wohl größer?
Freund Tamino hört uns schon;
Hierher kam der Flötenton.
Welch ein Glück, wenn ich ihn finde.
Nur geschwinde! Nur geschwinde!
(Wollen hineingehen.)
Monostatos (ihrer spottend)
Nur geschwinde! Nur geschwinde!
Ha, hab ich euch noch erwischt?
Nur herbei mit Stahl und Eisen;
Wart, ich will euch Mores weisen.
Den Monostatos berücken!
(Nach hinten rufend.)
Nur herbei mit Band und Stricken,
He, ihr Sklaven, kommt herbei!
Sklaven (kommen mit Fesseln)
091 Sklaven.JPG

Pamina, Papageno
Ach, nun ist's mit uns vorbei!
Papageno
Wer viel wagt, gewinnt oft viel!
Komm, du schönes Glockenspiel!
Laß die Glöckchen klingen, klingen,
Daß die Ohren ihnen singen.
(Er schlägt auf sein Glockenspiel.)
092 spielt.JPG

Monostatos und Sklaven
(davon besänftigt, singen und tanzen nach dem Takt)
093 tanzen.JPG

Das klinget so herrlich, das klinget so schön!
Tralla lalala trallalalala!
Nie hab ich so etwas gehört und gesehn!
Trallalala tralla lalala!
(Sie gehen singend und tanzend ab.)
095 könnt jeder Mann.JPG

Papageno und Pamina
Könnte jeder brave Mann
Solche Glöckchen finden,
Seine Feinde würden dann
Ohne Mühe schwinden,
Und er lebte ohne sie
In der besten Harmonie.
Nur der Freundschaft Harmonie
Mildert die Beschwerden;
Ohne diese Sympathie
Ist kein Glück auf Erden!
(Ein starker Marsch mit Trompeten und Pauken fällt ein.)
Stimmen (Chor von außen)
Es lebe Sarastro! Sarastro lebe!
Papageno
Was soll das bedeuten? Ich zittre, ich bebe!
Pamina
O Freund, nun ist's um uns getan! Dies kündigt den Sarastro an.
Papageno
O wär' ich eine Maus,
Wie wollt' ich mich verstecken! Wär' ich so klein wie Schnecken,
So kröch' ich in mein Haus.
Mein Kind, was werden wir nun sprechen?
Pamina
Die Wahrheit! Die Wahrheit,
Wär' sie auch Verbrechen.

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BeitragVerfasst: Fr Okt 27, 2017 12:05 
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Die Vorigen. Sarastro und Zug von Gefolge in pharaonischen Trachten;
Sarastro fährt zuletzt auf einem Triumphwagen herein, der von sechs Löwen gezogen wird.

096 es lebe Sarastro.JPG

Chor
Es lebe Sarastro! Sarastro soll leben!
097 es lebe.JPG

Er ist es, dem wir uns mit Freude ergeben!
098 es lebe.JPG

Stets mög' er des Lebens als Weiser sich freun,
099 es lebe.JPG

Er ist unser Abgott, dem alle sich weihn.
100 es lebe.JPG

(Dieser Chor wird gesungen, bis Sarastro aus dem Wagen ist.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Zauberflöte Sarastro Pamina
BeitragVerfasst: Fr Okt 27, 2017 12:20 
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Pamina
Herr, ich bin zwar Verbrecherin,
Ich wollte deiner Macht entfliehn.
Allein die Schuld ist nicht an mir -
Der böse Mohr verlangte Liebe;
Darum, o Herr, entfloh ich dir.
101 Herr ich.JPG

Sarastro
Steh auf, erheitre dich, o Liebe!
Denn ohne erst in dich zu dringen,
Weiß ich von deinem Herzen mehr:
Du liebest einen andern sehr.
Zur Liebe will ich dich nicht zwingen,
Doch geb ich dir die Freiheit nicht.
102 Steh auf.JPG

Pamina
Mich rufet ja die Kindespflicht, Denn meine Mutter -
Sarastro
Steht in meiner Macht.
Du würdest um dein Glück gebracht,
Wenn ich dich ihren Händen ließe.
Pamina
Mir klingt der Muttername süße; Sie ist es -
Sarastro
Und ein stolzes Weib. Ein Mann muß Eure Herzen leiten,
Denn ohne ihn pflegt jedes Weib Aus seinem Wirkungskreis zu schreiten.

103 na stolzer Jüngling.JPG

Monostatos
Nun, stolzer Jüngling, nur hierher,
Hier ist Sarastro, unser Herr.
104 er ist es.JPG

Pamina
Er ist's.
Tamino
Sie ist's!
Pamina
Ich glaub es kaum!
Tamino
Sie ist's!
Pamina
Er ist's.
Tamino
Es ist kein Traum!
Pamina
Es schling mein Arm sich um ihn her!
Tamino
Es schling mein Arm sich um sie her!
Beide
Und wenn es auch mein Ende wär'!
(Sie umarmen sich.)
Alle
Was soll das heißen?
105 welch Dreistigkeit.JPG

Monostatos
Welch eine Dreistigkeit!
Gleich auseinander, das geht zu weit!
106 Verdient.JPG

(Er trennt sie.)
Dein Sklave liegt zu deinen Füßen,
Laß den verwegnen Frevler büßen!
Bedenk, wie frech der Knabe ist:
Durch dieses seltnen Vogels List
(auf Papageno zeigend)
Wollt' er Pamina dir entführen.
Allein ich wußt' ihn auszuspüren!
Du kennst mich! Meine Wachsamkeit -
107 schon deine.JPG

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Sarastro
Verdient, daß man ihr Lorbeer streut.
He! Gebt dem Ehrenmann sogleich -
108 nicht Dank.JPG

Monostatos
Schon deine Gnade macht mich reich.
Sarastro
Nur siebenundsiebzig Sohlenstreich'.
Monostatos
Ach, Herr, den Lohn verhofft' ich nicht!
Sarastro
Nicht Dank, es ist ja meine Pflicht!
(Monostatos wird von einigen Sklaven abgeführt.)

109 führt.JPG

Alle
Es lebe Sarastro, der göttliche Weise!
Er lohnet und strafet in ähnlichem Kreise.
Sarastro
Führt diese beiden Fremdlinge In unsern Prüfungstempel ein;
Bedecket ihre Häupter dann, Sie müssen erst gereinigt sein.
(Sprecher und zweiter Priester bringen eine Art
undurchsichtigen Schleier und bedecken die Häupter von
Tamoino und Papageno. Sie gehen an der Hand der beiden Priester ab.
)
Schlußchor
Wenn Tugend und Gerechtigkeit
Den großen Pfad mit Ruhm bestreut,
Dann ist die Erd' ein Himmelreich
Und Sterbliche den Göttern gleich.
Sarastro (reicht Pamina die Hand und geht mit ihr zur Mittelpforte
des Tempels
)
Gefolge (wenden sich dahin, woher sie gekommen.)

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Die Priester treten von rechts und links vorn mit feierlichen Schritten ein,
schreiten nach hinten, begegnen sich in der Mitte; reichen sich die Hand, legen die Hand auf das Herz
und verneigen sich; gehen nach rechts und links vor und treten hinter die Hörner.
Sarastro erscheint zuletzt und nimmt die Mitte; vor ihm die beiden Sprecher, zu seiner Rechten und
Linken. Ein Marsch mit Blasinstrumenten begleitet den Zug.

110 Einzug.JPG

111 Einzug.JPG

112 Einzug.JPG

113 ihr, in dem.JPG

Sarastro (nach einer Pause)
Ihr, in dem Weisheitstempel eingeweihten Diener der großen Götter Osiris und Isis!
Mit reiner Seele erklär ich euch, daß unsere heutige Versammlung eine der
wichtigsten unserer Zeit ist. Tamino, ein Königssohn,
zwanzig Jahre seines Alters, wandelt an der nördlichen Pforte unseres Tempels und
seufzt mit tugendvollem Herzen nach einem Gegenstande, den wir alle mit Mühe
und Fleiß erringen müssen. Kurz, dieser Jüngling will seinen nächtlichen Schleier
von sich reißen und ins Heiligtum des größten Lichtes blicken.
Diesen Tugendhaften zu bewachen, ihm freundschaftlich die Hand zu bieten,
sei heute eine unsrer wichtigsten Pflichten.
114 Er besitzt.JPG

Erster Priester
Er besitzt Tugend?
Sarastro
Tugend!
115 Auch Verschwiegenheit.JPG

Zweiter Priester
Auch Verschwiegenheit?
Sarastro
Verschwiegenheit!
116 ist wohltätig.JPG

Dritter Priester
Ist wohltätig?
Sarastro
Wohltätig! - Haltet ihr ihn für würdig, so folgt meinemBeispiele.
(Sarastro und die Priester blasen dreimal in die Hörner.)
117 blasen.JPG

Gerührt über die Einigkeit eurer Herzen, dankt Sarastro
euch im Namen der Menschheit. Mag immer das
Vorurteil seinen Tadel über uns Eingeweihte auslassen,
Weisheit und Vernunft zerstückt es gleich dem
Spinnengewebe. Unsere Säulen erschüttern sie nie.
Jedoch das böse Vorurteil soll schwinden, sobald Tamino
selbst die Größe unserer schweren Kunst besitzen wird. -
Pamina, das sanfte, tugendhafte Mädchen, haben die
Götter dem holden Jüngling bestimmt; dies ist der
Grund, warum ich sie der stolzen Mutter entriß. Das
Weib dünkt sich groß zu sein, hofft durch Blendwerk und
Aberglauben das Volk zu berücken und unsern festen
Tempelbau zu zerstören. Allein, das soll sie nicht.
Tamino, der holde Jüngling selbst, soll ihn mit uns
befestigen und als Eingeweihter der Tugend Lohn, dem
Laster aber Strafe sein.
(Der dreimalige Akkord mit den Hörnern wird von allen wiederholt.

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BeitragVerfasst: Fr Okt 27, 2017 12:44 
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118 großer Sarastro.JPG

Sprecher
Großer Sarastro, deine weisheitsvollen Reden erkennen
und bewundern wir; allein wird Tamino auch die harten
Prüfungen, so seiner warten, bekämpfen? Verzeih, daß
ich so frei bin, dir meinen Zweifel zu eröffnen! Mir bangt
es um den Jüngling. Wenn nun, im Schmerz
dahingesunken, sein Geist ihn verließe und er dem
harten Kampf unterläge? Er ist Prinz.
119 noch mehr.JPG

Sarastro.
Noch mehr - er ist Mensch!
Sprecher
Wenn er nun aber in seiner frühen Jugend lebloserblaßte?
Sarastro
Dann ist er Osiris und Isis gegeben und wird der Götter
Freuden früher fühlen als wir.
(Dreimaliger Akkord wird wiederholt.)
Man führe Tamino mit seinem Reisegefährten in denVorhof des Tempels ein.
(Zum Sprecher.)
Und du, Freund, den die Götter durch uns zum
Verteidiger der Wahrheit bestimmten - vollziehe dein
heiliges Amt und lehre durch deine Weisheit beide, was
Pflicht der Menschheit sei, lehre sie die Macht der Götter
erkennen.
120 Dann ist er.JPG

(Sprecher geht mit einem zweiten Priester ab.)
Priester (stellen sich mit ihren Palmenzweigen zusammen).
Sarastro
O Isis und Osiris, schenket
Der Weisheit Geist dem neuen Paar!
Die ihr der Wandrer Schritte lenket,
Stärkt mit Geduld sie in Gefahr.
Chor
Stärkt mit Geduld sie in Gefahr!
P1180628.JPG

Sarastro
Laßt sie der Prüfung Früchte sehen;
Doch sollten sie zu Grabe gehen,
So lohnt der Tugend kühnen Lauf,
Nehmt sie in euren Wohnsitz auf.
Chor
Nehmt sie in euren Wohnsitz auf.

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BeitragVerfasst: Fr Okt 27, 2017 12:55 
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Es ist Nacht, entferntes Donnergrollen.
Das Theater verwandelt sich in einen kurzen Vorhof des Tempels, wo man Reste von eingefallenen Säulen und Pyramiden sieht.
Auf beiden Seiten führen Türen in die Nebengebäude.

130 führen.JPG

Tamino und Papageno werden vom Sprecher und dem zweiten Priester hereingeführt.
131 führen.JPG

132 führen.JPG

133 führen.JPG

Die Priester lösen ihnen die Schleier ab und entfernen sich damit.

134 nehmen.JPG

136 Priester ab.JPG


Tamino
Eine schreckliche Nacht! Papageno, bist du noch bei mir?
Papageno
I freilich!
Tamino
Wo denkst du, daß wir uns nun befinden?
Papageno
Wo? Ja, wenn's nicht finster wäre, wollt’ ich dir's schon sagen - aber so -
(Donnerschlag.)
O weh!
Tamino
Was ist's?
Papageno

Mir wird nicht wohl bei der Sache.
Tamino
Du hast Furcht, wie ich höre.
Papageno
Furcht eben nicht, nur eiskalt läuft's mir über den Rücken.
(Starker Donnerschlag.)
O weh!
Tamino
Was soll's?
Papageno
Ich glaube, ich bekomme ein kleines Fieber.
Tamino
Pfui, Papageno, sei ein Mann!
Papageno
Ich wollt', ich wär' ein Mädchen!
(Ein sehr starker Donnerschlag.)
Oh! Oh! Das ist mein letzter Augenblick !

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BeitragVerfasst: Fr Okt 27, 2017 15:43 
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Sprecher
Ihr Fremdlinge, was sucht oder fordert ihr von uns? Was
treibt euch an, in unsere Mauern zu dringen?
137 kommen wieder.JPG

Tamino
Freundschaft und Liebe.
138 Was.JPG

Sprecher
Bist du bereit, sie mit deinem Leben zu erkämpfen?
Tamino
Ja!
Sprecher
Auch wenn der Tod dein Los wäre?
Tamino
Ja!
Sprecher
Prinz! Noch ist's Zeit zu weichen - einen Schritt weiter, und es ist zu spät.
Tamino
Weisheitslehre sei mein Sieg; Pamina, das holde Mädchen, mein Lohn.
Sprecher
Du unterziehst dich jeder Prüfung?
Tamino
Jeder.
139 Deine Hand.JPG

Sprecher
Reiche deine Hand mir!
(Sie reichen sich die Hände.)
So!
Zweiter Priester (zum Sprecher)
Ehe du weitersprichst, erlaube mir, ein paar Worte mit diesem Fremdling zu sprechen.
140 Bevor du.JPG

(zu Papageno)
Willst auch du dir Weisheitsliebe erkämpfen?
Papageno
Kämpfen ist meine Sache nicht. Ich verlange auch im Grund gar keine Weisheit.
Ich bin so ein Naturmensch, der sich mit Schlaf, Speis' und Trank begnügt;
und wenn es ja sein könnte, daß ich mir einmal ein schönes Weibchen fange -
Zweiter Priester
Die wirst du nie erhalten, wenn du dich nicht unsern Prüfungen unterziehst.
Papageno
Worin besteht diese Prüfung?
Zweiter Priester
Dich allen unseren Gesetzen unterwerfen, selbst den Tod nicht scheuen.
Papageno
Ich bleibe ledig.
Sprecher
Aber wenn du dir ein tugendhaftes, schönes Mädchen erwerben könntest?
Papageno
Ich bleibe ledig.
143 Deine Hand papageno.JPG

Zweiter Priester
Wenn nun aber Sarastro dir ein Mädchen aufbewahrt hätte,
das an Farbe und Kleidung dir ganz gleich wäre?
Papageno
Mir gleich? Ist sie jung?
Zweiter Priester
Jung und schön.
Papageno
Und heißt?
Zweiter Priester
Papagena.
Papageno
Wie? - Pa -?
Zweiter Priester
Papagena.
Papageno
Papagena? Die möcht' ich aus bloßer Neugierde sehen.
Zweiter Priester
Sehen kannst du sie!
Papageno
Aber wenn ich sie gesehen habe, hernach muß ich sterben?
Zweiter Priester (macht eine zweifelnde Handbewegung)
Papageno
Ja? - Ich bleibe ledig.
Zweiter Priester
Sehen kannst du sie, aber bis zur verlaufenen Zeit kein Wort mit ihr sprechen.
Wird dein Geist soviel Standhaftigkeit besitzen, deine Zunge in Schranken zu halten?
Papageno
O ja!
142 Papagen.JPG

Zweiter Priester
Deine Hand, du sollst sie sehen.
(Sie reichen sich die Hände.)
Sprecher
Auch dir, Prinz, legen die Götter ein heilsames
Stillschweigen auf; ohne dieses seid ihr beide verloren.
Du wirst Pamina sehen, aber nie sie sprechen dürfen;
dies ist der Anfang eurer Prüfungszeit.
145 Priester ab.JPG

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Zauberflöte
BeitragVerfasst: Fr Okt 27, 2017 23:59 
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Papageno
He, Lichter her! Lichter her! Das ist doch wunderlich,
sooft einen die Herren verlassen, so sieht man mit
offenen Augen nichts.
145 Priester weg.JPG

Tamino
Ertrag es mit Geduld und denke, es ist der Götter Wille.
146 Damen aus Versenkung.JPG

Die drei Damen
Wie? Wie? Wie? Ihr an diesem Schreckensort?
Nie, nie, nie
Kommt ihr glücklich wieder fort!
Tamino, dir ist Tod geschworen!
Du, Papageno, bist verloren!
Papageno
Nein, nein, nein! Das war' zuviel.
Tamino
Papageno schweige still!
Willst du dein Gelübde brechen,
Nichts mit Weibern hier zu sprechen?
146 Damen.JPG

Papageno
Du hörst ja, wir sind beide hin.
Tamino
Stille, sag ich! Schweige still!
Papageno
Immer still und immer still!
Die drei Damen
Ganz nah ist euch die Königin! Sie drang im Tempel heimlich ein.
Papageno
Wie? Was? Sie soll im Tempel sein?
147 Damen papageno.jpg

Tamino
Stille, sag ich! Schweige still!
Wirst du immer so vermessen
Deiner Eidespflicht vergessen?
Die drei Damen
Tamino, hör! Du bist verloren!
Gedenke an die Königin!
Man zischelt viel sich in die Ohren
Von dieser Priester falschem Sinn.
Tamino (für sich)
Ein Weiser prüft und achtet nicht,
Was der gemeine Pöbel spricht.
Die drei Damen
Man sagt, wer ihrem Bunde schwört,
Der fährt zur Höll' mit Haut und Haar.
Papageno
Das wär', beim Teufel, unerhört!
Sag an, Tamino, ist das wahr?
Tamino
Geschwätz, von Weibern nachgesagt,
Von Heuchlern aber ausgedacht.
Papageno
Doch sagt es auch die Königin.
Tamino
Sie ist ein Weib, hat Weibersinn.
Sei still, mein Wort sei dir genug.
Denk deiner Pflicht und handle klug.
148 Wie Wie Wie 1.jpg

Die drei Damen (zu Tamino)
Warum bist du mit uns so spröde?
Tamino (deutet an, daß er nicht sprechen darf)
Die drei Damen
Auch Papageno schweigt - so rede!
Papageno
Ich möchte gern - woll ...
Tamino
Still!
Papageno (heimlich)
Ihr seht, daß ich nicht soll -
Tamino
Still!
Daß du nicht kannst das Plaudern lassen,
Ist wahrlich eine Schand' für dich!
150 Sie müssen.JPG

Papageno
Daß ich nicht kann das Plaudern lassen,
Ist wahrlich eine Schand' für mich!
Die drei Damen
Wir müssen sie mit Scham verlassen,
Es plaudert keiner sicherlich!
Von festem Geiste ist ein Mann,
Er denket, was er sprechen kann.
Tamino und Papageno
Sie müssen uns mit Scham verlassen,
Es plaudert keiner sicherlich!
Vom festen Geiste ist ein Mann,
Er denket, was er sprechen kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Zauberflöte 1. Prüfung
BeitragVerfasst: Sa Okt 28, 2017 0:12 
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Die drei Damen
(wollen gehen, Chor der Priester von außen.).
Priester
Entweiht ist die heilige Schwelle!
Hinab mit den Weibern zur Hölle!
158 a.JPG

(Ein schrecklicher Akkord mit allen Instrumenten,
Donner, Blitz und Schlag, zugleich zwei starke Donner.
)
Die drei Damen
O weh! O weh! O weh!
159 Damen stürzen.JPG

(Sie stürzen in die Versenkung.)
Papageno (fällt vor Schrecken zu Boden; singt, da schon alle Musik still ist)
O weh! O weh! O weh!
160.JPG

(Dann fängt der dreimalige Akkord an.)

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BeitragVerfasst: Sa Okt 28, 2017 0:19 
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161.JPG

162 heil dir 1.jpg

Sprecher
Heil dir, Jüngling! Dein standhaft männliches Betragen hat gesiegt.
Zwar hast du noch manch rauhen und gefährlichen Weg zu wandern,
den du aber durch Hilfe der Götter glücklich endigen wirst. Wir wollen also mit
reinem Herzen unsere Wanderschaft weiter fortsetzen.
163 Tamino verbinden.JPG

(Er gibt Tamino einen Schleier um.)
So! Nun komm!
(Geht mit Tamino ab.)
Zweiter Priester
Was seh ich! Freund, stehe auf! Wie ist dir?
164 Was seh ich.JPG

Papageno
Ich lieg in einer Ohnmacht.
Zweiter Priester
Auf! Sammle dich und sei ein Mann!
Papageno (steht auf)
Aber sagt mir nur, meine Herren, warum muß ich denn
alle diese Qualen und Schrecken empfinden? Wenn mir
ja die Götter eine Papagena bestimmten, warum denn
mit so viel Gefahren sie erringen?
Zweiter Priester
Diese neugierige Frage mag deine Vernunft dir
beantworten. Komm! Meine Pflicht heischt, dich
weiterzuführen.
165 Verbinden.JPG

(Er gibt ihm einen Schleier um.)
Papageno
Bei so einer ewigen Wanderschaft möcht' einem wohl die
Liebe auf immer vergehen.
166 ab 1.jpg

(Priester geht mit Papageno ab.)

(Priester geht mit Papageno ab.)

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