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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 10:59 
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Audiatur et altera pars
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Hallo Frank ,

Zitat:
Ich hatte erst das Gefühl ... hmmm wieder Off Topic ??!
Doch, da ich geschrieben hatte auch über die "Hintergründe" etwas zu schreiben denke ich, das dies doch hier hin passt (ich denke unser Mod's sehen das auch so)


keine Sorge...., Fragen Hintergründe etc.... sind hier nicht Off Topic.....
es ist sehr interessant und Hintergrund Infos und Detailberichte schaden keinem und erweitern den Horizont :wink

:kavalier
Didier


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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 11:11 
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Mega-Klicky
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:kavalier Liebe Leser, :knicks

auch wenn manche Hollywood-Produktion evtl. definitiv nicht als seriöse hist. Quellen hergenommen werden dürfen / sollten,
haben die Produktionen wie "Nicht-lange-Fackeln-im-Sturm" und "und die Blauen gegen die Grauen" dieses Durcheinander gut getroffen.
Ich habe irgendwo mal gelesen, dass sich die feinere Gesellschaft Washingtons wirklich nur zum Zeitvertreib (Sensationslust? Neugierde?) nach Manassas begeben hat. Es hat wohl einige gegeben, die sich vorstellten, dass die Unionstruppen nur mal ordentlich aufmaschieren und in die Luft ballern müssten, um den Rebellen mal zu zeigen wo der Hammer hängt. Dass der Geist der Sezession / Rebellion würde alleine durch den Kanonendonner und den Gewehrsalvenknall im Keim erstickt werden. Wirkliches Töten / Kämpfen würde nur gegen die Engländer, Spanier, Franzosen, Indianer stattfinden. Aber doch nicht Amerikaner untereinander.

Dann das Nächste: Zivilisten auf den Schlachtfeldern war auch schon bei Napoleon so. Und im 30-jährigen Krieg. Selbst die Germanen sollen Ihre Frauen zur (De)Motivation mit aufs Schlachtfeld gebracht haben. Man hatte kein Fernsehen. Wenig andere Ablenkung (Karten, Würfel). Also geht man sich mal eine Schlacht angucken. Bzw. mussten die Zivilisten die Versorgung / den Nachschub der kämpfenden Truppe übernehmen / besorgen. Alleine die Verwundeten. Das war damals noch nicht so wirklich ordentlich geregelt / organisiert. Meine ich. :wirr

Ach ja: In den Büchern "Black Hawk Down" und "American Sniper" schreiben die Autoren unabhängig voneinander, dass an ihren Einsatzorten (Mogadishu, Irak) es einige Male das Problem gegeben hätte, dass bei Kämpfen sich die Bevölkerung nicht verkrochen hätte,
sondern zum Gucken zusammengerannt gekommen wäre. Also nicht nur damals (1861) ein Problem.

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Viele Grüße Fritz
Hat es Ihnen gefallen? Konnten Sie darüber lachen?
Wenn ja, dann erzählen Sie es bitte weiter.
Wenn nein, dann schreiben Sie mir bitte eine PN.


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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 11:23 
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Baronin von und zu Attersee
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Hallo Askin!

Ich bin ehrlich gesagt geplättet und auf jeden Fall echt begeistert von deinem Projekt. :zehn 60qm.....Wahnsinn! :ohnmacht
Finde es toll, dass du uns ein Making of deines Projekts präsentierst und uns so auch an der Entstehung teilhaben lässt. :dank

Ganz grundsätzlich.....Krieg und Gemetzel sind mir ein Gräuel. ACC ist überhaupt nicht mein Thema und ich kenne mich damit auch nicht aus, aber das heißt ja nicht, dass man nicht trotzdem über den Tellerrand schauen kann bzw., dass man nicht trotzdem Interesse daran entwickeln kann, nämlich dann, wenn es, so wie bei dir, hauptsächlich um die Uniformen und um die dahinter stehende Taktik geht. :great

Krampus hat geschrieben:
....(...)....mich eher der ästhetische Aspekt der Uniformen anspricht.

:dito Der optische Aspekt der Uniformen ist auch das, was mich hauptsächlich interessiert.


Deine Gamaschen-Technik ist genial, mir blieb fast grad der Mund offen, als ich las, wie du das machst. Wie lange hast du gebraucht, um diese Technik zu entwickeln bzw. so zu perfektionieren? Ist ja fast wie eine automatische Fertigungsstraße. :wink :kicher Und wie gelingt es dir, dass du die Beine immer gleich hoch eintauchst? Füllst du eventuell das Farbgefäß genau mit der Spiegelhöhe an, die der gewünschten Gamaschenhöhe entsprechen und tunkst dann bis zum Boden? :gruebel
Das Ergebnis finde ich auf jeden Fall sehr ansprechend und gelungen! :respekt Die Jungs gefallen mir. :wink :top
Noch etwas würde mich interessieren......wie lange hast du gesammelt, um das Material beisammen zu haben? Sorry, Fragen über Fragen. :kicher

Jedenfalls bin ich neugierig und freue mich auf das, was du uns weiterhin zeigst!

Ich wünsche dir viel Erfolg und vor allem auch Freude bei der weiterem Umsetzung, Grüße
playmolook

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Leben und leben lassen!


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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 11:51 
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Maintiens le droit
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Durch Deinen Thread inspiriert, schau ich gerade auf Amazon Prime eine Dokumentation über die Schlacht, gibt es wohl ne ganze Reihe über ACW Schlachten...Mit Reenactmet Szenen während der Erzähler die Geschichte erzählt, zwischendurch zeitgenössische Photos und Zeichnungen und ab und an werden Augenzeugenberichte vorgelesen. Sehr erhellend, das Ganze!


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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 11:53 
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alias Paula Parazzi
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Schlachtioramen sind ja eigentlich so gar nicht meins, ich seh da meist nur ein Gewimmel und erkenne gar nichts :wirr Und dem Amerikanischen Bürgerkrieg kenne ich eigentlich auch nur aus "Fackeln im Sturm". :pfeif Und das habe ich vor einer halben Ewigkeit geguckt...
Aber wenn du jetzt anfängst, die Regimenter zu erklären, wer, welche Seite, wieso, warum? dann finde selbst ich das total spannend! :great Also, mach bitte weiter mit den historischen Hintergründen. :dank

Das mit den Zuschauern finde ich jetzt echt krass! :ohnmacht Sensationslust hin oder her, aber waren die denn lebensmüde? :ohnmacht

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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 12:35 
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Mini-Klicky

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Hallo Artona

Volle Unterstützung für den Wunsch nach making-of inklusive historischen Hintergründen der Einheiten.

Lebensmüde? Nein, das mag aus einer modernen Perspektive so erscheinen, aber damals war alles noch etwas anders. Schaulustige bei einer Schlacht war damals noch "normal". Das hatte nicht zuletzt damit zu tun, dass die Waffen damals noch nicht so, hm, "potent" waren. Das heisst, Sprengladungen waren nicht so stark, das heisst der Zerstörungsradius war kleiner. Die Schussdistanzen waren geringer, etc. pp. Und diese Schlachten waren viel, hm, organisierter und klarer abgegrenzt. Das Tempo der Einheiten war geringer, entsprechend konnten die Zuschauer dann auch eher reagieren und sich in Sicherheit bringen.

Gut, im Falle von Bull Run/Manassas 1 hat das dann nicht ganz geklappt.

Gruss

Frank


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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 12:42 
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playmolook hat geschrieben:
... wie gelingt es dir, dass du die Beine immer gleich hoch eintauchst? Füllst du eventuell das Farbgefäß genau mit der Spiegelhöhe an, die der gewünschten Gamaschenhöhe entsprechen und tunkst dann bis zum Boden?

Das ist einfach Übung mit der "Eintunktiefe" :wink
Beruflich bin ich Industrial Engineer, somit ist es mein Job Arbeitsabläufe zu optimieren und da ich faul bin und gerne auch Geld spare ... :pfeif

Ich sammel seit meinem 7. Lebensjahr, mit kleineren Unterbrechungen. Auf Börsen, Austellungen und den Stammtischen ... nun ich denke, das dort oft so mancher nicht bös gemeinter Spruch fällt: "Mensch ich bin ja schon bekloppt, aber schau Dir mal den Frank ein, wieviel der wieder einkäuft"
Übrigens, das geht nur, wenn man einen richtig lieben, verständnisvollen Partner an seiner Seite hat ... und ich hatte da so richtig Glück mit meiner Frau :rockcool

Noch eines ... der optische Aspekt der Uniformen ist auch das, was mich sehr interessiert ... daher hoffe ich, wenn ich mal die etwas anderen Regimenter fertig habe Ihr Euch wieder erfreuen könnt.

Liebe Grüße
Frank

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Wie entsteht ein Diorama auf 96 qm !?
Making of "Dio von Bull Run / Manasses" für die BEPA 2018


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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 13:19 
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Master of the Silvercolts
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playmolook hat geschrieben:
Hallo Askin!

Ich bin ehrlich gesagt geplättet und auf jeden Fall echt begeistert von deinem Projekt. :zehn 60qm.....Wahnsinn! :ohnmacht
Finde es toll, dass du uns ein Making of deines Projekts präsentierst und uns so auch an der Entstehung teilhaben lässt. :dank

Ganz grundsätzlich.....Krieg und Gemetzel sind mir ein Gräuel. ACC ist überhaupt nicht mein Thema und ich kenne mich damit auch nicht aus, aber das heißt ja nicht, dass man nicht trotzdem über den Tellerrand schauen kann bzw., dass man nicht trotzdem Interesse daran entwickeln kann, nämlich dann, wenn es, so wie bei dir, hauptsächlich um die Uniformen und um die dahinter stehende Taktik geht. :great


Hallo Frank,

ich kann Maria nur zustimmen.
Es ist richtig toll, dass Du uns daran teilhaben lässt. :great
Customizing Tipps und Bilder von der Entstehen sind so wertvoll für das Forum.

So ein riesiges Diorama ist eine gigantische Herausforderung. Respekt! :respekt

Da freut man sich doch, wenn man 2018 das fertige Diorama live sehen kann und die Details aus diesem Thread wiederentdecken kann.

Liebe Grüße

Domi

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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 14:40 
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Wurschtgewitter hat geschrieben:
Hallo Artona

Volle Unterstützung für den Wunsch nach making-of inklusive historischen Hintergründen der Einheiten.

Lebensmüde? Nein, das mag aus einer modernen Perspektive so erscheinen, aber damals war alles noch etwas anders. Schaulustige bei einer Schlacht war damals noch "normal". Das hatte nicht zuletzt damit zu tun, dass die Waffen damals noch nicht so, hm, "potent" waren. Das heisst, Sprengladungen waren nicht so stark, das heisst der Zerstörungsradius war kleiner. Die Schussdistanzen waren geringer, etc. pp. Und diese Schlachten waren viel, hm, organisierter und klarer abgegrenzt. Das Tempo der Einheiten war geringer, entsprechend konnten die Zuschauer dann auch eher reagieren und sich in Sicherheit bringen.

Gut, im Falle von Bull Run/Manassas 1 hat das dann nicht ganz geklappt.

Gruss

Frank



Ich würde Dir zu 100% zustimmen wenn es sich um die Amerikanischen Unabhängigkeitskriege handeln würde. Aber die Waffen waren zu diesem Zeitpunkt 1861 viel weiter entwickelt und ihre Genauigkeit und schlimmer noch ihre "Tödlichkeit" hatte sich markant erhöht :huh

Der Einsatz von Gewehren anstelle von Musketen mit den neueren Minié-Geschoss (ein Bleigeschosstyp, von Claude Etienne Minié 1846 für Vorderlader entwickelt) mit einer hohen Treffgenauigkeit auf über 400 m, die neuen Kanonen mit "langezogen Läufen" inklusive der neueren unterschiedlichen Munition jeweils auf Entfernung und örtliche Gegebenheiten angepasst mit einer viel höheren Treffergenauigkeit und Zerstörungskraft.

Bald zeigte sich, dass die Kriegführung sich darauf noch gar nicht eingestellt hatte ... mit schlimmen Resultaten und langen Verlustlisten bei "Frontalangriffen" (siehe hier Fredericksburg sowie Gettysburg).

Der einzige Grund, warum die Verlustzahlen bei Bull Run / Manasses nicht noch schlimmer ausgefallen sind, waren die größtenteils schlecht ausgebildeten schnell aufgestellten "Bürgersoldaten Regimenter".
Wenn man mit einem Gewehr aus dieser Zeit schießt hat dieses einen enormen Rückschlag. Die frisch aufgestellten Soldaten zielten auf ihr Ziel, drückten den Abzug und das Gewehr zog nach oben. So gingen viele Salven über die feindlichen Truppen drüber ... leider merkten man das relativ schnell und in den darauf folgenden Schlachten gab es dann an brenzligen Stellen derart gut gezielte "tiefe" Salven die "Verlustraten" von bis zu über 90% bei einzelnen Regimentern forderten.

Das gehöhrt leider auch dazu, zu den schicken Uniformen :wein

Lieber Gruß
Frank

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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 15:07 
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Super-Klicky
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Wurschtgewitter hat geschrieben:
Das hatte nicht zuletzt damit zu tun, dass die Waffen damals noch nicht so, hm, "potent" waren. Das heisst, Sprengladungen waren nicht so stark, das heisst der Zerstörungsradius war kleiner. Die Schussdistanzen waren geringer, etc. pp. Und diese Schlachten waren viel, hm, organisierter und klarer abgegrenzt. Das Tempo der Einheiten war geringer, entsprechend konnten die Zuschauer dann auch eher reagieren und sich in Sicherheit bringen.

Hallo zusammen, hallo Askin,

ich erlaube mir ein kleines Co-Referat.

Der ACW ist rein militärhistorisch deshalb interessant, weil er den Übergang markiert zwischen den "handgemachten" Kriegen früherer Zeit und den sehr stark durch Technik bestimmten Kriegen des 20. und 21. Jahrhunderts. Tatsächlich hatte sich die Waffentechnik seit der Zeit Napoleons deutlich weiterentwickelt - nicht aber die Taktik!

Zu Napoleons Zeiten war die Standardwaffe des einfachen Soldaten eine einschüssige Glattrohrmuskete, die über die Mündung geladen wurde (Vorderlader), und die auf ca. 50 m halbwegs zielgenau schoß (mit Betonung auf "halbwegs"). Die Musketen im ACW waren immer noch Vorderlader, hatten aber einen gezogenen Lauf, sprich: In den Lauf eingeschnittene spiralige Rillen verliehen dem Geschoß Drall, so daß es besser geradeaus flog. (Die "Kugel" war auch keine Kugel mehr, sondern eher zylinderförmig.) Mit diesen Waffen konnte man auf bis zu 200 m treffen.

Ein Sturmangriff auf eine generische Infanterieformation sah zu Napoleons Zeiten so aus: Man marschierte in geschlossener, breiter Formation mit aufgepflanztem Bajonett auf 50 m an die gegnerische Formation heran, tauschte eine Salve aus und stürmte dann los, um den Nahkampf zu suchen. Das Nachladen einer Muskete dauerte ca. eine halbe Minute - in der Zeit hatte der stürmende Gegner die 50 m Distanz überwunden.

Im ACW wurde sehr oft noch dieselbe Taktik angewandt - die stürmenden Truppen erlitten aber bereits im Aufmarsch Verluste, weil die Verteidiger ja schon trafen, bevor die Angreifer auf 50 m an den Gegner heranmarschiert waren! Zudem hatten die Truppen bereits gelernt, daß es viel Sinn macht, in der Verteidigung aus einer Deckung heraus zu schießen bzw. Feldbefestigungen (Schützengräben) anzulegen. Somit war die Waffenwirkung der Angreifer geringer, und die Angreifer erlitten furchtbare Verluste.

Beide Seiten im ACW haben (wie so oft in Kriegen) ihre Gegner maßlos unterschätzt. Die Südstaatler sagten den Yankees nach, sie seien verweichlichte Städter - die Städter schlugen sich aber genauso zäh wie die vorwiegend aus ländlichen Gebieten stammenden Südstaatler. Und sie waren, da aus den Städten an das Zusammenleben von vielen Menschen auf engem Raum gewohnt, immuner gegen all die Krankheiten, die in den Truppenlagern bei den damaligen hygienischen Verhältnissen unweigerlich auftraten - und die Ausfälle durch Krankheiten standen denen durch Gefechtseinwirkung in nichts nach. Die Yankees wiederum unterschätzten die Tatsache, daß ihre Gegner, gerade weil sie aus dünn besiedelten Gegenden stammten, den täglichen Umgang mit Gewehren gewohnt waren.

_________________
Schöne Grüße,
Jörg

One measure of a man is what he does
when he has nothing to do.

Robert E. Fulton Jr.

Guckt mal, meine Soldaten! :link Und meine Tauschangebote: :link


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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 15:44 
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Mini-Klicky

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Lieber Frank, lieber Jörg

Ihr habt ja komplett recht. Aber, meine Ausführungen bezogen sich auf die Zuschauer! Natürlich war da ein Riesenentwicklung zwischen bspw. Quatre-Bras und Manassas. Mit verheerenden Auswirkungen für die Soldaten.

Aber zumindest am Anfang des Amerikanischen Bürgerkriegs war es sicher noch so, dass man aus bspw. 2-3 km Entfernung noch zuschauen konnte, ohne, dass eine grosse Gefahr bestand, dass ein Querschläger vorbeipfeift, Granaten einschlagen, oder Granatsplitter um die Ohren fliegen.

Gruss

Frank


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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 18:09 
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Au klasse! Das entwickelt sich hier glaub ich gerade zu meinem aktuellen Lieblingsthread :great

Zu den Zuschauern: Ich denke mal das ein gewisser Voyeurismus und Sensationsgeilheit einfach in jedem Menschen verankert ist. Damals wie heute.
Heute blockieren Leute Unfallstellen und behindern Rettungskräfte, um möglichst viel zu sehen und "geile" Videos mit ihrem Smart Phone zu machen.
Bei Bull Run wollten die Schlachtenbummler wohl genauso dabei sein und dieses "Megaevent" aus erster Hand miterleben. Man ging zunächst ja eigentlich auch davon aus, dass es eine entscheidende Schlacht geben würde, die diese ganze Abspaltungsmisere regelt und gut is. Das wollten eben viele nicht verpassen.

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Gruß
Buddington

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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 18:19 
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JTD hat geschrieben:
Mit diesen Waffen konnte man auf bis zu 200 m treffen

Vielen Dank, das ist eine super Ergänzung :kavalier

Ich hatte immer 400 m im Kopf ... aber, Du hast recht, auf 200m treffgenau und die Reichweite war 250m, liege ich da wenigstens richtig? :oops

Wenn ja, dann kann sich jeder sicherlich denken was das heißt ... und die Generäle griffen immer noch, wie zu Musketenzeiten an, und die armen Jungs wurde teilweise beim Aufstellung nehmen in Reih und Glied von gezielten Kanonenschüssen zerfetzt und über 200m vorm Ziel schon von tötlichen Gewehrkugelsalven getroffen.

Danke nochmal für Deine historische Unterstützung.

Lieber Gruß
Frank

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Zuletzt geändert von Askin am Do Okt 26, 2017 18:29, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 18:23 
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Wurschtgewitter hat geschrieben:
Aber zumindest am Anfang des Amerikanischen Bürgerkriegs war es sicher noch so, dass man aus bspw. 2-3 km Entfernung noch zuschauen konnte, ohne, dass eine grosse Gefahr bestand, dass ein Querschläger vorbeipfeift, Granaten einschlagen, oder Granatsplitter um die Ohren fliegen


Ganz ehrlich, da habe ich keine Ahnung :oops ... aber eins weiß ich, ich wäre nicht so bescheuert gewesen und hätte meine Familie zu einem "Schlacht Picknick" eingeladen :lol

Lieber Gruß
Frank

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BeitragVerfasst: Do Okt 26, 2017 18:28 
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Der Gag an der neuen Munition war ja vor allem, dass damals die sog. Züge und Felder in der Waffentechnik eingeführt wurden. Wer mal bidde Bund war, kann mit den Ausdrücken bestimmt noch was anfangen.

Für alle anderen: Die Züge waren Vertiefungen innerhalb des Laufs, welche die Geschosse nach dem Abfeuern auf eine stabilere ballistische Bahn gebracht und dadurch eine höhere Treffgenauigkeit auf größere Distanz ermöglicht haben.

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Gruß
Buddington

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