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BeitragVerfasst: Do Dez 27, 2012 10:29 
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Mega-Klicky
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Ich hatte die schrecklichen Bilder der Bloody Lane und der gewaltsamen Vertreibung der Ungarn am südlichen Bug (heutige Ukraine) immer noch in meinem Kopf, als es schon weiter ging:

PTSD

Ich gelangte in das Jahr 1637 n. u. Z. und wurde zum zweiten Mal Zeuge der bewaffneten Auseinandersetzung zwischen den indianischen Ureinwohnern Neuenglands und den britischen Kolonisten. Am 26. Mai erfolgte dann der traurige Höhepunkt: Freiwillige griffen ein befestigten Pequot-Dorf am Mystic River an. Das Fort wurde von den Belagerern umstellt und in Brand geschossen. Die Einwohner – darunter auch Frauen und Kinder – versuchten zu fliehen und wurden in die Flammen zurück getrieben.

Urania.156-2.jpg
Bild: CC BY 3.0 US.

OST: Iron Maiden ♫ Run To The Hills.


Der Vietnamkrieg war 1974 n. u. Z. für die USA fast zu Ende. Für mich war er schon früher beendet worden. 1967 wurde ich Zeuge eines Massakers an vietnamesischen Dorfbewohnern. Beim Rückzug erschoss ich einen Soldaten aus meinem Platoon, ehe ich bei einem Patrouillengang selbst schwer verletzt wurde. Seither musste ich im Rollstuhl sitzen. 1971 trat ich den Vietnam Veterans Against the War (Abk. VVAW) bei und nahm seither im ganzen Land an Protestkundgebungen teil.

Urania.157.jpg
Bild: Gemeinfrei.

OST: Don McLean ♫ American Pie.


History will teach us nothing.

Nosferatu

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BeitragVerfasst: Sa Dez 29, 2012 0:48 
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TUTA-FUATA?

Das Jahr 1891 n. u. Z.: Am 17. August fand ein Gefecht bei Lula-Rugaro (ein Ort im heutigen Tansania unweit der Stadt Iringa) statt. Wieder erlebte ich eine Auseinandersetzung zwischen dem Volk der Hehe (auch Wahehe) und der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. Obwohl sie kaum Feuerwaffen besaßen, siegten die zahlenmäßig überlegenen Hehe-Krieger. Die deutsche Schutztruppe standen unter dem Befehl von Hauptmann Emil von Zelewski. Sein Auftreten gegenüber den Küstenbewohnern gilt als Auslöser des vorangegangen Küstenaufstands. Unter anderem soll er eine Moschee in Pangani entweiht haben, indem er sie in Stiefeln und mit Hunden betrat, was in dem Küstenort für einen Eklat sorgte. Auch die Inland-Expeditionen führte von Zelewski ebenfalls in kompromissloser Weise. Am 30. Juli 1891 notierte er etwa: "Eine befestigte Siedlung mit 20 Granaten und 850 Maxim-Patronen beschossen."

Urania.158.jpg
Bild: Gemeinfrei.

OST: Eigentlich sollte es das Lied "Heia Safari!" als Zeitdokument sein ... Schließlich entschied ich mich dann doch dagegen. Es gibt schon viele ...

Anschließend ging es weiter - in das Jahr 1379 n. u. Z. zurück. Auch dieses Jahr kam mir bekannt vor. Erneut wurde ich Zeitzeuge der Auseinandersetzungen zwischen den russischen Streitkräften unter der Führung von Dmitri Donskoi, dem Großfürsten von Moskau, und der Goldenen Horde unter Emir Mamai. Sie gipfelten 1380 in der Schlacht auf dem nahe dem Don gelegenen Schnepfenfeld (russ. Куликовская битва) und endete mit einer vernichtenden Niederlage des mongolischen Heeres. Emir Mamai selbst gelang die Flucht ins Exil zu den Genuesen auf die Krim, wo er abschließend vergiftet wurde.

Urania.159.jpg
Bild: CC BY-SA 3.0. Urheber: Snmidland.

OST: Dmitri Donskoi.

Sollten all diese déjà-vus dazu führen, dass mein Wille gebrochen wurde, so war es geschafft! So wie sich der Narr seinen Torheiten zuwendet, wendet sich der Hund seinem Erbrochenen zu …


MORITURI TE SALUTANT

Endstation? 49 v. u. Z. hatte ich noch Glück im Unglück: Als Gladiator konnte ich meinen Lebensunterhalt bestreiten. Ein letztes Mal zeigte ich Überlebenswillen. Nach all dem Leid, welches mir vor Augen geführt worden war, fast ein Wunder. Im Kolosseum in Rom landeten alle, die es im Leben nirgendwo anders geschafft hatten. Das Ganze war wie eine Sucht. Jeder war seines eigenen Glückes Schmied. Die Gladiatoren machten aus dem Töten eine große Schau und das Volk verlangte danach. Nicht umsonst hieß es: Panem et circenses – Brot und Spiele! Irgendwann schwanden dann auch meine Kräfte. Ich hatte zwei Möglichkeiten: Entweder zettelte ich einen Sklavenaufstand an. Dann beschäftigten sich sicherlich die marxistische Geschichtswissenschaft der Sowjetunion und später der DDR mit mir. Oder ich unterlag gleich. Ich wählte Letzteres.

Urania.160.jpg
Bild: Gemeinfrei.

OST: Moulin Rouge ♫ The Show Must Go On. Oder das Original ... Freddie RIP.

Zuletzt rief mich der große Chronos zu sich.
"Du weißt, warum du hier bist?", fragte mich der Zeittitan – kaum dass ich eingetroffen war.
"Ich kann's mir denken", entgegnete ich ruhig.
"Du Dilettant hast mir gewaltig in's Handwerk gepfuscht!", fuhr Chronos mich an.
"Ich weiß", gab ich zurück.
"Und das tut dir nicht Leid?", wollte der Herr über die Zeit wissen. "All der ganze Ärger!"
Ich schüttelte den Kopf.
"Keine Reue?", fragte er noch einmal.
"Non, je ne regrette rien!", erwiderte ich trotzig.
"Gut!", entschied Chronos. "Dann hast du also zu deiner Verteidigung gar nichts vorzubringen?"
Ich verneinte.
"Dazu war alles viel zu verlockend!", gab ich zu.
Chronos nickte.
"Ich hab nur eine Bitte: Lass die Frauen frei und tu meinen Kindern nichts!", bat ich den Zeittitan.
"Ich glaube kaum, dass du im Augenblick in der Lage bist, derartige Forderungen an mich zu stellen.", antwortete Chronos. "Sehr bald schon werden wir uns wiedersehen. Aber jetzt habe ich genug von dir! Genieße deine letzten Stunden in der Freiheit, Nosferatu. Niemand wird dir helfen. Selbst dein Oheim - der Gevatter - ist auf meiner Seite."
"Non! Rien de rien ...", flüsterte ich kaum hörbar. "J'ai allumé le feu!"
Sollten meine Kritiker endlich Recht behalten? Bald würde der Schlussakt folgen ...

Urania.161.jpg
Bild: CC BY-SA 3.0. Urheber: Twice25 e Rinina25.

OST: Edith Piaf ♫ Non, Je Ne Regrette Rien!

Stay tuned!

Nosferatu

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BeitragVerfasst: So Dez 30, 2012 18:45 
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LEAVING LAS VEGAS
Zielprogrammierung: Montag, 29. Dezember 2008 n. u. Z.; Sin City (Las Vegas), Nevada, USA, 36° 11' N - 115° 8' W.


Ein jeder anderer hätte nach Chronos' Ansage seinen Kopf in den Sand gesteckt. Nicht aber unser reichlich hedonistisch veranlagter Freund Nosi. Mit Chronos hatte er sich darauf verständigt, dass er das ZEITSPRUNG-Rennen noch zu Ende bringen durfte. Die Zeit bis dahin ließ es Nosi noch so richtig krachen! Das erste Mal seit Langem verspürte er so etwas wie Erleichterung. Auch ließen seine Beschwerden nach dem Gespräch mit Chronos schlagartig nach. Nosi machte sich frisch und rief kurzerhand seinen Freund Hugh H. in Kalifornien an. Dieser stellte den Kontakt zu dem Starlet Sasha G. her. Es imponierte Nosi, dass jemand seinen Künstlernamen nach der Hauptperson aus Oskar Wildes einzigem Roman gewählt hatte. Sasha fand Nosis Vorschlag nach Las Vegas zu fliegen klasse und zu zweit ging es bald in Hughs Düsenjet in die Wüstenstadt. Vegas war eigentlich die ideale Stadt für Nosi – solange er sich Drinnen aufhielt: Fensterlose Casinos und erfrischend, kühle Minzluft in den Gängen ließen einen Tag und Nacht vergessen. Nosi machte beim Black Jack ein kleines Vermögen, verlor es aber auch wieder. Als high roller stand ihm eine Suite und ein Wagen zu. Nosi rauchte Zigarren und trank Bitter Lemon mit Wodka. Schließlich ging er mit Sasha nach oben ...

Bei Sonnenuntergang fuhren sie hinaus aus der Stadt, wo ihm Sasha die Schönheiten der Wüste zeigte. Sasha was a sure thing.

Urania.163.jpg
Bild: Gemeinfrei.

:grinsen

Christian


P. S. Keine Sorge: Demnächst bekommt Nosi sein Fett weg! Ewig kann DAS nicht gut gehen ...

OST: Elvis Presley ♫ Viva Las Vegas.

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BeitragVerfasst: Mo Dez 31, 2012 13:40 
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Mega-Klicky
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The Doors - THE END
Zielprogrammierung: Keine Daten übermittelt.


Zurück in Montauk Zwo setzte Nosi in einem der Experimentaltunnel die fehlenden Teile, die die Teilnehmer des ZEITSPRUNG-Rennens so eifrig gesammelt hatten, in eine Versuchsapparatur ein, die Urania und er sinnigerweise "Stern des Chronos'" genannt hatten. Er legte einen Schalter um und Strom begann durch die Apparatur zu fließen. Zuerst geschah nichts. Doch dann erhob sich ein dumpfes Grollen, das mit der Zeit zu einem lauten Tosen anschwoll und in einem schrillen, hochfrequenten Pfeifen endete. Die Versuchsapparatur änderte ihre Farbe: Zuerst war es ein cyanblaues Glimmen und Energieblitze zuckten auf. Dann wurde die Apparatur giftgrün und das Leuchten wurde heller. Anschließend war sie in gleißendes Weiß getaucht. Und schließlich folgte eine gewaltige Detonation - gepaart mit dem Licht von tausend Sonnen. Nosi wurde von der Druckwelle erfasst und mitgerissen.

Urania.167.jpg
Bild: Privat.

Urania.168.jpg
Bild: Privat.

Urania.169.jpg
Bild: Privat. Bild Eskimonebel: Gemeinfrei.

Urania.170.jpg
Bild: Privat.

Fortsetzung folgt?

:grinsen

Christian


OST: The Doors ♫ The End.

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BeitragVerfasst: Mo Dez 31, 2012 14:16 
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joking hazard
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Haaaalloooo...?
:mon

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KEEP CALM AND CALL THE COCKATWHO


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BeitragVerfasst: Di Jan 01, 2013 1:29 
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The Vampyre's Daughter
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PROSIT NEUJAHR und viele Grüße aus Las Vegas!

Urania.171.jpg
Bild: CC BY-SA 3.0.

XXX

Sasha G.


OST: Nancy Sinatra ♫ You Only Live Twice.

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BeitragVerfasst: Di Jan 01, 2013 8:27 
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TRIBUNUS LIBURNARUM
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Hallo Christian,

wie immer SPANNUNG PUR - eine wunderbare und schräge Geschichte mit genialen Bildern :king .

BITTE MEHR DAVON.

LG :kavalier

Manfred


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BeitragVerfasst: Di Jan 01, 2013 12:56 
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joking hazard
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erwinius hat geschrieben:
Einfach toll gemacht und fantastische Storys mit sehr effektvollen Hintergründen.


Trotzdem stimmt es mich nachdenklich, dass auch Nosferatu zu den Männern gehören soll, die sich zu Sylvester mit selbstgebastelten Apparaturen in die Luft sprengen... :gruebel
Wo isser eigentlich ?

Cheers!
die Flatterfee

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KEEP CALM AND CALL THE COCKATWHO


Zuletzt geändert von Flatterfee am Di Jan 01, 2013 13:07, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Di Jan 01, 2013 14:49 
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Mega-Klicky
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Es geht gallig weiter:

HIBAKUSHA - 被爆者
Zielprogrammierung: Keine Daten übermittelt.


OST Vorspann: Koto & Shakuhachi - Japanese Traditional Music.

"So begegnen wir uns wieder!", hörte Nosi eine Stimme sagen. Dem spöttischen Unterton nach musste es Chronos sein.
"Wo bin ich?", fragte Nosi, der noch immer nicht seinen Sehsinn zurück hatte.
"Kannst du dir das nicht denken?", entgegnete der Zeittitan.
Nosi schüttelte den Kopf.
"Die Falle, die ich dir gestellt habe, ist zugeschnappt!", antwortete Chronos ungeduldig.
Nosi verstand: Das ZEITSPRUNG-Rennen war eine einzige Farce gewesen, die dazu diente, ihn dingfest zu machen.
"Wir sind am Ende der Welt – deiner Welt – angelangt. Endstation für dich!", erklärte Chronos und endlich konnte Nosi ein bisschen was sehen! Er war völlig nackt und konnte sich nicht bewegen. Er war der Sonne exponiert.
Das helle Tageslicht tat weh! Außerdem hatte es Nosis Haut verbrannt. Oder war es die Explosion gewesen? Am ganzen Körper hatten sich juckende Hautrötungen, kleinfleckige Kapillarblutungen, Blasen und Geschwüre gebildet. Obwohl er nichts gegessen hatte, war ihm hundeelend zumute. War er etwa strahlenkrank? Dann war er nicht länger ein Titan …
"Eigentlich kann ich dir fast nicht mehr böse sein!", höhnte der Zeittitan. "Gut, du hast Fehler gemacht – große Fehler."
Nosi nickte unmerklich.
"Aber du hast immerhin deinen Betrieb nach mir benannt", fuhr Chronos fort. "Eine Firma, die aus meinem Wissen Geld macht …"
Auch das war richtig.
"Sehr wahrscheinlich ein Zeitparadoxon", flüsterte Nosi.
"Wie dem auch sei", verabschiedete sich der Herr der Zeit. "Wir sehen uns! Du hast sehr viel Zeit. Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter!"
Chronos verließ ihn und Nosi blieb sich selbst überlassen.

OST Abspann: Godzilla's Theme.


LA SANTA MUERTE
Zielprogrammierung: Immer noch keine Daten übermittelt.


OST Vorspann: Forgotten Fish Memory Orchestra - Mexican Night of Funeral.

Nach eine Weile (oder war es eine halbe Ewigkeit) sah Lem vorbei – der treue Lem.
"Wo sind die beiden Jungs?", erkundigte sich Nosi matt, nachdem Lem ohne die Kinder gekommen war.
"Die sind noch nicht geboren", antwortete Lem.
"Wie?", stutzte Nosi. "Ich habe doch selbst …"
"Die beiden wurden in der Zukunft ausgetragen und sind dort geboren worden", gab Lem zur Antwort. "Sie sind in der Vergangenheit aufgewachsen und somit in der Gegenwart noch nicht auf die Welt gekommen."
Nosi verstand nicht.
"Sehr wahrscheinlich ein Zeitparadoxon", flüsterte er.
Hätte Nosi Augen gehabt, hätte er geweint. Die Kinder waren ihm genommen worden!
Bevor ihn Lem wieder verließ, zeigte er sich Nosi in seiner wahren Gestalt: Der Maschinenmann war sein Oheim – der Gevatter Tod! Sehr wahrscheinlich hatten das die anderen – außer ihm – die ganze Zeit gewusst. Heute hatte der Tod ein sehr theatralisches Äußeres gewählt: Das der Heiligen Frau Tod – Nosis Lieblingsoutfit. Wer sagt, dass der Gevatter immer nur männlich sein muss! Der mohnkapselnbekränzte Morpheus, des Todes Bruder, war auch etwas dazwischen …
"Ecce homo!", stellte die Heilige fest. "Weit ist es mit dir gekommen!"
Dann war sie grußlos gegangen und Nosi wieder allein – allein!

Urania.174.jpg
Bild Santa Muerte: CC BY-SA 2.5.
Bild Joshua-Tree-Nationalpark: CC BY-SA 3.0 US. Urheber: A. Hornung.


OST Abspann: Banane Metalik - Strip or Die.

Fortsetzung folgt.

:grinsen

Christian

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BeitragVerfasst: Mi Jan 02, 2013 13:20 
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THE FOUR SURFERS OF THE APOCALYPSO
Zielprogrammierung: Mittwoch, 2. Januar 2013 n. u. Z.; Area 51 (Dreamland), Nevada, USA, 37° 14' N - 115° 49' W.
Zielprogrammierung: Mittwoch, 3. Januar 2013 n. u. Z.; McCarran International Airport, Las Vegas, Nevada, 36° 5' N - 115° 9' W.


OST Vorspann: Richard Wagner ♫ Der Walkürenritt.

Kennt jemand das 90er-Jahre-Computerspiel AFTERLIFE von LucasArt? Nicht? Nun, hat man das Spielziel als Seelenverwalter im Jenseits nicht erreicht, drohen die Vier Apokalyptischen Surfer alles zu überrollen …

Zumindest so fühlte sich unser Held Nosi, als plötzlich Bewegung in die Sache kam. Sprichwörtlich aus heiterem Himmel kamen seine vier, von den Fliegenden Affen getragenen Frauen: Jex, Alraune, Lilith und Urania.
"Es gibt gute Neuigkeiten für dich!", riefen sie ihm schon von weitem zu.
"Du wurdest begnadigt!", jubelten sie. "Der Rat der Avatare hat ein Einsehen gehabt. Du bist frei!"
Dann befreiten sie ihn und schützten ihn sogleich vor der Sonne. Nosis Haut war vollständig verbrannt und abgestorben. Sie hatte sich vom Fleisch gelöst. Als nächstes traf dann auch Furiosa mit dem Interplanetons ANARCHIJA ein. Sie brachten Nosi an Bord des Schiffes und dann ging es im freien Fall durch die Zeit zurück in das Jahr 2013. Am Groom Lake landeten sie in der geheimen Area 51.
"Alles wird gut!", beruhigten die fünf Frauen ihn.
Nosi war erleichtert, als sie die schattige Kühle eines unterirdischen Komplexes erreicht hatten. Dort wurden sie schon von Ulya der Wüstenläuferin erwartet. Gemeinsam mit Furiosa machte sie sich sofort ans Werk.
"Oh, da hat man dir großes Leid zugefügt, akay – weißer Mond!", stellte sie fest, nachdem sie ihn gründlich untersucht hatte. Nach und nach trafen immer mehr ein. Es kamen der Meergott Triton, Jimmy und Nesrin, Masalanabo und Madeleine mit dem Professor Mobilux und seinem Adepten Patrick. Auch Nosis Zeitklone waren erschienen und entschuldigten sich bei ihm. Vor allem Chronos hatte sie gegen ihn aufgewiegelt und es tat ihnen allen schrecklich leid. Ulyas und Fugatas heilende Kräfte waren zwar stark, aber nicht stark genug um alles Spuren von Nosis Martyrium zu beseitigen. Auch war Nosi kein Titan mehr. Dafür hatte die sundance-Folter von Chronos gesorgt. Die Schäden waren zu groß und damit irreversibel. Daher erhielt Nosi – so hatte sich der Rat der Avatare geeinigt - einen Sonderstatus: Er wurde ein Gigant. An sich waren die Giganten seit Jahrhunderten ausgestorben. Doch extra für Nosi hatte man den Status wieder eingeführt. Giganten waren etwas schwächer wie Titanen, doch Nosi war damit überaus zufrieden. Einer der Nachteile von Giganten war, dass sie durch Menschenhand getötet werden konnten. Dagegen gab es jedoch ein Kraut, das Giganten unverwundbar machte. Aber das ist eine andere Geschichte ... Was seine besonderen Fähigkeiten anbelangte, so durfte Nosi sie behalten. Da er auf dem Planeten Golden Brown vom Wasser des Lebens getrunken hatte und das baharat in sich trug, war er Navigator und verstand sich auf das Falten des Raumes. Mit dem Zeitfalten verhielt es sich allerdings anders. Anscheinend hatte sich Chronos nach einigem Hin und Her bereit erklärt, Nosi zu unterweisen. So sollten weitere Fehler im Zeitgefüge vermieden werden. Bis dahin war es Nosi nicht gestattet die Gabe des Zeitfaltens zu nutzen. Chronos' Marter hatte ihn auch so weit geschwächt, dass es in naher Zukunft zu keinen weiteren Spontanzeitsprüngen kam. Es war die Aufgabe der Morlocks und des Rates der Avatare als höchste Instanz darauf zu achten, dass die Vereinbarung von beiden Seiten eingehalten wurde. Außerdem wurde Chronos dazu verpflichtet, alle Löcher im Zeitgefüge zu stopfen. Die Fehler, die Nosi gemacht hatte, wurden gelöscht. Nosi wurde als Vielzeitreisender anerkannt und er durfte am Days & More-Programm offiziell teilnehmen. Ab sofort war er VIP-Kunde bei der DIVINE TIME PLC. Zur Fehlerbeseitigung gehörte auch, die Abspaltung der vielen Zeitklone rückgängig zu machen. Leider hieß das aber, dass Urania als Zeitklon mit Lilith wiedervereinigt werden musste. Die Rückführung leitete Ulya. Der Abschied kam viel zu schnell.
"Was wird aus unserer Hochzeit?", wollte Nosi wissen.
Urania schüttelte den Kopf.
"Sei nicht traurig!", erwiderte sie stattdessen.
"Bin ich aber!", erwiderte er.
Sie zwinkerte ihm zu.
"Da wartet jemand auf dich in Las Vegas", flüsterte sie. "Im Mandalay Bay. Dasselbe Zimmer wie am 30. Dezember 2008."
Nosi stutzte. Wie konnte sie das wissen?
Er wollte etwas erwidern, doch sie legte ihm ihren Zeigefinger auf den Mund.
So schloss Nosi Urania in seine Arme und sie kosteten den Moment bis zum Schluss aus. Dann musste sie gehen und Chronos hatte ihm auch Urania genommen. RIP.

Nach der Rückführung nahm Nosi Abschied von seinen Frauen. Sie redeten nicht viel. Dazu schmerzte ihn der Verlust Uranias zu sehr. Es dauerte nicht lange, da waren sie in alle Himmelsrichtungen verstreut. Da Nosi sich noch viel zu schwach fühlte, nahm er am nächsten Tag die JANET nach Las Vegas. Vom geheimen Abfertigungsgebäude der US-Regierung am McCarran International Airport war es zum Mandalay Bay nicht weit.

Urania.175.jpg
Bild: CC BY-SA 2.0 US. Urheber: Cubbie_n_Vegas.

OST Abspann: Bloodbound ♫ Moria.

:grinsen

Christian

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BeitragVerfasst: Do Jan 03, 2013 14:17 
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Zielprogrammierung: Donnerstag, 3. Januar 2013; Mandalay Bay Resort and Casino, Las Vegas, Nevada, 36° 6' N - 115° 10' W.
Nosferatus Elektronisches Denkarium, Nachtrag vom 07.01.2013.


Ich betrat die Lobby des Mandalay Bay. Hotelangestellte wie Gäste wichen entsetzt zurück, als sie mich sahen. Nur verständlich, denn schließlich musste ich mich auch erst an mein neues Äußeres gewöhnen. Ulya und Blu hatten getan, was sie konnten, doch das reichte nicht aus, um die Spuren zu beseitigen. Im Augenblick sah ich mehr aus wie ein Marsianer aus dem Film "Mars Attacks" oder Eddie, das Maskottchen meiner NWoBHM-Lieblingsgruppe "Iron Maiden", als wie ein richtiger Vampir.
Immerhin war der Concierge bemüht Fassung zu bewahren – was ihm verständlicherweise nur leidlich gelang.
"D … Der Herr?", fragte er mich.
"Guten Abend, ich werde erwartet", antwortete ich. "Zimmer ***."
Der Concierge sah in seinen Computer.
"Wen darf ich melden?", wollte er wissen.
Ich zögerte.
"Mein Name ist NOSFERATU", entgegnete ich.
In seinem Gesicht konnte ich lesen: "Das glaube ich Ihnen auf’s Wort!"
Über head phone rief er das Zimmer an und ich hörte mit.
"Cece Meyers!", meldete sich eine Frauenstimme. Es war also nicht Sasha, die mich erwartete …
"Ein Herr mit dem Namen NOSFERATU möchte Sie sprechen", gab der Concierge zur Antwort.
"Ist gut", erwiderte die Fremde, "schicken Sie ihn zu mir hoch!"
Der Concierge bestätigte.
"Frau Meyers erwartet mich!", erriet ich und der Concierge nickte überrascht.
"K … Kann ich sonst noch etwas für Sie tun, Sir?", fragte der Concierge.
Ich nickte.
"Besorgen Sie mir bitte einen Strauß blutroter Rosen", bat ich ihn vorsorglich. "Der wird meinen Anblick ein bisschen erträglicher machen."
Jetzt hatte der Concierge fast Mitleid mit mir. Nicht viel später brachte mir einer der Hotelangestellten das Gewünschte. In Las Vegas war alles möglich.
Ich dankte und gab reichlich Trinkgeld.
Der Concierge wollte mir den Weg nach oben noch beschreiben, doch ich winkte ab.
"Den kenne ich", erwiderte ich.
Mit dem Aufzug ging es aufwärts.
Eine Angestellte (offensichtlich eine Mexikanerin), die ich im Flur traf, bekreuzigte sich.
"No os sobresaltéis. No me siento bien.", sagte ich freundlich zu ihr, woraufhin sie sich nochmals bekreuzigte und schaute, dass sie fortkam.
Dann stand ich nun vor der Tür der Unbekannten: Dasselbe Zimmer, eine andere Zeit und eine andere Frau.
Ich klopfte und die Tür schnappte auf. Wie das mit einem Kreditkartenschloss funktionieren sollte, war mir nicht ganz klar.
"Komm herein, NOSFERATU!", hörte ich die Fremde sagen.
Ich trat ein und erschrak: Mir gegenüber stand … Urania!
"Du!", zitterte mir die Stimme, ich reichte ihr die Rosen und dann schwanden mir die Kräfte. Es wurde dunkel um mich herum. Das war zu viel für mich … blackout.
Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf dem großen Bett und Urania strich sanft über meine hohlen Wangen.
"Urania, meine geliebte Urania", seufzte ich.
Sie nickte. Dann erzählte sie mir alles: Von der List meines Oheims und Tritons Hilfe und davon, wie sie bei Ulyas Rückführung durch ihren eigenen Zeitklon ersetzt worden war. Außerdem berichtete sie mir von Jules und Ulysses, dass die beiden wohlauf waren.
"Dann muss ich mich wohl bei meinem Oheim entschuldigen", stellte ich fest. „Ich habe ihm Unrecht getan.“
"Das hat noch ein wenig Zeit …", meinte Urania.
Später – der fahle Mond war aufgegangen – fragte sie mich, ob ich nicht Lust hätte, aus der Stadt hinaus zu fahren. Sie wollte mir unbedingt die Schönheiten der Wüste zeigen. Diese Worte hatte ich schon mal gehört …
Ich stutzte.
"Dann warst du wohl auch Sasha!", stellte ich fest.
Urania nickte.
"Hugh ist auch mein Freund, beau laid!", sagte sie. "Und außerdem verstehe ich mich auf’s Gestaltwandeln mindestens genauso gut wie Lilith."
Was war Urania nur für eine großartige Frau!

Urania.176.jpg
Bild: CC BY-SA 2.0 US. Urheberin: Claire Armstrong.

Urania.177.jpg
Bild: CC BY-SA 2.0 US. Urheberin: Claire Armstrong.

THE END?

Nosferatu


OST: Bloodbound ♫ Nosferatu. Lasst es krachen!

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BeitragVerfasst: Mi Dez 27, 2017 16:12 
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Die Datenkrake
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Ihr Lieben,

das wollte ich schon lange einmal tun: Für Uranias und Nosis Geschichten zum ZEITSPRUNG-Rennen 2012/13 einen eigenen thread aufmachen - gell, Flatterfee?! Manche Lücken müssen noch geschlossen werden, aber ansonsten bin ich ganz zufrieden damit ...

Nosferatu.Avatar.08.jpg
Bild: Privat.

Genießt die Rauhnächte!

Viele Grüße vom Kraki

krake.gif



OST: INSOMNIUM ♫ Through The Shadows.

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ALLES, außer gewöhnlich.

KADAVAR - Goddess Of Dawn.


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