Fredeswinds Märchenschatztruhe

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Fredeswind
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Re: Märchen

Beitrag von Fredeswind » So Jan 13, 2013 19:05

Die Osebergs hat geschrieben:Die großen Aufsteller als Riesen!
Geniale Idee!
Mit den Bildern einfach klasse.
Das Warten hat sich gelohnt.

:dank1 :dank1 :oops :oops

Welch eine Belohnung zu hören, dass sich das Warten gelohnt hat!

VielenDank!

Liebe Grüße von der Märchenfee Fredeswind :fee
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Vom tapfern Schneiderlein (Ludwig Bechstein)

Beitrag von Fredeswind » So Jan 13, 2013 19:12

Als der Schneider von seinem Baume sah, dass die beiden Riesen einander tot geschlagen hatten, ward ihm besser zu Mute, als ihm jemals gewesen, stieg fröhlich vom Baume, hieb mit seinem Schwerte jeglichem Riesen eine Wunde oder etliche, und ging aus dem Walde hervor zu den Reitern.

Schneider 21.JPG


Die fragten ihn, ob er die Riesen entdeckt oder ob er sie nirgends gesehen habe? „Ja“, sagte der Schneider, „entdeckt und gesehen und alle zwei tot geschlagen - habe ich, und sie liegen lassen unter einem Baume.“ Das war ihnen verwunderlich zu hören, konnten und wollten es nicht glauben, dass der eine Mann so unverletzt von den Riesen sollte gekommen sein, und sie noch dazu tot geschlagen haben, ritten nun selbst in den Wald, dies Wunder zu beschauen und fanden es also, wie der Schneiderheld gesagt hatte.

Schneider 22.JPG


Darob verwunderten sie sich gar sehr, und empfanden einen grauslichen Schrecken, ward ihnen auch noch übler zu Mute, denn vorher, da sie fürchteten, der Sieger werde sie alle umbringen, wenn er ihnen Feind würde; begaben sich heim und sagten dem König an, was geschehen.

Schneider 23.JPG


Da nun der Schneider zum Könige kam, seine Tat selbst anzeigte, und die Königstochter samt dem halben Königreich begehrte, gereute den König sein Versprechen, das er dem unbekannten Kriegsmann gegeben, gar übel, denn die Riesen waren nun erwürgt, und konnten keinen Schaden mehr tun; dachte darüber nach, wie er des Helden mit Fug abkommen möchte, und war nicht im mindesten gesonnen, ihm die Tochter zu geben.

Schneider 24.JPG


Sprach daher zum Schneider, wie er in einem andern Walde leider noch ein Einhorn habe, das ihm sehr großen Schaden tue an Fischen und Leuten; dasselbe solle er doch auch noch fangen, und so er dieses vollbringe, wolle der König ihm die Tochter geben.

Schneider 25.JPG
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Beitrag von Fredeswind » So Jan 13, 2013 19:16

Der gute Schneider war auch das zufrieden, nahm einen Strick, ging hin zu jenem Walde, allwo das wilde Einhorn hauste, und befahl seinen Zugeordneten, draußen vor dem Walde zu warten, er wolle allein hineingehen und allein die Tat bestehen, wie er die gegen die zwei Riesen auch allein und ohne andere Hülfe bestanden.

Schneider 26.JPG


Als der Schneider eine Weile im Walde umher spaziert war, ersieht er das Einhorn, das gegen ihn daher rennt mit vorgestrecktem Horn und will ihn umbringen. Er aber war nicht unbehende, wartete, bis das Einhorn gar nahe an ihn herankam, und als es nahe bei ihm war, schlüpfte er rasch hinter den Baum, neben dem er zu allernächst stand.

Schneider 27.JPG


Da lief das Einhorn, das im vollen Rennen war und sich nicht mehr wenden konnte, mit aller Hast gegen den Baum, dass es ihn mit seinem spitzen Horn fast durch und durch stieß, und das Horn unverwandt darin stecken blieb.

Schneider 28.JPG


Da trat der Schneider, als er das Einhorn am Baume fest zappeln sah, hervor, schlang ihm den mitgenommenen Strick um den Hals, band es an den Baum vollends fest, ging heraus zu seinen Jagdgesellen, und zeigte ihnen seinen Sieg über das wilde Einhorn an.

Schneider 29.JPG


Darauf ging das Schneiderlein zum König, tät demütiglich Meldung von der glücklichen Erfüllung des königlichen Wunsches, und erinnerte bescheidentlich an das königliche zweimalige Versprechen. Darob ward der König über die Maßen traurig, wusste nicht was zu tun sei, da der Schneider der Tochter begehrte, die er doch nicht haben sollte.

Schneider 30.JPG
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Beitrag von Fredeswind » So Jan 13, 2013 19:21

Er begehrte noch eins an den Kriegsmann. Dieser solle nämlich auch das grausame Wildschwein, das in einem dritten Walde liefe und alles verwüste, einfangen, und so er auch dieses vollbringe, dann wolle der König ihm die Tochter ohne allen Verzug geben.

Schneider 31.JPG


Er wolle ihm auch seine ganze Jägerei zur Hülfe beiordnen. Der Schneider zog, nicht sonderlich erbaut von des Königs abermaligem Begehren, mit seinen Gesellen zum Walde hinaus.

Schneider 32.JPG


Er befahl ihnen, als der Forst erreicht war, draußen zu bleiben. Des waren die Jäger gar herzlich froh und zufrieden, denn das Wildschwein hatte sie schon öfter dermaßen empfangen, dass ihrer viele das Wiederkommen auf immer vergessen hatten. Sie alle begehrten nicht mehr, ihm nachzustellen, dankten daher dem Schneider sehr aufrichtig, dass er sich allein in die Fahrnis wage und sie in Numero Sicher dahinten lasse.

Schneider 33.JPG


Der Schneider war noch nicht lange in den Wald getreten, so wurde das Wildschwein seiner ansichtig, und stürzte auf ihn zu mit schäumendem Rachen und wetzenden Hauern und wollte ihn gleich zu Boden rennen, so dass sein Herz erzitterte und er sich schnell nach Rettung umsah. Da stand zum Glück eine alte verfallene Kapelle in dem Walde, darin man vor Zeiten Ablass geholt.

Schneider 34.JPG
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Beitrag von Fredeswind » So Jan 13, 2013 19:25

Da der Schneider nahe dabei stand, und die Kapelle ersah, sprang er mit einem Satz hinein, aber auch der Türe gegenüber mit einem Luftsprung durch ein Fenster, darin keine Scheiben mehr waren, wieder heraus, und alsbald folgte ihm das Wildschwein.

Schneider 35.JPG


Das rumorte nun in der Kapelle, der Schneider aber lief flugs um das Häuslein herum, wischte vor an die Türe, warf sie eilends zu, und versperrte so das grausame Gewild in das Kirchlein.

Schneider 36.JPG


Er ging dann hin zu den Jagdgesellen, zeigte ihnen seine Tat an, die kamen hin, befanden die Sache also wahr und richtig, und kehrten heim mit großer Verwunderung, dem König Bericht erstattend.

Schneider 37.JPG


Ob nun die Nachricht vom abermaligen glückhaften Sieg des heldenhaften Kriegsmannes den König mehr froh oder mehr traurig gemacht, das mag ein jeglicher, selbst mit geringem Verstand, leichtlich ermessen, denn der König musste nun dem Schneider die Tochter geben, oder fürchten, dass dieser seine Heldenkraft, davon er drei so erstaunliche Proben gegeben, gegen ihn selber wenden dürfte.

Schneider 38.JPG
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Re: Märchen

Beitrag von erwinius » So Jan 13, 2013 19:56

Hallo Irmi :kavalier
Ich bin erstaunt und verblüfft, wie Du es schaffst, UNS immer wieder zu überraschen. :klatsch1 :klatsch2
Die beiden Riesen sind einfach superoberklassegenialfantastisch dargestellt und in Szene gesetzt! :klatsch1 :rockcool Auch sonst ist dein Märchen wiederum wunderschön umgesetzt.

Grossen Respekt vor deiner Arbeit und viele Grüsse aus Helvetien :respekt :blume
Erwinius
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Re: Märchen

Beitrag von Der Archivar » So Jan 13, 2013 21:25

Liebe Märchenfee Fredeswind,
liebe Irmi!

trotz aller "Erfahrung" mit deinen Märchen, schaffst du es immer wieder
uns mit deinen tollen Umsetzungen zu überraschen! :respekt

Ich kann mich in Bezug auf die Riesen nur Erwin (superoberklassegenialfantastisch) und den anderen Vor-"Schreibern" anschließen.

Aber nicht nur das und die vielen Details, sondern auch die kluge Auswahl/Mischung der von dir erzählten Märchen ist einfach wunderbar! :klatsch2

Darum: Vielen Dank! :blume :bussi

Es grüßt dankbar für jedes neue Märchen :kavalier

Michael / Der Archivar
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Re: Märchen

Beitrag von Fredeswind » Di Jan 15, 2013 18:31

@ erwinius, Der Archivar: :dank1 :dank1 für eure Komplimente, oooooh, und da soll ich nicht rot werden :oops :oops

Es grüßt ganz herzlich

Eure Märchenfee Fredeswind :fee
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Beitrag von Fredeswind » Mi Jan 16, 2013 16:49

Also wurde die Hochzeit nicht mit allzu großer Freudigkeit von königlicher Seite begangen, und aus einem Schneider war ein Königseidam geworden, ja ein König.

Schneider 39.JPG


Doch ist wohl zweifelsohne, hätte der König vollends gewusst, dass der Held ein Schneider wäre, so hätte er ihm lieber einen Strick zum Aufhenken, denn seine Tochter geschenkt. Ob nun aber der König einem Manne ohne Herkunft und ohne Geburt, außer der von seiner Mutter, seine Tochter mit kleiner oder mit großer Bekümmernis, gern oder ungern gebe, danach fragte Schneiderlein gar wenig oder gar nicht, genug er war stolz und froh, des Königs Tochtermann geworden zu sein.

Schneider 40.JPG


Als eine kleine Zeit vergangen war, hörte die junge Königin, wie ihr Herr und Gemahl im Schlafe redete, und vernahm deutlich die Worte: „Knecht, mache mir das Wams - flicke mir die Hosen - spute dich - oder ich - schlage dir das Ellenmaß über die Ohren!“ Das kam der jungen Königsgemahlin sehr verwunderlich vor, merkte schier, dass ihr Gemahl ein Schneider sei, zeigte das ihrem Herrn und Vater an, und bat ihn, er möge ihr doch von diesem Manne helfen.

Schneider 41.JPG


Solche Rede durchschnitt des Königs Herz, dass er habe seine einzige Tochter einem Schneider antrauen müssen, tröstete sie auf das beste, und sagte, sie solle nur in der künftigen Nacht die Schlafkammer öffnen, so sollten vor der Türe etliche Diener stehen, und wenn sie wieder solche Worte vernähmen, sollten diese Diener hinein gehen und den Mann geradezu umbringen.

Schneider 42.JPG
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Beitrag von Fredeswind » Mi Jan 16, 2013 16:53

Das ließ sich die junge Frau gefallen und verhieß also zu tun. Nun hatte der König aber einen Waffenträger am Hofe, der war dem Schneider hold, und hatte des Königs untreue Rede gehört, verfügte sich daher eilend zu dem jungen König und eröffnete ihm das schwere Urteil, das über ihn so eben jetzt ergangen und gefällt war, und bat ihn, er möge seines Leibes sich nach besten Kräften wehren.

Schneider 43.JPG


Dem sagte der Schneider-König ob seines Warnens großen Dank, und er wisse wohl, was in dieser Sache zu tun sei. Wie nun die Nacht gekommen war, begab sich zu gewohnter Zeit der junge König mit seiner Gemahlin zur Ruhe und tat bald, als ob er schliefe. Da stand die Frau heimlich auf und öffnete die Tür, worauf sie sich wieder ganz still niederlegte.

Schneider 44.JPG


Nach einer Weile begann der junge König wie im Schlafe zu reden, aber mit heller Stimme, dass die draußen vor der Kammer es wohl hören konnten: „Knecht, mache mir die Hosen - bletze mir - das Wams, oder ich will dir das Ellenmaß über die Ohren schlagen. Ich - hab sieben auf einen Streich - tot geschlagen - zwei Riesen hab ich - tot geschlagen - das Einhorn hab ich gefangen - die Wildsau hab ich auch gefangen - sollt ich die fürchten - die draußen vor der Kammer stehen?“

Schneider 45.JPG


Als die vor der Kammer solche Worte vernahmen, so flohen sie nicht anders, als jagten sie tausend Teufel, und keiner wollte der sein, der sich an den Schneider wagte. Und so war und blieb das tapfere Schneiderlein ein König all sein Lebetag und bis an sein Ende.

Schneider 46.JPG


ENDE
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Re: Märchen

Beitrag von Die Osebergs » Do Jan 17, 2013 0:06

Wundervoll, das Warten hat sich gelohnt.
Die Geschichte ist dir fantastisch gelungen.
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Re: Märchen

Beitrag von Global Player » Do Jan 17, 2013 10:09

Hab ich mal erwähnt, dass ich Schneider bin? [ externes Bild ]


Also uffbass!


LG GP

PS: Na ja, Bekleidungstechniker....
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Re: Märchen

Beitrag von Fredeswind » Mo Jan 28, 2013 19:06

Die Osebergs hat geschrieben:Wundervoll, das Warten hat sich gelohnt.
Die Geschichte ist dir fantastisch gelungen.
:dank1 :dank1 :oops :oops


Global Player hat geschrieben:Hab ich mal erwähnt, dass ich Schneider bin?

PS: Na ja, Bekleidungstechniker....
Nee, haste noch nicht erwähnt : :grinsen
Da wird dir so schnell keiner was vormachen, da heißt es sich in Acht nehmen.

Nur die Berufsbezeichnung Schneider gefällt mir viiiiiiel besser. Bekleidungstechniker statt Schneider, grrr. Das ist ein genauso unschöner Begriff wie Jahresendflügelpuppe für Engel

Außerdem klingt 'Vom tapfern Schneiderlein' viel besser als 'Vom tapfern Bekleidungstechnikerlein', oder? :pfeif

Nichts für ungut, aber schließlich kannst du nichts für deine Berufsbezeichnung.

LG von der Märchenfee Fredeswind :fee
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Der wunderliche Spielmann (Brüder Grimm)

Beitrag von Fredeswind » Fr Feb 01, 2013 20:05

Der wunderliche Spielmann

(frei nach den Brüdern Grimm)


Es war einmal ein wunderlicher Spielmann, der ging durch einen Wald mutterselig allein und dachte hin und her, und als für seine Gedanken nichts mehr übrig war, sprach er zu sich selbst: „Mir wird hier im Walde Zeit und Weile lang, ich will einen guten Gesellen herbeiholen.“ Da nahm er die Geige vom Rücken und fiedelte eins, dass es durch die Bäume schallte.

Spielmann 01.JPG


Nicht lange, so kam ein Wolf durch das Dickicht dahergetrabt. „Ach, ein Wolf kommt! Nach dem trage ich kein Verlangen.“, sagte der Spielmann: aber der Wolf schritt näher und sprach zu ihm: „Ei, du lieber Spielmann, was fiedelst du so schön! Das möcht ich auch lernen.“ „Das ist bald gelernt“, ihm der Spielmann, „du musst nur alles tun, was ich dich heiße.“

Spielmann 02.JPG


„Spielmann“, sprach der Wolf, „ich will dir gehorchen, wie ein Schüler seinem Meister.“ Der Spielmann hieß ihn mitgehen, und als sie ein Stück Wegs zusammen gegangen waren, kamen sie an einen alten Eichbaum, der innen hohl und in der Mitte aufgerissen war. „Sieh her“, sprach der Spielmann, „willst du fiedeln lernen, so lege die Vorderpfoten in diesen Spalt.“

Spielmann 03.JPG


Der Wolf gehorchte, aber der Spielmann hob schnell einen Stein auf und keilte ihm die beiden Pfoten mit einem Schlag so fest, dass er wie ein Gefangener da liegen bleiben musste. „Warte da so lange, bis ich wiederkomme!“, sagte der Spielmann und ging seines Weges.

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Beitrag von Fredeswind » Fr Feb 01, 2013 20:09

Über eine Weile sprach er abermals zu sich selber: „Mir wird hier im Walde Zeit und Weile lang, ich will einen andern Gesellen herbeiholen.“, nahm seine Geige und fiedelte wieder in den Wald hinein. Nicht lange, so kam ein Fuchs durch die Bäume dahergeschlichen. „Ach, ein Fuchs kommt!“, sagte der Spielmann, „nach dem trage ich kein Verlangen.“

Spielmann 05.JPG


Der Fuchs kam zu ihm heran und sprach: „Ei, du lieber Spielmann, was fiedelst du so schön! Das möchte ich auch lernen.“ „Das ist bald gelernt“, sprach der Spielmann, „du musst nur alles tun, was ich dich heiße.“ „O Spielmann“, antwortete der Fuchs, „ich will dir gehorchen, wie ein Schüler seinem Meister.“ „Folge mir!“, sagte der Spielmann.

Spielmann 06.JPG


Und als sie ein Stück Wegs gegangen waren, kamen sie auf einen Fußweg, zu dessen beiden Seiten hohe Sträucher standen. Da hielt der Spielmann still, bog von der einen Seite ein Haselnussbäumchen zur Erde herab und trat mit dem Fuß auf die Spitze, dann bog er von der andern Seite noch ein Bäumchen herab und sprach: „Wohlan, Füchslein, wenn du etwas lernen willst, so reich mir deine linke Vorderpfote.“

Spielmann 07.JPG


Der Fuchs gehorchte und der Spielmann band ihm die Pfote an den linken Stamm. „Füchslein“, sprach er, „nun reich mir die rechte“, die band er ihm an den rechten Stamm. Und als er nachgesehen hatte, ob die Knoten der Stricke auch fest genug waren, ließ er los, und die Bäumchen fuhren in die Höhe und schnellten das Füchslein hinauf, dass es in der Luft schwebte und zappelte. „Warte da so lange, bis ich wiederkomme!“, sagte der Spielmann und ging seines Weges.

Spielmann 08.JPG


Wiederum sprach er zu sich: „Zeit und Weile wird mir hier im Walde lang; ich will einen andern Gesellen herbeiholen.“, nahm seine Geige, und der Klang erschallte durch den Wald. Da kam ein Häschen dahergesprungen. „Ach, ein Hase kommt!“, sagte der Spielmann, „den wollte ich nicht haben.“

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