Ischades Träume vom Westen

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Mara
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Mara » Do Dez 10, 2015 18:54

Ischade hat geschrieben: nie wirklich verstanden, warum Scrooge nur durch die offensichtliche Tatsache, dass er einmal sterben wird, plötzlich zu einem guten Menschen werden sollte.
Ich denke, das lag weniger an der blo´ßen Tatsache an sich als vielmehr an dem Begreifen, dass er dabei völlig alleins ein wird und nichts und niemand ihn vermissen mag. Das kann schon Schockwirkung haben, denke ich :gruebel
Ob guter Mensch oder nicht ist allerdings, wenn der Deckel erst mal zu ist, eh egal. Es lebt sich bis dahin nur etwas leichter, wenn man nicht alle menschen gegen sich hat.
Danach in der Kneipe ist jedenfalls genial :zehn
Man hört nicht auf, zu spielen, weil man alt wird - man wird alt, weil man aufhört, zu spielen.

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Corporal Steagle
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Corporal Steagle » Do Dez 10, 2015 19:43

:kavalier Mam,

was sie hier zur Schau stellten ist absolut GROSSARTIG !!!! :great

:dank Diese Geschichte wird wohl noch viele Jahre an unzähligen Lagerfeuern weiter erzählt werden . :respekt

Tausend Dank für die genial-tollen Bilder und deine Variante der bekannten Weihnachtsgeschichte.


CS
Moriana
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Moriana » Do Dez 10, 2015 20:28

Ischade, du wirbelt die Männer dominierte Westerwelt auf.
Weiter so!!! :kavalier
McNerd
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von McNerd » Do Dez 10, 2015 21:00

Absolut spitze! Die Geschichte in Kombination mit diesen sagenhaft tollen Bildern! Einfach nur WOW!
:respekt :zehn :respekt
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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Do Dez 10, 2015 21:24

Ich danke Euch für die Überschüttung mit all den verbalen Blümchen. :dank :dank :dank

Ich habe gar nicht damit gerechnet, ein solches Feetback zu bekommen... Es freut mich wahnsinnig, dass es Euch allen gefällt... letzten Endes bin ich eine Geschichten-Erzählerin. Und gute Geschichten sind weder an eine Zeit noch an einen Ort gebunden und funktionieren eben auch im Wilden Westen....

Na, ich denke, da gibts dann auch in den nächsten Tagen eine Zugabe... :wink
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Jolande
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Jolande » Fr Dez 11, 2015 9:22

Das sind richtig schöne Bilder, sehr stimmig und gut umgesetzt. :zehn
Eine interessante und eigenwillige Interpretation der Geschichte :great
Was ich besonders gut finde: die Geschichte ist fertig erzählt, wir müssen nicht ewig auf Fortsetzungen warten :grinsen
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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Fr Dez 11, 2015 18:54

Der Tag der Toten ist zwar schon etwas her, aber die Geschichte gefällt Euch hoffentlich trotzdem.

Blumen für die Toten


Die Dämmerung brach langsam herein und tauchte die staubige Straße in eine Düsternis, die erschreckender war, als die Dunkelheit selbst. Lange Schatten fielen über die weite Landschaft. So lang, dass man ihren Ursprung nicht einmal erahnen konnte. Nur einer der Schatten gehörte zu einem Mann. Selbst nicht mehr als ein Schatten folgte er der Straße nach Norden.
Blumen (1).JPG
Billy war seit Tagen unterwegs. Seine Kleidung war abgewetzt, zerrissen und ihre Farbe vom Staub kaum noch zu erkennen. Nicht einmal die Blutflecke darauf. Tiefe Furchen zeichneten sein noch junges Gesicht. Aber jetzt war es dunkel und der Schatten seines Hutes verdeckte sein Gesicht und den Kummer darauf.
Blumen (2).JPG
„Señor?“ hörte er auf einmal eine leise Stimme aus den Schatten vor ihm. Als er näher darauf zukam, erkannte er die Silhouette einer Frau. Aber was er als erstes erkannte, war etwas leuchtend helles, in ihren Händen.
Blumen (3).JPG
„Señor, kaufen Sie eine Blume. Eine Blume für die Toten.“ Und sie hielt ihm die leuchtenden Sterne in ihren Händen entgegen.
Billy schüttelte den Kopf und wollte gerade an ihr vorbeigehen. Aber es war der seltsame Glanz auf den Blumen, der ihn inne halten ließ. Er dachte an all die Toten, seine Freunde und Kameraden die bis zu Letzt das Fort halten wollten und dann doch der Übermacht erlagen. Er war davon gekommen. All die Toten, die er immer noch sah, wenn er die Augen schloss… Aber jetzt, wo er die Blumen sah, fand er zum ersten Mal seit jenem Tag, da er Alamo verließ, Frieden.
Blumen (4).JPG
Er sah von den Blumen hoch. Es war eine junge Mexikanerin mit schwarzen Augen und zurückgebundenen Haaren. Aber ihre Haut wirkte fahl und grau. Vielleicht lag es nur an dem schwarzen Kleid, das sie trug oder am Licht der Dämmerung.
„Flores para los muertos. Kaufen Sie eine Blume für die Toten!“ Ihre Stimme klang wie das Rauschen des Windes.
Billy kramte in seinen Taschen. Die letzten Cents, die er noch besaß, reichten nicht einmal mehr für etwas zu essen. Das war auch schon egal. Er reichte ihr die Münzen hin. Sie nahm nur ein einziges der kleinen Geldstücke, lächelte und zog einer der weißen Blumen aus ihrem Korb.
Blumen (5).JPG
„Buena suerte! Mögen die Toten heute Nacht mit Dir sein.“ Billy starrte noch einige Momente auf die Blume in seiner Hand. Als er aufsah, war er auf weiter Flur allein. Die Mexikanerin war verschwunden. Eine Gänsehaut kroch über seinen Rücken. Also steckte er die Blüte in seine Brusttasche und ging schnell weiter.
Blumen (6).JPG
Es dauerte noch fast zwei Stunden bis Billy einen kleinen Ort erreichte. Alles schien still und verlassen. Lediglich aus dem Saloon hörte man das unmelodische Klimpern eines schlecht gestimmten Klaviers.
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Er machte einen Schritt durch die Pendeltür. Drinnen ist es fast so staubig wie draußen auf der Straße. An den Tischen sitzen noch einige Gestalten. Drei von ihnen an einem Tisch hinter einer Hand schmieriger Karten. Auf dem Tisch ein paar Dollar.
Blumen (8).JPG
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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Fr Dez 11, 2015 18:59

Hinter dem Tresen steht ein Wirt und poliert seine schmutzigen Gläser. Abschätzend blickt er zu Billy. Selbst die Kartenspieler sehen auf. Ein Alter grinst ihn zahnlos an. Billy geht an ihnen vorbei und zum Tresen. Er legt die letzten Cent auf den Tresen und sieht den Wirt fragend an. Der zieht nur eine Augenbraue hoch und poliert weiter das Glas in seiner Hand.
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„Gib mir wenigstens ein Glas Wasser.“, seufzt Billy. Der Wirt schüttelt den Kopf. Verzweifelt sieht Billy sich um. Sein Blick bleibt an den Kartenspielern hängen. Früher hatte er mit seinen Brüdern ab und zu gespielt. Aber er ist kaum gut genug, um hier zu gewinnen. Aber vielleicht hat er ja Glück. Er hatte Alamo überlebt. Er musste Glück haben!
Also setzte er sich auf den noch freien Platz.
Blumen (10).JPG
„Verschwinde! Ohne Einsatz kannst Du nicht spielen.“ Keift ihn einer der Spieler in einem schwarzen Anzug an. Der Spieler gegenüber von ihm mustert ihn genau.
„Was ist mit Deinen Stiefeln? Setzt Du Deine Stiefel?“ Billy schluckt. Seine Kehle ist trocken. Was soll er machen? Also nickt er.
Blumen (11).JPG
Der hagere Kerl links neben ihm mischt die Karten und teilt aus. Nimmt zwei neue, der Alte in Schwarz rechts eine, das Halbblut gegenüber ebenfalls zwei. Billy weiß, dass er ohne seine Stiefel nicht nach Hause kommen wird – und auch nicht ohne Essen. Er sieht in die Gesichter der anderen, die versteinert sind wie die Mauern in dem verlorenen Fort. Er sieht seine Karten. Nichts Besonderes. Kein Blatt mit dem er gewinnen könnte. Aber dann spürt er die Gänsehaut wieder. Und ohne dass er es verhindern könnte, lösen sich zwei Karten aus seiner Hand.
„Also zwei.“, sagt der Geber und wirft ihm die beiden oberen vom Stapel zu. Billy nimmt sie zaghaft auf die Hand. Tatsächlich zwei Paare. Kein wirklich gutes Blatt, aber um Längen besser als das was er vorher hatte. Die anderen blicken immer noch versteinert. Zwei passen. Nur der hagere Mann setzt ein paar weitere Münzen und will sehen. Zitternd deckt Billy auf… und gewinnt. Die Münzen sind nicht viel, aber für ein einfaches Essen könnte es reichen. Als er aufstehen will, aber fühlt er sich niedergedrückt.
„Spiel weiter.“ Hört er die Stimme der jungen Mexikanerin flüstern.
Blumen (12).JPG
Ihn packt das Grauen. Aber er kann sich nicht bewegen. Der Geber mischt schon längst wieder und da Billy nicht aufsteht, bekommt auch er wieder ein Blatt. Alles läuft wie beim Mal davor. Eine Karte löst sich aus seiner Hand. Ein Dreier aus Achten. Aber er ist immer noch so sehr dem Entsetzen nah, dass er sich nicht darüber freuen kann. Alle setzen. Eine seiner Münzen rutscht in die Mitte des Tisches. Schweiß perlt von seiner Stirn. Müssten die anderen es denn nicht merken? Aber anscheinend sieht es für sie völlig normal aus. Als würde Billy selbst all diese Dinge tun. Alle setzen weiter. Und am Schluss gewinnt Billy. Noch mehr Dollar. Er kann es kaum fassen. Das reicht für Essen und ein Zimmer.
„Noch ein Spiel?“, fragt das Halbblut. Aber Billy steht auf. Er war nie ein Spieler und sein Glück soll man nicht herausfordern.
„Es tut mir leid. Ich bin müde.“ Billy dreht sich um und geht zum Tresen. Die drei anderen sind sichtlich enttäuscht, dass er nun mit ihrem Geld das Spiel verlässt. Aber gerade als der hagere Kerl ansetzen will, etwas darauf zu erwidern, spürt er, dass er seine Zunge nicht mehr bewegen kann. Auch der Alte, der gerade aufstehen wollte, fühlt sich seltsam gefesselt.
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Nur der Halbindianer lächelt düster. Er spürt, dass irgendetwas an diesem Jungen Mann ist, das man nicht herausfordern sollte. Nicht in dieser Nacht!
Billy geht zum Tresen und bittet um ein Zimmer, Trinken und Essen. Dieses Mal lächelt der Wirt und bedient ihn.
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Zeigt ihm den Weg zu seinem Zimmer und schickt ihm das Essen nach oben, wo Billy endlich seinen Hunger an Speck und dicken Bohnen stillen kann.
Blumen (17).JPG
Der Whisky gibt seiner Müdigkeit die letzte Kraft. Und bleiern fällt er auf das weiche Bett.
Blumen (18).JPG
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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Fr Dez 11, 2015 19:02

Als er erwacht ist es bereits heller Tag. Er fühlt sich ausgeruht und stark. Als er aufsteht, bemerkt er, dass er die Blume in den Händen hält.
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Der Glanz ist verschwunden und sie ist verwelkt. Er denkt zurück an den gestrigen Abend und steckt die trockene Blüte wieder ein. Es war die seltsamste Begebenheit seines Lebens und er würde nie jemandem davon erzählen. Lächelnd packt er seine Sachen zusammen und in kurzer Zeit ist er wieder draußen auf der staubigen Straße.
Blumen (20).JPG
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Mara » Fr Dez 11, 2015 19:48

Ich bin baff .... eine wirklich tolle Geschihte und super umgesetzt :respekt
Man hört nicht auf, zu spielen, weil man alt wird - man wird alt, weil man aufhört, zu spielen.

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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von frankfn » Fr Dez 11, 2015 22:29

Ischade kann Western! :great

Schöne Fotos und Aufbauten!!! :klatsch2 :respekt

Gruß Frank
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Dread Bonnet » Fr Dez 11, 2015 23:16

Hallo Ischade.

Deine Version der Weihnachtsgeschichte ist einfach super ! :great

Aber auch die zweite Geschichte ist spannend und gelungen. :klatsch2

Tolle Bilder , super Story ! Einfach nur schön ! :dank

Ich kann deiner Tochter nur beipflichten: "Ach Mami, werd bloß nicht erwachsen " :wink


Gruß

Dread Bonnet
Der Gedanke ist schöpferisch.
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Fr Dez 11, 2015 23:23

Erstmal Danke für die lieben verbalen Blumen.
frankfn hat geschrieben: Schöne Fotos und Aufbauten!!! :klatsch2 :respekt
Oh, das Kompliment für die Aufbauten muss ich fairer Weise ablehnen. :grinsen Unser kleines Städtchen besteht momentan aus 7 Häuschen, die nicht mal wirklich vollständig sind...
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Nosferatu
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Nosferatu » Fr Dez 11, 2015 23:35

Ganz famos! Klasse Geschichten toll umgesetzt. :klatsch2

Viele Grüße

Christian
At the gates of hell I stand alone
waiting for the call.
Now my time has come to pay the price
for the things I've done.

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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von elmobil 74 » Fr Dez 11, 2015 23:40

Vollständig oder nicht - ist doch irgendwie wurscht, Du machst ja trotzdem was Ganzes draus :respekt
Echt schöne Geschichten, gut erzählt & dargestellt :zehn Hoffe nur, daß Dein Nachwuchs
davon keine Albträume bekommt :zitter Ist ja schon relativ düster aufgezogen :grinsen
Everybody moves, nobody gets hurt :grinsen