Ischades Träume vom Westen

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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Sa Jan 02, 2016 17:55

Buddington hat geschrieben:Fürs neue Jahr habe ich auch einen sehr guten Vorsatz für dich gefunden: Lege deine Familie in Ketten und lass sie weiterhin bei Wasser und Brot Geschichten schreiben ... :regel
Naja, die hier eingestellten Geschichten hab ja ich selbst geschrieben. (Von meinem Kleinen gab es ja schon an anderer Stelle Geschichten. Und ich denke, z.B. die Geschichten meiner Ältesten sollte ich hier lieber nicht einstellen. Sie hat eine Begabung für unglaublich deprimierende Geschichten.)

Aber von mir gibts dieses Jahr bestimmt noch einiges zu lesen. Ich kann ja gar nicht anders...
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Nosferatu
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Nosferatu » Sa Jan 02, 2016 18:22

Als ich 2010 für den Playmobil Planet in Utrecht das Tombstone-Diorama baute, spukte mir auch so eine Idee im Kopf herum ... Also, nur weiter so! :klatsch2
bild.tombstone.45.jpg
Bild: Privat.

Und daneben gab es auch viele Geschöpfe der Nacht, die nicht importiert waren ...

Nosi[/color]
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waiting for the call.
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for the things I've done.

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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Sa Jan 02, 2016 19:57

Tja stimmt schon: es gibt keine neuen Ideen mehr! :wink

Aber ist ein tolles kleines Dio. Danke fürs Zeigen..
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Corporal Steagle
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Corporal Steagle » Sa Jan 02, 2016 20:16

Ischade hat geschrieben:
Aber von mir gibts dieses Jahr bestimmt noch einiges zu lesen. Ich kann ja gar nicht anders...
Ohne den anderen vorgreifen zu wollen möchte ich sagen:
Madame und wir werden jeden Teil davon mit Freuden "aufsaugen"!
:kicher

Noch kurz zur jetztigen Geschichte:
Grandios, freu mich schon auf die Fortsetzung!!!


:kavalier CS
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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » So Jan 03, 2016 12:28

Noch lange saßen sie da und redeten. Aber es war ein langer Tag gewesen und Lucie spürte die Müdigkeit, die kam und sie umgarnte.
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„Es ist Zeit für mich, ins Hotel zu gehen.“ Beendete sie ihre lebhaften Gespräche der letzten Stunden.
„Ich werde Dich begleiten.“ Als sie aufstehen und sich umblicken, merken sie, wie leer der Raum inzwischen geworden ist. Der Wirt putzt bereits die Bar. Ja es ist Zeit diesen Ort zu verlassen.
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Langsam gehen sie zum Hotel hinüber. Es ist schon dunkel und eine Frau im Nachthemd kommt mit einer Kerze angewankt, um ihnen die Schlüssel zu geben und die Zimmer zu zeigen.
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Lucie ging in den ihr geöffneten Raum, entzündete die Öllampe und machte sich bereit, Schlafen zu gehen. Es war ein gemütliches kleines Zimmer. Ein Bett, Ein Stuhl, ein Tisch, eine Lampe, ihre Kiste.
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Letztere öffnete sie und suchte sich alles heraus, was sie brauchte und schloss sie wieder sorgsam zu. Dann begab sie sich ins Bett und löschte das Licht wieder.
Auch Danteslav ging in sein Zimmer. Es ähnelte dem Lucies.
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Und auch der Vampir ging zu seiner Kiste, holte einige Bücher daraus hervor und befreite sie von dem Schmutzt, der an ihnen klebte. In der Kiste mochte es Erde aus seiner Heimat sein. Aber wenn es an seinen Büchern klebte, war es Schmutz. Die gesäuberten Bücher legte er auf den Tisch und setzte sich auf den Stuhl. Jedes dieser Bücher war ihm heilig. Sie enthielten Wissen und Magie… und Macht. Vielleicht einen Schlüssel dazu, wieder ein Mensch zu sein, oder eine Formel um unsterblich zu sein und trotzdem in der Sonnen wandeln zu können. Er hatte die Bücher aus dem Schloss mitgenommen. Seinem Bruder hatten sie nichts bedeutet und trotzdem hatte er es ihm immer wieder untersagt, sie zu lesen. Aber nun hatte er die Bücher und sein Bruder war weit fort. Es war an der Zeit hinter die Geheimnisse der Welt zu kommen. Er verschlang förmlich jede Seite und sein Hunger darauf war größer als der nach Blut.
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Ein Geheimnis hatte er den Büchern jedoch schon in der alten Heimat entlockt. Er ging noch einmal zu seiner Kiste und wühlte in der weichen Erde bis er zwei bleiche Knochen daraus hervor holte. Diese legte er zu seinen Büchern auf den Tisch, zündete eine Kerze an und murmelte etwas darüber. Kurz darauf erschienen zwei Gestalten in einer Ecke des Raumes. Eine bleiche Frau in einem weißen Schleier und ein ebenso fahler Mann mit einem Turban. Die beiden Knochen waren ein Geschenk des Grafen Dracula an seinen Bruder gewesen. Er selbst hatte die beiden Osmanen dereinst bei der Verteidigung seiner Ländereien getötet. Wie wollte Danteslav gar nicht wissen. Aber nun gehörten die dienstbaren Geister Fatimas und Achmets ihm. Fatima begann damit seine Kleidung in Ordnung zu bringen und das Bett so aussehen zu lassen, als hätte jemand darin geschlafen. Achmet reichte seinem Herren die Bücher, kümmerte sich um das Licht und wartete auf weitere Befehle. Sie waren die perfekten Diener, da sie nicht bezahlt werden mussten, nichts aßen, er sie jeder Zeit verschwinden lassen konnte und sie niemandem seine Geheimnisse verraten konnten.
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Danteslav achtete gar nicht auf die beiden. Für ihn gehörten sie seit vielen Jahren gewissermaßen zum Inventar. Hin und wieder murmelte er etwas vor sich hin, während er weiterlas. Nur manchmal unterbrach er einen Augenblick, um aus dem Fenster zu sehen ob die Nacht sich dem Ende zuneigte. In einem Buch aus dem Jüdischen hatte er etwas über die Erschaffung eines Golems gelesen, dass ihn gerade faszinierte. Und dann sah Danteslav das erste bleierne Grau am östlichen Horizont. Zu spät. Er stecke die Bücher wieder vorsichtig in die Kiste zurück, ebenso die beiden Knochen, löschte die Kerze und ließ die beiden Geister wieder einschlafen. Er war so müde. Noch einen Tag in der Kutsche würde er nicht durchstehen. Schnell griff er zu Papier und Feder und begann eine Nachricht zu schreiben.
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » So Jan 03, 2016 12:32

Mit dieser beeilte er sich, zum Kutscher zu kommen. Jener hatte noch geschlafen, als Orlok an seine Tür hämmerte.
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„Hier haben Sie noch ein Goldstück. Sorgen Sie dafür, dass die Kiste wieder auf der Kutsche landet. Ich muss noch etwas erledigen und stoße später wieder zu ihnen. Hüten Sie die Kiste wie ihren Augapfel! Und geben Sie dieses Schreiben Mrs. Carpek.“ Fügte er hinzu und überreichte dem verschlafenen Kutscher sowohl das gefaltete und gesiegelte Stück Papier, wie auch eine weitere Goldmünze.
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Der Kutscher lächelte, versprach alles zufriedenstellend zu erledigen und schloss wieder die Tür. „Seltsame Europäer“ murmelte er, als die Tür geschlossen war. Aber er hatte schon schlimmere Fahrgäste gehabt. Ganz zu schweigen von den Banditen, die immer wieder die Kutsche überfielen. Dann lieber ein paar exzentrische Europäer. Und von dem Gold konnte er sich bald zur Ruhe setzen.
Orlok beeilte sich, zurück in sein Zimmer zu kommen. Er öffnete die Kiste, seufzte tief und stieg hinein. Er legte sich hin, zusammengekauert wie ein kleines Nagetier und verschloss von innen die Kiste.
Kurze Zeit später erwachte Lucie und blickte sich um, bis sie zuordnen konnte, wo sie am letzten Abend eingeschlafen war.
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Ja, es war ein Hotelzimmer in einem kleinen Ort namens Beavertown irgendwo auf der Postkutschenrute Richtung Westküste. Achja und nebenan schlief der charmanteste Mann, dem sie seit vielen Jahren begegnet war. Lucie lächelte und begann den neuen Tag und mit ihm das neue Jahr. Und wie jeden Tag in den letzten 50 Jahren begann sie ihren Tag am liebsten mit einem Frühstück. Also kleidete sie sich an und ging nach unten. Die immer noch sehr unausgeschlafene Besitzerin des Hotels entschuldigte sich und bat sie, drüben im Saloon zu essen, da es hier nur die Schlafmöglichkeiten gäbe.
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Aber von solchen Kleinigkeiten ließ Frau Carpek nicht den Morgen verderben. Gut gelaunt ging sie hinüber zum Saloon, wo der Wirt bereits dabei war auszufegen. Auch ihm sah man die letzte Nacht an. Interessanter Weise saßen an einem der Tische immer noch drei Kartenspieler. Sie mussten die Nacht durchgemacht haben.
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„Nimm noch einen Schluck!“ lallte der Alte dem tätowierten Mann neben ihm zu. Lucie beobachtete die Szene einen Augenblick und wendete sich dann doch dem Wirt bezüglich des Frühstücks zu. Der nickte nur und wies auf einen der bereits gewischten Tische. Die Dame setzte sich und schaute wieder interessiert den Pokerspielern zu. Alle hatten wieder Karten, es wurde gesetzt und deas tätowierte Halbblut hatte anscheinend kein Geld mehr. Es wurde lauter an dem Tisch und Lucie konnte es kaum verhindern, das Gespräch mitzuhören.
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„Gebt mir doch die drei Dollar.“ Fragte er die beiden anderen Spieler. Aber die schüttelten den Kopf. „Wenn Du kein Geld mehr hast, bist Du draußen.“ sagte der eine Mann. Dann fragte der Indianer den Wirt nach einem Darlehn.
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„Ich zahle es Dir sofort wieder. Ich kann gar nicht verlieren.“ Aber auch der Wirt wies ihn ab. Dann sagte der Alte mit zahnlosem Grinsen: „Dann setzt doch Deine Alte Kiste.“ Und kicherte. Aber der geldlose Spieler schüttelte den Kopf, als wären alle Geister der Hölle hinter ihm her. Einen solchen Gesichtsausdruck hatte Lucie schon lange nicht mehr gesehen.
„Mister!“ mischte Lucie sich in das Gespräch ein und ging zu ihm hinüber. Über seine Schulter warf sie einen Blick auf seine Karten. Ja, das Blatt sah in der Tat gut aus, soweit sie das beurteilen konnte.
„Und Sie sind sich sicher, dass Sie gewinnen werden?“ flüsterte die Dame ihm zu.
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„Ja, unbedingt.“ Lallte er und sie roch den Whisky der letzten Stunden.
„Dann leih ich es Dir und Du gibst mir Deine Kiste nur als Pfand. Sobald Du gewonnen hast, und Du mir das Geld wieder gibst, gehört sie wieder ganz Dir.“ Schlug sie ihm vor. Seine Augen hatten wieder den Glanz des Entsetzens. Aber der Whisky in ihm zeigte seine Wirkung und nach weiteren Argumenten von Frau Carpek, ließ er sich darauf ein.
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Domi Silvercolt » So Jan 03, 2016 12:36

Die Geister sind ja richtig genial! :zehn
Weiter so! :great
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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » So Jan 03, 2016 12:39

Lucie legte das nötige Geld auf den Tisch, das er dabei bleiben und sehen konnte.
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Der Mann ihm gegenüber grinste und legte seine Karten auf den Tisch. Und sein Blatt war besser. Der Halbindianer wurde blass und seine Hand krallte sich um den Griff der Truhe neben sich.
Der Gewinner nahm das Geld und beide anderen Spieler verabschieden sich. Es war schon morgens und beide gingen heimwärts.
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Der Indianer sahs immer noch am Tisch, den Kopf auf den Tisch gelegt.
„Nun, Sie können die Kiste jederzeit auslösen, wenn Sie das Geld haben. Die nächsten Wochen werden Sie mich allerdings in San Franzisco finden.“ Lucie lächelt und speist weiter.
„Nein, Madam, Sie verstehen nicht. Diese Kiste ist von meinem Stamm. Mein Vater gab sie mir zur Verwahrung als wir von unserem Land vertrieben wurden. Mein Vater hat den Schatz darin gehütet und vor ihm sein Vater und davor sein Vater. Es ist von den Geistern unserer Ahnen. Bitte, Sie müssen ihn mir wiedergeben, Wenn ich das Geld habe, gebe ich es ihnen, aber die Kiste muss bei mir bleiben. Ich habe geschworen, sie zu hüten.“
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„Nun mein junger Freund, Sie können das Geld auch bei mir abarbeiten. Kommen Sie doch einfach mit, dann können sie mich und die Kiste beschützen.“ Lächelt Lucie. „Die Kutsche fährt in einer Stunde. Sie können ja in der Kutsche nüchtern werden.“
Just in diesem Augenblick erscheint der Kutscher und überreicht Lucie das Schreiben des Grafen Orlok.
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Aufmerksam liest sie die liebevoll formulierten Zeilen, mit der Erklärung seines plötzlichen Verschwindens, der Bitte, sich um seine Kiste zu kümmern und dem Versprechen, bald wieder zu ihr zu stoßen. Sie seufzt leise. Noch eine Kiste! Dann sieht sie wieder hoch zum Kutscher, der immer noch neben ihr steht.
„Nun, dann bringen sie meine Kiste und die des Grafen auf die Kutsche. Seinen sie mit beiden vorsichtig und ebenso verfahren Sie mit der Kiste dieses Herren. Achja, und setzen Sie ihn in die Kutsche, ich brauche Gesellschaft während der Fahrt. Ich zahle seine Karte.“
Der Kutscher nickt und wendet sich eher unwillig dem inzwischen bewusstlosen Indianer zu. Ja, die Europäer sind schon arg seltsam. Indianer fährt er nur ungern. Aber er weiß, dass die Dame gut zahlt, also ist ihr Wille wohl Befehl.
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Er holt noch die Burschen, die alle drei Kisten auf die Kutsche bringen und festmachen.
Kurz darauf steht Lucie Carpek auf der staubigen Straße und steigt in die Kutsche. In ihrer Hand noch der Brief des Grafen und ihr gegenüber der schlafende Indianer.
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Nun, manchmal kommen Dinge ganz anders als man es vermuten könnte, denkt sie so bei sich und nimmt in der Kutsche Platz. Der Kutscher knallt mit der Peitsche und sie fährt dem neuen Tag entgegen.
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Mara
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Mara » So Jan 03, 2016 13:38

Nun muss der arme Kerl so weit reisen :sad
Drei Dollar - hm, kein guter Stundenlohn, den er da bekommt :kicher
Man hört nicht auf, zu spielen, weil man alt wird - man wird alt, weil man aufhört, zu spielen.

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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » So Jan 03, 2016 13:48

Mara hat geschrieben:Drei Dollar - hm, kein guter Stundenlohn, den er da bekommt :kicher
Naja, ich denke, es geht nicht um das Geld sondern um die Kiste und ums Prinzip. Außerdem ist er schon lange einer meiner Lieblingsfiguren und muss einfach mit! :kicher
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von John Wayne » So Jan 03, 2016 14:35

Im Film Rio Bravo bekommt der Hilfs Sheriff Stumpy 30 Dollar im Monat.

Und beklagt sich darüber was man sich dafür alles gefallen lassen muss, scherzhaft!

3 $/h mal 8 Stunden = 24 Dollar am Tag mal 30 Tage im Monat = 720 Dollar.

Ein Peacemaker Colt (single action army1873) in Standard Ausführung kostete damals 17Dollar,50 Cent.

Die meisten Cowboys hatten gar kein Geld für einen Peacemaker oder musste Monate Sparen.

Fazit drei Dollar Tageslohn wären schön genug.

Tolle Geschichte :great bin froh das im Westen zur Zeit ne Menge los ist. :klatsch2

:cow1 :cow2 :chief

Liebe Grüße John Wayne
Das Leben ist hart,
aber es ist härter wenn Du dumm bist!

John Wayne
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Buddington » So Jan 03, 2016 16:01

Klasse! :kavalier
Werde immer be"geister"ter! :wink :grinsen :kicher
Vor allem, wie du auch die historisch belegte "Osmanen - Phobie" (oder wohl eher Hass) von good old Vlad in die Geschichte mit eingebaut hast! :great
Gruß
Buddington
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » So Jan 10, 2016 11:24

Es dauert Stunden, bis Der dem Wind folgt aufwachte. Sein Vater hatte ihm gesagt, er solle nie das Feuerwasser der Weißen anrühren. In ihm wären böse Geister, die nur Unheil über die Indianer bringen würden.
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Aber er hatte doch nie auf seinen Vater gehört. Seine Mutter, die bei seiner Geburt starb, hatte er nie kennengelernt. Sie war eine Weiße gewesen. Vielleicht kam daher seine Neugierde nach der Welt außerhalb der Jagdgründe seines Stammes. Lange war er unterwegs gewesen. Den Bruder seiner Mutter hatte er finden wollen, den er das letzte Mal als kleiner Junge gesehen hatte. Bis an die Ostküste war er gelaufen, wo er sich als Seemann verdingte.
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Mehrere Jahre war er auf einem Schiff gewesen und hatte Länder gesehen, von denen keiner der Sioux je geträumt hatte. Bis ihn eine innere Stimme heim rief und er schweren Herzens dem Meer den Rücken kehrte. Als er im Zelt seines Vaters eintrat, sagte dieser nichts. Drei Tage schwieg er ihn an. Dann gab er ihm die Kiste und sagte ihm, dass er sie mit sich nehmen sollte, da er gelernt hatte in der fremden Welt zu überleben. Bei ihm wäre sie sicherer. Und damit würde er sich als würdig erweisen, einmal in den ewigen Jagdgründen an der Seite seiner Vorväter zu reiten.
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Und nun begriff er mit dem Aufwachen langsam, dass er die ihm anvertraute Aufgabe bei einem Kartenspiel verloren hatte.
„Haben Sie gut geschlafen?“ beginnt Lucie das Gespräch, als sie das Aufwachen ihrer Begleitung bemerkt. Nicht ohne, dass ihr auffiel, dass das gestrige Gespräch mit Danteslav genauso begann.
„Die Kiste?“ fragt er entsetzt, als er sich umsieht.
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„Die ist sicher oben auf der Kutsche.“ Beruhigt Lucie den Mann mit den bunten Tattoos. „Machen Sie sich keine Sorgen. Ihre Kiste ist nicht die einzige, auf die ich Acht geben muss. Wenn das so weitergeht, werde ich ein Speditionsunternehmen aufmachen.“ Lucie lacht aber Der dem Wind folgt ist immer noch nicht zum Lachen. Sein Kopf schmerzt und noch schlimmer schmerzt ihn das Schuldgefühl und die Tatsache nun wieder in einem Arbeitsvertrag für unbestimmte Zeit gefangen zu sein. Andererseits besaß er gerade keinen einzigen Dollar und wusste nicht, wo er jetzt hingehen sollte. Alles hatte seine Gründe und die Geister seiner Ahnen wussten wohl, warum sie ihn auf diesen Weg schickten.
Lucie Carpek ist glücklich. Die Sonne scheint und vor ihr liegt eine interessante Reise, ein spannendes Abenteuer. Natürlich weiß sie nichts von dem Vampir und den Knochen seiner dienstbaren Geister in der einen Kiste und dem mystischen Geheimnis des Indianers in der anderen. Aber auch das hätte ihr kaum die Laune verderben können. Schon da sie um den Roboter in ihrer Kiste wusste.
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Alles andere hatte sie verkauft, aber von H.E.I.N.Z hätte sie sich nicht trennen können. Er war die letzte Erfindung von Josef gewesen und manchmal glaubte sie etwas von ihrem verstorbenen Mann in dem Roboter wiederzufinden. Als wäre der Geist ihres Mannes nach seinem Tot ein Teil des Roboters geworden. Aber vielleicht bildete sie sich das auch nur ein. Momentan lag er ausgeschaltet oben auf dem Dach der Kutsche.
„Wohin fahren Sie?“ fragt Der dem Wind folgt. Lucie freut sich, dass der Indianer nun doch auftaut.
„Nun, erst einmal nach San Francisco. Und dann würde ich gern ein Schiff nehmen. Wohin weiß ich noch nicht. Aber ich liebe das Meer seit meiner Fahrt über den Atlantik. Es war das erste Mal, dass ich auf dem Meer war und ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich so alt werden konnte, ohne je das Meer gesehen zu haben.“ Plaudert Lucie Carpek fröhlich drauf los. Der Indianer hört ihr gespannt zu.
„Oh, ich liebe Schiffe.“ Beginnt nun er zu erzählen. „Als ich das erste Mal das Meer sah, hörte ich die Geister im Wind singen. Es war so anders als die Prärie und doch dieselbe Weite, die leichten Wellen, wie das Gras.
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Und die Fische in großen Herden wie die Büffel. Vor allem die großen. Ich war ein Jäger. Wie mein Volk schon immer den Büffel jagte, habe ich den Büffel des Meeres gejagt - den Wal. Drei Jahre war ich auf einem Walfänger. Und heute fehlt mir das Meer.“
Lucie hört ihm gespannt zu und ihre Augen leuchten. Sie hatte die Wale unterwegs gesehen, aber sie wäre nie auf die Idee gekommen, diese majestätischen Kreaturen zu töten. Trotz allem spürt sie die Begeisterung ihres jungen Begleiters und wie sehr sie davon angesteckt wird. Auch liegt es in ihrer Natur, praktisch zu denken. Ein Mann mit nautischen Erfahrungen kommt ihr gerade gelegen. Sie schloss die Augen und dachte an die Überfahrt von England nach New York. Sie hatte die Zeit damit verbracht Jules Vernes „Die Abenteuer des Kapitän Hatteras“ zu lesen. Und wenn sie von ihrem Buch aufsah, blickte sie auf die Wellen und wünschte sich, das Schiff würde nie anlegen.
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Aber das Schiff hatte angelegt und seit dem war sie nun schon einen Monat mit der Postkutsche unterwegs. Das Buch in ihrem Handgepäck war „In 80 Tagen um die Welt“, nachdem „Die Kinder des Kapitän Grand“ und „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ schon wieder in ihrer Kiste gelandet waren. Wenn sie las vergaß sie die Welt um sich herum, sie vergaß die Vergangenheit, sie vergaß Prag und manchmal sogar Josef. Nur um das Ende des jetzigen Buches schien es schlecht zu stehen, da sie gerade viel mehr Interesse an dem Augenblick hatte, in dem sie gerade lebte.
„Die Kiste? Habt Ihr je hineingesehen?“ platzte es förmlich aus ihr heraus.
„Nein, niemals!“ wehrte Der dem Wind folgt ab. „Das würde Unglück bringen.
„Aber irgendwer wird schon einmal hineingesehen haben. Ich meine, Holzkisten halten keine Jahrhunderte. Was immer darin ist, jemand muss es von einer Kiste in eine neuere getan haben.“ Kombiniert Lucie Carpek.
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„Der Medizinmann des Stammes nehme ich an. Aber dann kamen die Weißen, um unsere Büffel zu jagen und unser Land zu stehlen. Verzeihen Sie. Nicht alle Weißen sind wie sie.“
„Aber das hatte doch nichts mit der Kiste zu tun!“ Lucie lacht. „Columbus hätte Amerika auch entdeckt, ohne dass ihr 300 Jahre später eine Kiste öffnet. Denn genau damit fing alles an.“
„Woher wisst ihr, dass damals nicht schon mal die Kiste geöffnet wurde? Ich bin mir sicher, es bringt Unglück!“ beharrt der Halbindianer.
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » So Jan 10, 2016 11:29

In dem Augenblick wird ihr Gespräch unterbrochen. Von draußen hören sie Pferde, Gewehrschüsse und Rufe. Die beiden Passagiere schauen aus dem Fenster und erkennen zwei maskierte Männer, die auf ihren Pferden die Kutsche bereits eingeholt haben.
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Lucie schluckt. Ja von solchen Banditen hatte sie gelesen. Es ist eben der Winde Westen! Aber gleichzeitig scheltet sie sich selbst eine Närrin. Räuber und Diebe gibt es auch in Europa zu genüge. Die Kutsche hält und jemand reißt von draußen die Tür auf. Ein mit einem Tuch verhülltes Gesicht schaut herein.
„Aussteigen und Hände hoch.“ Brüllt er hinein, das Ende seines Gewehrlaufes auf Der dem Wind folgt gerichtet.
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Den anderen Banditen hört man draußen dem Fahrer befehlen, vom Kutschbock zusteigen. Lucie Carpek steht von ihrem Sitz auf und steigt aus. Ihr Blick schweift über den Horizont, an dem gerade die Sonne untergeht. Die nächste Ortschaft muss ganz in der Nähe sein. Hinter ihr steht auch Der dem Wind folgt auf und nutzt die Deckung hinter seiner Begleiterin um ein Messer aus seinem Stiefel zu ziehen. Lächelnd steigt Lucie aus der Kutsche.
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„Das Geld und den Schmuck! Her damit!“ Der maskierte Mann bleibt in einem gewissen Abstand und richtet das Gewehr immer noch auf den Indianer, den er wohl für gefährlicher hält, als die alte Frau.
„Ich habe keinen Schmuck.“ Antwortet Lucie.
Der dem Wind folgt versteckt immer noch sein Messer hinter dem Rücken. „Geld habe ich alles verspielt.“ Seine Augen funkeln den Mann mit dem Gewehr böse an. Für ihn nur ein weiterer Weißer, der versucht, ihm noch das letzte zu nehmen, was er hat.
Lucie sieht hinüber zum Kutscher, der mit erhobenen Armen an der Kutsche steht. Von ihm ist kaum Hilfe zu erwarten. Für ihn geht es darum, den Tag zu überleben. Was interessieren ihn die Besitztümer seiner Fahrgäste? Nun, mag es ihm Recht geschehen, dass man ihm die Goldstücke abnimmt, die er als Trinkgeld bekam.
Jetzt richtet der andere Bandit den Gewehrlauf auf alle drei und der andere holt Lucies Tasche aus dem Wagen.
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„Scheiße, nur Bücher!“ brüllt er aus der Kutsche.
„Wahrscheinlich ist alles in den Kisten auf dem Dach.“ Ruft der andere.
Der Bandit in der Kutsche ist gerade auf dem Weg nach draußen, als Lucie dass leise schnappen eines Schlosses hört. Es kommt von einer der Kisten auf dem Dach.
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Dann bemerkt sie, wie Der dem Wind folgt versucht, sich langsam hinter ihr vorbei zu schieben. Ihre Hand hält ihn fest. Und sie schüttelt fast unmerklich den Kopf. Der Mann kommt wieder aus der Kutsche und klettert auf den Kutschbock hoch zu den Kisten.
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„Nein!“ schreit der Indianer dem Mann auf dem Dach zu. Dieser ist einen Augenblick abgelenkt und schaut hinunter. Da springt der Deckel von Orloks Kiste auf und Danteslav selbst springt daraus hervor. Er greift sich den Banditen, der unter dem Danteslav zusammensinkt.
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Schockiert schießt der unten stehende auf den Vampir. Dieser nimmt allerdings keine Notiz davon.
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » So Jan 10, 2016 11:32

Der dem Wind folgt nutzt die Verwirrung des Gegners und greift ihn mit dem Messer an. Lucie kommt dazu und nimmt ihm das Gewehr ab und richtet es auf den maskierten Mann.
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„Fessle ihn auf das Pferd! Im nächsten Ort wird es einen Sherif geben.“ Sagt Lucie zu Der dem Wind folgt. Dann schaut sie nach oben zu Danteslav, der bereits dabei ist, den zweiten Räuber zu fesseln. Er wirft ihn nach unten wie einen nassen Sack und springt hinterher. Der erste Mann ist bereits auf dem Pferd und Danteslav schnürt den zweiten Mann auf das andere Tier.
„Na Sie waren ja eine Hilfe!“ wendet sich Lucie Carpek an den Kutscher. „Ist ihnen das zum ersten Mal passiert?“
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Der schüttelt den Kopf. „Nein, aber es ist besser, ihnen einfach alles zu geben, dann lassen sie einen leben!“ Seine Stimme zittert.
„Feigling!“ ruft ihm der Indianer zu, der gerade die Pferde festgemacht hat und wieder zur Kutsche hinter kommt.
Aber für all das hat Lucie gerade gar keine Augen. „Danteslav, wo kommst Du denn her?“ fragt sie ihn verwundert und kommt auf ihn zu.
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„Ich war die ganze Zeit in Deiner Nähe.“ Lächelt er sie an. Und nimmt sie bei den Händen.
„Wo immer Du warst, es ist schön, dass Du hier bist.“
„Wir sollten weiterfahren.“ Unterbricht Der dem Wind folgt die Wiedersehensfreude.
„Ja, Du hast Recht. Wir müssen noch zum Sherif. Kutscher, bringen sie uns zur nächsten Station.“ Bestimmt Lucie und drückt dem Kutscher die Geldstücke wieder in die Hand, welche sie dem Banditen wieder abgenommen hat. Dann steigen die drei Passagiere erneut in die Kutsche.
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Der Kutscher schüttelt mit dem Kopf und denkt mit schaudern an den Vampir aus der Kiste auf seinem Dach. An seine leuchtend roten Augen während des Kampfes und die Spuren von Rot auf seinen Lippen danach. Als alle in der Kutsche sitzen gibt er den Pferden die Peitsche. Alles was er will, ist schnell im nächsten Ort ankommen.
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