Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Die Rennen und Regatten in der KLICKYWELT.

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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Nosferatu » Sa Apr 12, 2014 13:16

13. - 20. April 2014 - Home Sweet Home

Nach einer Woche in Fort Lauderdale, wo Nosie und Urania wie viele US-Amerikaner ausgelassen den Spring Break mit Alkohol und Drogen, sexueller Freizügigkeit, Promiskuität und öffentlicher Zurschaustellung von Nacktheit begingen :wink , fühlte sich Nosie gar nicht gut. Innerhalb nur einer Woche wurde ihr Zustand so kritisch, dass sich Urania ernsthaft Sorgen um die Gesundheit ihrer Verlobten machen musste. Eilig verlegte Urania daher den Hochzeitstermin vor. Am Ostersonntag wurden die beiden im Beisein von Armand, Albert und Agador am Space Mirror Memorial auf dem Gelände des Besucherbereiches des John F. Kennedy Space Center auf Merritt Island (Florida) getraut. Nosie hatte sich das so ausdrücklich gewünscht. Das 1991 eingeweihte Denkmal soll an das Leben der Frauen und Männer erinnern, die in den Raumfahrtprogrammen der Vereinigten Staaten, insbesondere der NASA, starben. So war es nicht weiter verwunderlich, dass viele Zaungäste bei der Trauung anwesend waren …

Kaum war die Zeremonie beendet, da verlor Nosie das Bewusstsein. Des Schlafes Bruder in Ko’khó:was Gestalt erschien und nahm sie fort an einen anderen Ort. Gänzliche Schwärze umgab sie.

Als Nosi endlich die Augen öffnete, bemerkte er, dass er nicht länger eine Frau war. Auch war er nicht länger in Florida, sondern lag in einem Bett auf Schloss Schattwald. Urania war bei ihm ... Und auch der Pfarrer der Gemeinde St. Gilgen war anwesend. Wie war die Wiedersehensfreude groß!

Was war geschehen? Bei Nosis Rückholung in Glasgow war gehörig etwas schief gegangen: Zwar war Nosis Körper zurück, sein Geist ging jedoch auf Wanderschaft. Er war in Katatonie verfallen. Und während er in dieser todesähnlichen Starre verharrte, begann er zu träumen, er sei als Frau wiedergeboren … Mit dem Drachenei hatte Urania Nosi flugs auf Schloss Schattwald nach Österreich gebracht. Dort hatte sich der Gesundheitszustand des Vampirs von Tag zu Tag verschlechtert, sodass Urania befürchten musste, dass Nosi sich niemals wieder erholen würde. Ausgerechnet die Letzte Ölung und die anschließende Nottrauung hatten ihn zurückgeholt. Heiße Tränen liefen Urania herab, als Nosi endlich aus seiner Starre erwachte. Nosferatu war zurück!

FORTSETZUNG FOLGT.


OST: Mötley Crüe ♫ Home Sweet Home.

P. S. ❤❤❤ Nosie sagt: Auf Wiedersehen in Pforzen 2014! ❤❤❤
P. P. S. Du wirst mir fehlen, Nosie. Hoffentlich hat jetzt meine arme Seele Ruh'. Manche konnten's einfach nicht erwarten (Anm. d. Verf.).
:nawarte :lol
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Nosferatu » Do Mai 01, 2014 13:28

Bilanz der Osterfeiertage 2014 in Österreich

- Urania ist fort an einem anderen Ort.
- Besuch der Ausstellung „JUBEL & ELEND - Leben mit dem großen Krieg 1914-1918“ auf dem Renaissanceschloss Schallaburg.
- Stippvisite bei einem befreundeten Autorenpaar.
- Ostersonntag bei Nosferatus Schwester in Wien.
- Plötzlich auftretender Geschlechtswechsel bei Nosferatu: Aus Nosi wird Nosie. Und aus Nosie wird Nosi.

OST: Hans Hölzel ♫ Vienna Calling.
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Nosferatu » Di Mai 13, 2014 19:55

13. Mai 2014 - Day Of Mourning

Nosie/Nosi trauert um ihr/sein Idol

Hansruedi Giger (* 5. Februar 1940 in Chur; † 12. Mai 2014 in Zürich).

Requiescat in pace.

Christian


OST: Mourning Beloveth ♫ Narcissistic Funeral.

P. S. Demnächst folgt eine Kurzgeschichte, die ich HR Giger gewidmet habe.
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Nosferatu » Do Mai 15, 2014 21:29

DAS FIEBER DES ALLFAHRERS
Eine Hommage an HR Giger

Der Allfahrer war auf dem Weg zu einer aufgelassenen Raumstation. Als Untersucher des Äußeren Kreises sollte er entscheiden, ob die Station weiterhin unterhalten werde könnte (was mit erheblichen Kosten verbunden wäre) oder ob sie den Verwertungsgesellschaften zugeführt werden sollte. Dies war nicht weiter schwierig, und wie gewöhnlich war er deshalb damit beauftragt worden, die Aufgabe alleine durchzuführen. Sein Lichtstrom-Drehflügler brachte ihn zur Station, während er in der trüben, stinkenden Reinigungsflüssigkeit seiner Hibernationskammer schlief. Myriaden von Blasen traten aus Öffnungen der Wandung, umspielten ihn und hielten ihn in seiner Lage. Harnleiter- und Darmkatheder, eine Beatmungsmaske, Infusionsschläuche, Überwachungsleitungen und zahlreiche Maschinen sorgten dafür, dass sein Schlaf ruhig, sein Puls, seine Atmung und sein Stoffwechsel regelmäßig blieben.

Kaum hatte er die abgeschieden gelegene Station erreicht, da begann er mit der Untersuchung. Seine Arbeit ging gut voran und nachdem er schon ein paar Tage auf der Station verbracht hatte, war sie fast abgeschlossen. Plötzlich bemerkte er aber, dass er nicht alleine war. Irgendwo in dem dunklen Gewirr der Gänge und Schächte hatte sich eine Sternenreisende eingenistet und schien auf ihn zu lauern. Weil er in ihrer Anwesenheit seine restliche Untersuchung bedroht sah, machte er sich sogleich auf die Suche, um sie zu fangen. Bald bemerkte er jedoch, dass nicht sie, sondern er der Gejagte war. Schließlich ging er ihr in die Falle! Er hatte den ganzen Tag damit zugebracht, sie in den entlegensten Winkeln der Station zu suchen, als er aufgab und unverrichteter Dinge zu seiner Unterkunft zurückkehrte.
Undurchdringliche Finsternis umgab ihn, Kälte und Feuchtigkeit befielen seine Glieder, als er im Schein seiner Luziferinlampe den Schacht zu der Unterkunft hinaufstieg. Für einen Moment war er unaufmerksam gewesen, als sie ihn attackierte. Ihr Angriff kam unerwartet und schnell. Mit zwei präzise ausgeführten Schwanzhieben hatte sie ihn entwaffnet. Ein weiterer zertrennte die Schläuche seiner Wärmezirkulations-Montur. Flüssigkeit trat aus und tropfte heiß auf seine nackte Haut darunter. Er schrie wütend auf. Da holte sie schon zu ihrem nächsten Schlag aus.
"Dieser wird mich mit Sicherheit zerfleischen", dachte er sich. Er wollte sich schon seinem Schicksal ergeben, als sie blitzartig in ihren Bewegungen innehielt.
"Nein", dachte sie sich, "gewiss will ich ihn nicht töten. Dafür bin ich viel zu neugierig zu erfahren, wie die Menschen wirklich sind."
Und außerdem war er nun - so ganz ohne Waffen - keine Gefahr mehr für sie. Sie hatte ihm lediglich eine Lehre erteilen wollen, dass man Sternenreisende nicht ärgern sollte. Das war ihr auch gründlich gelungen. Trotzdem spielte sie ihr Spiel weiter. Sie kam direkt auf ihn zu. Geifer rann aus ihrem Kiefer.
"Komm' hoch", zischte sie, während sie ihm mit ihren klingenscharfen Zähnen gefährlich nahe kam. Hätte er sich mit Sternenreisenden wirklich ausgekannt, hätte er vielleicht bemerkt, dass sie lächelte. So aber zitterte er am ganzen Leib.
"Und mach dich frei, damit ich dich besser betrachten kann!", fügte sie noch - nicht ganz ohne eine gewisse Schadenfreude - hinzu. Und obwohl er jämmerlich fror, begann er sich vor ihr auszuziehen.
"Sicherlich wird sie keinen Widerspruch dulden", dachte er sich.
Als er ganz nackt war, da schwoll ihm vor lauter Angst sein ★ZENSUR★! Fleischig bot sich ihr sein aufgerichtetes ★ZENSUR★ da. Zu seinem Entsetzen besah sie es wissbegierig und berührte es auch noch mit den langen Nägeln ihrer Klauen. Es schien ihr Interesse an ihm geweckt zu haben.
"Sag, denkst du, dass du gut gebaut bist?", wollte sie von ihm wissen, und überlegte sich, was Menschinnen wohl empfanden, wenn sie ihn hier so sehen würden.
"Ich weiß es nicht", gab er ihr beschämt zu verstehen.
"Antworte mir!", herrschte sie ihn an und es machte ihr Spaß, ihm das Fürchten zu lehren.
"Was gäbe ich darum, dies zu erfahren!", dachte sie sich.
"Eher Mittelmaß", entgegnete er ein wenig ungeduldig und sie schien über seine Antwort nicht ganz zufrieden zu sein.
Sie wolle es endlich selbst wissen. Pfeilschnell stieß ihr mattglänzender Schwanz vor und drang in seinen Schädel ein. Er hörte wie seine Knochen nachgaben und spürte, wie das spitze Ende sich in sein Hirn trieb.
"Was hast du gemacht?", stieß er voll Schmerzen hervor und glaubte, er müsse sterben. Doch er starb nicht. Stattdessen breiteten sich ihre neuralgischen Fasern in seinem Hirn aus und vereinten sich mit den seinen. Er schrie wie am Spieß, und sie brachte ihn zum Schweigen, indem sie einfach seinen Mund zuhielt.
"Still, es hört ja doch keiner!", fauchte sie ihn an und er wurde still.
Zuerst fühlte sie nur wenig, doch als sie sich daran gewöhnt hatte, spürte sie etwas. Zuerst empfand sie nur Angst. Auf einmal waren da noch andere Dinge. Wie bewegte Bilder glitten seine Erinnerungen an ihr vorüber, Erinnerungen an längst vergangene Tage, schöne aber auch schmerzliche. Auch die Bilder, wie er und eine Frau sich liebten, tauchten auf. Nun war sie noch neugieriger geworden.
"Berühr mich!", forderte sie ihn auf.
"Ich soll was?", fragte er und wandte sich angewidert von ihr ab.
"Ich möchte, dass du mich berührst, so wie du eine Menschin berührst!", wiederholte sie herrisch. Gehorsam streckte er die Hand nach ihr aus.
"Wenn ich doch nur einmal wie eine Menschin fühlen könnte!", wünschte sie sich, denn sie konnte seine Berührungen nicht spüren. Außerdem hatte er immer noch Angst vor ihr. Das wollte sie jetzt ändern!
"Ich gefalle dir wohl nicht?", stellte sie fest und spie aus ihren gewundenen Tracheenenden, die aus ihrem Rücken herausragten, ein wenig Brodem. Er nickte.
"Dann muss ich wohl ein wenig nachhelfen", entschied sie kurzerhand und er fürchtete schon, sie werde ihn dazu zwingen. Doch sie kauerte sich zusammen und plötzlich ging eine Verwandlung mit ihr vor: Ihr geschwärztes Gerippe begann sich mit bleicher Haut zu überspannen. Erst war die Haut noch durchscheinend wie dünnes Latex und er konnte ihr dampfendes Gedärm sehen, wie es sich darunter wand. Doch dann wurde die Haut dicker und schließlich war sie so dick, dass sie ganz weißlich schimmerte und von feinen violetten Äderchen durchzogen war. Weibliche Brüste formten sich und ihre sonst so monströsen Geschlechtsorgane wurden kleiner und verschwanden ganz unter der sich bildenden Bauchdecke. Einzig ihre Scham blieb sichtbar. Sogar die Tracheenöffnungen auf ihrem Rücken schwanden und ihre Glieder wandelten sich zu menschlichen Armen und Beinen. Erst zeigten sich Oberarme und Oberschenkel, dann Unterarme und Unterschenkel. Ohne Zweifel, sie wandelte sich zu einer jungen Frau. Selbst feingliedrige Hände und Füße, Finger und Zehen formten sich. Ihr Schwanz begann zu schrumpfen. So zog sie das Schwanzende aus seinem Schädel zurück und die Wunde schloss sich. Schließlich verschwand er sogar ganz und der Allfahrer war erleichtert.
Zu guter Letzt veränderte sich auch noch ihr länglicher, glatter Kopf. Er wurde wie unter starkem Druck zusammengepresst. Ihr Gehirn wurde gestaucht und faltete sich. Die Wandlung war nicht einfach für sie. Sie krümmte sich vor Schmerzen und schlug wild um sich, während sich blässliche Lippen über ihrem sich zusammenziehenden Kiefer bildeten und eine fahlfarbene Nase und Ohren erschienen. Schließlich war ihre Metamorphose zu Ende. Mit ihren farblosen, wässrigen Augen blinzelte sie ihn durch die langen Flechten ihres mondmatten Haares an. Er hatte sich besorgt über sie gebeugt. Sie lächelte noch etwas müde. Die Verwandlung hatte sie geschwächt.
"Gefalle ich dir so etwas besser?", erkundigte sie sich bei ihm. Er nickte und war froh darüber, dass sie ihre ursprüngliche Gestalt nicht mehr besaß.
"Ich möchte, dass du mir nun zeigst, wie Menschen miteinander Liebe machen", fuhr sie forsch nach einer Weile fort.
"Was?", stammelte er entgeistert. "Das kann ich nicht."
"Oh, doch!", erwiderte sie und warf einen Blick auf sein ★ZENSUR★. "Ich glaube schon, dass du das kannst."
Er sah sie verdattert an und plötzlich merkte sie, dass auch er ihr neugierige Blicke zuwarf. Natürlich schmeichelten das ihr, aber andererseits verspürte sie zum ersten Mal in ihrem Leben Scham.
"Was ist? Ist es etwa ungehörig nackt zu sein", fragte sie ihn etwas verunsichert.
"Das nicht", meinte er versonnen. "Aber du bist schön."
Unwillkürlich versuchte sie sich vor ihm zu verbergen. Gleichzeitig wusste sie aber, dass es kein zurück mehr für sie beide gab. Je länger sie nämlich in der Gestalt der jungen Frau steckte, desto mehr sah sie nicht nur aus wie eine Menschin oder fühlte wie eine Menschin, sondern sie wurde eine Menschin.
Er hatte ihre plötzliche Scheu bemerkt und gab ihr seine Sachen zum Überziehen, während er weiterhin fror.
"Du willst also wissen, wie es ist", stellte er fest.
"Ja, ich will", gab sie ihm zu verstehen.
"Gut, dann will ich dich mit mir nehmen", entschied er und hob sie auf. Warum er dies tat wusste er nicht genau. Angst war es jedenfalls nicht, denn seit ihrer Verwandlung fürchtete er sich nicht mehr so vor ihr. Vielleicht war es einfach nur der Zauber, der von ihrer neuen Gestalt ausging.
In seiner Kabine angekommen legte er sie auf seine Liege.
"Findest du mich begehrenswert?", fragte sie ihn, während sie sich in einem Spiegel betrachtete und sich auf der Liege rekelte. Sie fühlte sich wohl in ihrer neuen Gestalt. Er lächelte und machte sich an der Licht- und Temperaturregelung der Unterkunft zu schaffen.
"Aber natürlich bist du begehrenswert", entgegnete er ihr schließlich. "Ich finde dich hübsch."
Sie war jedoch nicht ganz zufrieden damit.
"Mach mich noch schöner, so, wie es Menschinnen zu tun pflegen", bat sie, doch er lehnte ab. Er versicherte ihr, dass sie schön genug sei und wirkliche Schönheit eigentlich von innen käme. Sie gab jedoch keine Ruhe, bis er schließlich nachgab, ihr Haar kämmte und ihr viele kleine Schnecken ins Haar flocht, so wie er es einmal gesehen hatte.
"Wie gefalle ich dir?", wollte sie von ihm wissen.
"Du siehst hinreißend aus!", antwortete er ihr wahrheitsgemäß.
Endlich schien auch sie zufrieden zu sein.
Er setzte sich zu ihr auf die Liege und küsste sie auf die Stirn. Es fühlte sich eigenartig für sie an. Er begann sie richtig gern zu haben. Ihre Gesellschaft tat gut, wenn man sonst so alleine war wie er.
"Mach das noch einmal!", bat sie ihn.
"Was?", fragte er versonnen, während er sie betrachtete.
"Berühr mich noch einmal mit deinem Mund", antwortete sie und er küsste sie abermals. Sie schien es nicht zu kennen.
"Du meinst: Küssen", erklärte er und machte es ihr vor. Es wurde ein besonders zärtlicher Kuss.
"Küssen", wiederholte sie und tat es ihm nach.
"Das ist angenehm", stellte sie fest.
In diesem Augenblick ging der Mond über dem Planeten auf und seine Strahlen tauchten die Station in ein milchiges Licht. Durch die tranzluzenten Wände drang es bis zum Inneren der Unterkunft vor und mit einem Mal bekam ihre sonst so bleiche Haut einen falben Schimmer. Erst zeigten sich einige hellere Sprenkel auf ihrem geflochtenen Haar und ihrem Gesicht. Dann bedeckte das Mondlicht bald auch ihren Körper, ihre Arme und Beine. Er begehrte sie, so wie sie da vor ihm auf der Liege lag. Sie hatte ihre Augen geschlossen und ein ungemeiner Liebreiz ging von ihr aus. Er mochte ihre sanft geschwungenen Augenbrauen, ihre feinen, langen Wimpern, ihr geflochtenes Haar, ihre spitze Nase und ihren sinnlich geschwungenen Mund. Sein Blick glitt tiefer zu ihrem langen Hals, ihren hübschen ★ZENSUR★, die sich unter den Schläuchen seiner Wärmezirkulations-Montur, die er ihr gegeben hatte, abzeichneten, bis hin zu ihrem flachen, nabellosen Bauch.
Er strich ihr über die Wangen, während sie das Gefühl genoss, von ihm berührt zu werden. Schließlich wagte er mehr. Mit laut pochendem Herzen öffnete er die Montur und schob sie ein wenig beiseite. Erst wehrte sie sich ein wenig dagegen. Doch bald war ihr Widerstand dahin und letzten Endes ließ sie ihn gewähren. Und noch mehr. Zu seiner Verwunderung erwiderte sie bald seine Zärtlichkeiten.
"Er ist so sacht zu mir", dachte sie sich. "Er ist so ganz anders, als ich es gewöhnt bin."
[…] ★ZENSUR★ […]
Keuchend sanken sie zusammen ...

Mit einem stummen Schrei erwachte der Allfahrer aus seinem Traum. Sein Lichtstrom-Drehflügler hatte an der Raumstation angelegt. Diese lag in vollkommener Dunkelheit, da sie gerade die der Sonne abgewandte Phase der Planetenumrundung durchlief. In sieben Tagen sollte der Mond aufgehen. Er war am Ziel seiner Reise angelangt.


OST: Nebula VII ♫ Polar Light.
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Nosferatu » Mo Jun 09, 2014 22:47

10. Juni 2014 – Happy Birthday, Nosie!

Anlässlich ihres 345. Geburtstags und angesichts der vielen schaurig-schönen Geschichten im Forum wird es langsam Zeit, dass Nosie zu ihren angestammten Wurzeln zurückkehrt. Daher heißt es nun: NOSIE IS

BACK TO BLACK

Liebe Grüße vom
Golem


OST: Amy Winehouse ♫ Back To Black.
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Furiosa » Di Jun 10, 2014 22:07

10. Juni 2014 - Alles Gute zum Geburtstag, Urania!

Du beweist, dass du mit deinen 2.345 Jahren längst noch nicht zu den Legenden gehörst. :kicher

Ich hoffe es geht dir gut - wo auch immer du gerade bist.

Liebe Grüße vom
Golem


OST: Urania ♫ Vampires.
Sorry for the article!
Scorpions ♫ No One Like You.
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Nosferatu » Sa Jun 14, 2014 14:14

15. Juni 2014 – Die Schule der Vampire
Die Rolle der Nosie übernahm die junge Chris Lohner, österreichische Schauspielerin, Moderatorin und Autorin.

Nosies Onkel, der berühmte und weitgereiste Anthropologe Karl Scharrer, stattete seiner Nichte auf Schloss Schattwald einen unangekündigten Besuch ab. Er zeigte sich sehr ungehalten darüber, in welchem verlotterten Zustand sich Nosie im Augenblick befand.
„Nosie, das geht gar nicht!“, ermahnte er sie. „Dein Verhalten ist einer Vampirin nicht würdig!“
„Aber, Onkelchen“, entgegnete Nosie und versuchte ihren Gevatter um den Finger zu wickeln, doch dieser duldete keine Widerrede.
„Schau dich nur an!“, ärgerte sich Karl Scharrer und zerrte seine Nichte vor den Spiegel. „Dein Zustand ist besorgniserregend: Du trägst Kleidung in hellen, freundlichen Farben, dein Make-up ist auffallend frisch und jugendlich und das Allerschlimmste: Du meidest die Sonne nicht und hast ein Spiegelbild! Außerdem wirst du von Tag zu Tag hübscher. Das darf nicht sein. Genauso wenig wie dein nettes, zuvorkommendes Wesen, das du im Moment an den Tag legst. Nichte, du wirst Nachhilfe in Sachen Vampirsein nehmen müssen!“
„Och, nö, Onkelchen!“, wehrte sich Nosie.
„Doch, doch!“, bekräftigte Karl Scharrer und Nosie wusste ganz genau, dass ihr Onkel keinen weiteren Widerspruch dulden würde.
„Ich nehm dich mit in die Stadt (Wien)“, entschied er. „Dort wirst du die renommierte Schule der Vampire besuchen.“
„Aber, Onkelchen, ich bin doch schon 345 Jahre alt“, versuchte es Nosie ein letztes Mal. „Außerdem fühle ich mich wohl wie schon lange nicht mehr.“
„Nichts da,
Blutzähnchen! Meine Freundin, die Gräfin Karnstein, wird sich freuen, dir etwas Vampirsein beibringen zu können!“, entschied Karl Scharrer und Nosie ging packen. Es behagte ihr gar nicht, noch einmal die Schulbank drücken zu müssen.


OST: Depeche Mode ♫ Black Celebration.
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Nosferatu » Do Jun 19, 2014 10:43

22. Juni 2014 – Mohnwiesen I
Der Onkel brachte Nosie mit dem Automobil nach Wien. Irgendwie hatte Karl Scharrer ein Faible für
Blutjob-Artefakte. Daher die Fahrt mit dem KFZ. „Blutjob“ nannten die Vampire etwas abfällig alle Nicht-Vampire. Die Schule selbst lag im zweiten Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt – genauer gesagt im Augarten. Der Augarten ist ein 52,2 ha großer, öffentlicher Park mit der ältesten barocken Gartenanlage Wiens. In dem Park stehen unter anderem auch zwei der sechs Wiener Flaktürme. Zu den Flaktürmen gehören ein halbes Dutzend große, aus Stahlbeton errichtete Abwehr- und Schutzbauten, die in den Jahren 1942 bis 1945 als riesige Luftschutzanlagen mit aufmontierten Flugabwehrgeschützen und Feuerleitanlagen in Wien erbaut wurden. Solche oberirdischen Schutzräume nennt man auch Hochbunker. Und im Gefechtsturm Augarten befand sich seit dem Ende des Krieges die Schule der Vampire. Gräfin Karnstein, die Schulleiterin, hatte das so entschieden, da der Flakturm nun nicht mehr gebraucht wurde. Das Innere des Turms war für Vampire gerade zu ideal: Durch die dicken Wände gab es jahrein jahraus keine Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Und weil die Türme fensterlos waren, drang auch kein Tageslicht ins Innere vor. Hinzu kam noch, dass die Türme in der Wiener Bevölkerung als unbewohnbar galten. Man war also unter sich. Einzig das Vorhandensein von Mohnwiesen vor dem Bunker verriet Eingeweihten, dass Vampire anwesend waren.

OST: The Wizard of Oz ♫ Poppies.
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Nosferatu » Fr Jun 20, 2014 16:32

22. Juni 2014 – Mohnwiesen II
Die Rolle der Gräfin Karnstein übernahm Stoya.

Vampirschulen gab es einige, die auf der ganzen Welt verstreut lagen. Jedes Land hatte seine eigene. Die für die Republik Österreich war in Wien, die für die Bundesrepublik Deutschland in Berlin usw. Natürlich konkurrierten alle Schulen miteinander. Jede Schule wollte die Weltbeste sein. An sich war das jedoch völliger Unsinn. Genauso wie jedes Land hatte auch jede Schule ihre Eigenheiten. Das besondere an der Vampireschule in Wien war, dass sie von einer Frau geleitet wurde. Vampire waren da noch immer etwas konservativ und längst hatte sich nicht überall die Frauenquote durchgesetzt. Das Besondere an der Gräfin Carmilla Karnstein*) – sie stammte wie ihre
Blutjob-Freundin Gräfin Besenhazy aus einem uralten, österreichisch-ungarischen Adelsgeschlecht – war, dass sie wie unsere Nosie eine Spiegelseele besaß. Über Spiegelseele habe ich schon einmal am 2. Februar d. J. geschrieben. Außerdem litt die Gräfin ähnlich wie Nosie an ihrem blendend-jugendlichen Aussehen. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich alles weiterentwickelt. Nachdem Nosie aufs freundlichste von der Gräfin begrüßt wurde, zeigte sie Nosies Onkel und ihr die Räumlichkeiten. Da es mitten am Tag war, waren sie dabei völlig unbehelligt. Fast war Nosie ein wenig enttäuscht darüber, dass die Tische und Stühle in den Unterrichtsräumen so klein waren. Wie sollte sie sich da setzen können? So jung war sie nun wirklich nicht! Die Gräfin sagte dazu nichts und schmunzelte nur.


OST: Falco ♫ Wiener Blut.

*) Seit dem Adelsaufhebungsgesetz (1919) existiert das Recht zur Führung des Adelszeichens „von“ in Österreich nicht mehr.
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Nosferatu » Sa Jun 28, 2014 15:30

29. Juni 2014 – Die Klasse
Nach dem Buch „Die Kleine Schule der Vampire“ von dem Autor Jackie Niebisch.

Kommen wir zu einer Besonderheit an Vampirschulen: Sobald die Schüler – egal, wie alt sie waren – unterrichtet wurden, wurden sie alle wieder jung. Das blieben sie solange, bis sie die Schule nach dem Abschluss wieder verließen. Das hatten die Obervampirräte so entschieden, um irgendwelchen Benachteiligungen aufgrund unterschiedlicher Altersklassen vorzubeugen. Eine sehr schöne Lösung, wie nicht nur ich finde. Das erklärte auch, warum Nosie nur kindgerechte Tische und Stühle in den Unterrichtsräumen gesehen hatte. Außerdem waren die Klassen sehr klein. So konnte sehr effizient innerhalb nur kurzer Zeit Wissen vermittelt werden.
Außer Klein-Nosie, die zu Österreichs altem Vampiradel gehörte und deren bürgerlicher Name Nosie Scharrer war, besuchten drei weitere Vampiradepten die Klasse: Zwei Jungs, Drahdinetrum (dt. Dreh dich nicht ‘rum) und der Westbahn-Kurti, sowie ein weiteres Mädchen, das alle nur „Die Håbergoaß“ nannten. Drahdinetrum und der Westbahn-Kurti waren von niederer Geburt; gehörten also nicht zum Adel. Drahdinetrum hieß eigentlich Johann Hölzl und wollte später einmal Musiker oder Kommissar werden. Die Familie von dem Kurti biss ihre Opfer vornämlich auf der alten Westbahn, einer Hauptbahn in Österreich, die von Wien über St. Pölten und Linz nach Salzburg führt. Die Håbergoaß gehörte wie Klein-Nosie zum alten Vampiradel. Ihre Vorfahren hatten schon früh die Bauern und das Vieh auf den Feldern und den Weiden ausgesaugt. Der Håbergoaß wuchsen lange Hörner aus dem Hirnkasten und ihr spöttisches Meckern ließ einem das
Blut in den Adern gefrieren.


OST: Falco ♫ Der Kommissar.
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Nosferatu » Sa Jul 05, 2014 15:45

6. Juli 2014 – Der Westbahn-Kurti
Der ewig-junge, österreichische Conférencier Heinz Conrads übernahm Kurtis Rolle.

Der Westbahn-Kurti war ein lieber, netter Junge – wohlerzogen und stets sehr zuvorkommend. Eigentlich war er so, wie man es von einem nichtadligen Vampir nicht gerade erwartete. Seine Eltern, seine Familie, waren allesamt Proleten. Wer schon einmal die österreichische Fernsehserie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ gesehen hat, weiß von was ich schreibe. Allerdings hatte der Westbahn-Kurti ein ganz anderes Problem: Er konnte kein
Blut sehen. Das war natürlich für einen Vampir fatal: Wann immer irgendwo Blut zu sehen war, fiel der zartbesaitete Vampir in Ohnmacht. Das ging gar nicht, fanden Kurtis Eltern und schickten das vermeintliche Seicherl in die Vampirschule, auf dass er dort den Umgang mit der kostbaren Körperflüssigkeit lerne. Die Psychologin der Schule, Frau Dr. Tamara Blitzgneißer, führte anfangs ohne Erfolg verschiedene Tests mit dem Kurti durch. Sobald ES spritzte oder floss, kippte der Kurti um. Das gesamte Lehrerkollegium stand vor einem Rätsel: Wie konnten sie dem Bub seine Aversion nehmen? Er war eine Schande für das gesamte Vampirtum. Ratlosigkeit machte sich breit. An der Farbe des Lebenssaftes lag es jedenfalls nicht, denn der Kurti aß für sein Leben gern Ribiselmarmeladenbrote.


OST: Ostbahn-Kurti und die Chefpartie ♫ Na, So Wirst Ned Oid.

P. S. Ja, was! Von wem wird der Kurti verfolgt?
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von pbfox » Sa Jul 05, 2014 20:00

Servus Nosi,

ich liebe deine Geschichte :great :zehn .
Nosferatu hat geschrieben:P. S. Ja, was! Von wem wird der Kurti verfolgt?
vom "Boandlkramer" würde ich mal sagen - auch eine interessante Wendung...

Die Vorstellung á la Scheibenwelt dürfte dann so ausfallen: "HALLO!" ...

LG :kavalier

Manfred
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Nosferatu » Sa Jul 12, 2014 14:19

13. Juli 2014 – Drahdinetrum, oder: Muss ich denn sterben, um zu leben?
Falco R. I. P.

Drahdinetrum hatte ein ganz anderes handicap: Beim Einschulungstest bat man den Bub, er solle doch einen Himmelskörper auf der Tafel skizzieren, der allen Vampiren Leben spendet. In der irrigen Meinung Drahdinetrum würde das schon richtig machen und den Erdtrabanten zeichnen, drückte man ihm ein Stück Kreide in die Hand. Das war nun wirklich nicht schwer, oder? Der Bub zögerte nicht lange und legte sogleich los. Die Prüfer wurden noch bleicher als sie ohnedies schon waren, als sie mitbekamen, WAS Drahdinetrum da zeichnete! Zuerst hatten sie gehofft, dass er einen besonders fetten Vollmond auf die Tafel brachte. Doch als der Bub noch Strahlen an seinem Himmelskörper anfügte, wurde ihnen klar, dass er die Sonne als Lebensspenderin gemalt hatte. Das
Blut gefror der Prüfungskommission in den Adern. Das ging gar nicht!

Armer Drahdinetrum! Er hatte es in seinen Leben nicht immer einfach gehabt. Johann Hölzl kam als einziger Überlebender von Drillingen in Wien zur Welt. Er lebte, nachdem der Vater die Familie nach Johanns Geburt verlassen hatte, mit seiner Mutter und der Großmutter in der Donaustädter Wohnanlage Trabrenngründe. Schon früh zeigte sich sein ausgeprägtes musikalisches Talent. So lernte er schnell Schlager auswendig, die im Radio gespielt wurden. Zu seinem vierten Geburtstag bekam er einen Stutzflügel geschenkt, ein Jahr später einen Plattenspieler. Im Alter von fünf Jahren wurde ihm bei einem Vorspieltermin am Wiener Musikverein ein absolutes Gehör bescheinigt. So war es nicht weiter verwunderlich, dass er bei den Wiener Sängerknaben im Palais Augarten aufgenommen wurde. Zum Vampir wurde Drahdinetrum bei einem Autounfall auf der Straße zwischen den Städten Villa Montellano und Puerto Plata in der Dominikanischen Republik. Bei der Ausfahrt vom Parkplatz der „Turist Disco“ rammte der Reisebus der Wiener Sängerknaben einen Geländewagen. Dabei wurde Drahdinetrum lebensgefährlich verletzt. Einer der örtlichen Rettungskräfte – selbst ein Vampir – hatte Mitleid mit dem Bub und biss ihn.


OST: Falco ♫ Out Of The Dark (Into The Light).

P. S. @Manfred: :oops .
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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Knusperkeks » Sa Jul 12, 2014 22:08

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Re: Die KLICKYWELT-Regatta 2014 - Ein Käfig voller Narren

Beitrag von Nosferatu » So Jul 20, 2014 10:49

20. Juli 2014 – Die Håbergoaß
Die unvergessene österreichische Radio- und Fernsehmoderatorin Brigitte Xander († 2008) schlüpfte in die Rolle der Håbergoaß.

Ich kann mich noch gut erinnern an eine Zeit, da wurde unartigen Kindern mit der Håbergoaß gedroht: Die gräss­liche Håbergoaß werde einen holen und in ihrer Zistl auf dem Buckel (einem Tragekorb, der früher bei Bauern üblich war) mit sich fortnehmen.

Die Håbergoaß in Nosies Vampirklasse war die 69te in einer langen Generationenfolge und eine ganz Besondere: Vampirkinder wurden normal geboren, d. h. weder ihre Eltern noch sie selbst waren zum Zeitpunkt der Geburt Vampire. So sorgte man dafür, dass die Noch-Nicht-Vampire frühestens nach der Geburt ihres ersten Kindes gebissen wurden. Diesen Initiationsritus nannte man die
Bluttaufe (engl. crimson coronation). So wollte man die Unfruchtbarkeit der Vampire umgehen und dafür sorgen, dass ausreichend Nachkommenschaft gezeugt wurde. In unsicheren Zeiten gab es oft Ausnahmen von dieser Regel. In ruhigeren Zeiten wurden diese Vorgaben für gewöhnlich eingehalten. Die Håbergoaß und Drahdinetrum waren solche Ausnahmen. Wir erinnern uns: Drahdinetrum war als Jugendlicher – noch vor dem Stimmbruch – gebissen worden. Und die Håbergoaß war erst neun Jahre alt gewesen, als sie zur Vampirin wurde. Das war natürlich fatal: Vor der Erlangung der Geschlechtsreife waren die beiden zu Vampiren worden. Damit waren sie ewig Kinder, die niemals erwachsen werden sollten. Unsere Håbergoaß war eine sehr gelehrige und fleißige Schülerin. Mit äußerster Präzision ging sie vor und war damit Herrin über Leben und Tod. Innerlich reifte sie zur Frau – gefangen in dem Körper einer Neunjährigen. Ein wenig tröstlich war indessen, dass sie eine jüngere Schwester hatte. So starb das alte Adelsgeschlecht zumindest nicht aus.


OST: Ludwig Hirsch ♫ Komm, Großer Schwarzer Vogel.
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