benbey hat geschrieben: Samstag 8. August 2026, 22:56
ajbrehm hat geschrieben: Samstag 8. August 2026, 17:38
Vielleicht spricht aus mir nur die Nostalgie, aber ich denke, Playmobil wuerde es besser gehen und mehr Kinder wuerden damit spielen wollen, wenn es wieder die Produktpalette von um 1980 gaebe, mit Stadt, Ritter und Western samt Eisenbahn.
Nun, Du vergisst, es ist eine komplett andere Zeit heute, mit anderen Genren, die im Fernsehen, Kino oder auf Social Media kommen. Es laufen keine Piraten-, Western- oder Ritterfilme mehr wie damals in unserer Kindheit in den 1970ern und 80ern von morgens bis abends. Diese Themen sind schon länger out.
Spielzeug muss aktuellen Trends und der Welt in der wir gerade leben gerecht werden.
Ich halte es für wenig sinnvoll, thematisch auf eine bestimmte Epoche hinzuweisen. Es liegt auf der Hand, dass viele von uns viel Spaß beim Spielen mit den großartigen alten Western-Sets hatten, aber dieses Thema findet heute keinen Anklang mehr.
Es ist sinnvoller, darüber nachzudenken, WAS man mit diesen Themen alles machen könnte, und dabei fällt mir auf, dass man damit weitaus mehr anstellen könnte als mit dem heutigen PLAYMOBIL.
Da ist zunächst einmal der Rollenspiel-Aspekt, den PLAYMOBIL auch heute noch anerkennt, obwohl man ihn mittlerweile in ein Modewort verpackt: „Storytelling“ – und so tut, als würden Kinder tatsächlich Geschichten erfinden, in denen der Prinz von einem mutigen Piraten vor einem wütenden Dinosaurier gerettet wird. Es ist dieselbe Vorstellung von Storytelling, die den PLAYMOBIL-Film zum Scheitern gebracht hat, da sie hauptsächlich in den Köpfen der Marketingleute existiert.
Zweitens war PLAYMOBIL ein "Worldbuilding" Werkzeug. Sowohl Steck als auch System-X waren Systeme, die viel Kreativität beim Zusammenbauen von allem ermöglichten, was man brauchte, um das Abenteuer des Tages zu spielen. Die Themenreihen umfassten eine breitere Produktpalette, sodass man auch ohne individuelle Anpassungen effektiv ein ganzes Western-Dorf oder eine komplette mittelalterliche Stadt erschaffen konnte. Das Erschaffen von Spielwelten ist so gut wie verschwunden; es gibt heute Fassaden und Platzhaltergebäude, aber nichts mehr, was man noch als offenes Bausystem bezeichnen könnte.
Ein dritter Aspekt ist, dass PLAYMOBIL stets innovativ war: Das Unternehmen erweiterte die Marke kontinuierlich um neue Themen und Bereiche, die es zuvor noch nicht erschlossen hatte – echte Neuheiten, die es so noch nie gegeben hatte und die stets neue Möglichkeiten und Abenteuer eröffneten. Damit ging ein Risiko einher, und manchmal verkauften sich die Themen nicht, doch manchmal wurden sie zu solchen Hits, dass die Fabriken mit der Nachfrage einfach nicht Schritt halten konnten. Heute ist das Unternehmen so risikoscheu, dass gute neue Ideen bereits sterben, bevor die ersten Entwicklungsbesprechungen überhaupt stattfinden. Der Preis dafür ist jedoch, dass sich die Marke nicht mehr lebendig anfühlt.
Schließlich ist da noch die Sammelbarkeit. Früher bedeutete Sammelbarkeit, dass man neue Sets kaufte, um seine Möglichkeiten zu erweitern, um das Spiel zu bereichern. Heute gleicht Sammelbarkeit eher dem Pokémon-Motto „Du musst sie alle sammeln“; man sieht das bei Figuren oder den Fußball-Serien, aber es trägt nicht wirklich zu einem besseren Spielerlebnis bei – man hat einfach nur mehr Zeug, und daher ist der Reiz sehr kurzlebig.
Und diese vier Elemente spiegeln sich in den frühen 80er Jahren, den späten 90er Jahren oder im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts wider – es geht dabei weniger um die spezifischen Themen, die damals geschaffen wurden, sondern vielmehr darum, wie man sie angegangen ist und was man damit machen konnte.