moin,
DarthVader hat geschrieben:Ihn als Terroristen zu bezeichnen geht mir (als Linkem) aber gehörig gegen den Strich
Der Genosse war ein Revolutionär!
Wie Drew schon schreibt:
Drew hat geschrieben:Je nach Perspektive war er a) Revolutionär oder b) Terrorist.
Revolutionäre & Terroristen sind ein und dasselbe.
Damals wie heute heißen solche Leute bei ihren Sympathisanten Revolutionäre (und nennen sich auch meist selbst so - Revolutionäre für/gegen "XXX" - irgendwas eben)- und bei ihren Gegnern Terroristen.
Mao Dse Dong hat auch als Revolutionär angefangen, so wie Fidel Castro, Lenin, Gaddafi, Robert Mugabe und viele andere vor und nach ihnen auch, und ALLE haben auf ihrem "gerechten" Weg zur Macht massenhaft Leute umgebracht - und ALLE endeten als Diktator (und haben dann noch mehr Leute umgebracht, verfolgt, unterdrückt oder gar gefoltert bzw. foltern lassen) - oder vorzeitig im Grab.
Auch Osama bin Laden kann man mit Fug & Recht als Revolutionär bezeichnen - nur weil sich die Mittel & Methoden des "revolutionären Kampfes" geändert haben, oder er vor seinem "Karriereziel" ins Gras beißen mußte, heißt das nicht, daß er (und/oder seinesgleichen) bei seinen Sympathisanten nicht auch als Revolutionär gilt - und die Gegner nennen ihn wie üblich einen Terroristen ...
DarthVader hat geschrieben:Aber den Che zum modernen Militär zu zählen und ihn deshalb aus dem Forum zu schmeißen wäre auch falsch.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Obwohl auch ich mit manchen der IDEEN Che Guevaras sympathisiere (gerechtere Welt und so - NICHT jedoch mit seinen Methoden), und auch mal sein Poster an der Wand hatte & den Stern an der Baskenmütze, halte ich ihn dennoch im Forum für deplatziert.
Was kommt dann als nächstes? Lenin? Mao? Castro? Gaddafi? Mugabe? Bin Laden?
Nicht, weil er (bzw. sie) möglicherweise zum modernen Militär zählt (zählen), sondern, weil solche Figuren der Zeitgeschichte einfach auch kritischer betrachtet werden müssen (als es ein Playmobil-Custom in seiner plakativen Einfachheit zuläßt).
Im speziellen Falle Che Guevaras:
Als die Revolution in Kuba "gesiegt" hatte, und er an den Hebeln der Macht saß und tatsächlich etwas verändern HÄTTE KÖNNEN, hat er sich, als die politischen Schwierigkeiten zum Alltag wurden & sich Differenzen mit Castro auftaten, lieber in den kongolesischen & bolivianischen Urwald verzogen um "die Revolution weiterzutragen" (= weiter rumballern zu können), ist dort letztendlich erschossen worden und somit zum revolutionären "Helden/Märtyrer" geworden - anstatt mit den Mitteln der Politik zäh & mühsam etwas in dem Land zu verändern, das er soeben "befreit" hatte (wobei er nebenbei zahlreiche Todesurteile höchstpersönlich verhängt & z.T. auch selbst vollstreckt hat - also im Prinzip keinen Deut besser war, als das Batista-Regime, das er bekämpft hatte).
edit: Siehe auch luipolds Beitrag direkt oberhalb von diesem.
Ein echter Revolutionär erweist sich aber m.E. auch (oder erst) nach dem sogenannten "bewaffneten Kampf" in der politischen Realität. Vor dieser wie "Che" einzuknicken und sich lieber wieder als Berufsrevoluzzer in den revolutionären Sandkastengrabenkampf zu begeben, finde
ich persönlich nicht (mehr) so heldenhaft ...
(man wird älter ... )
Wie wäre es statt dessen mal mit einem Custom von Nelson Mandela ...
(OK - ich seh's ein - der trägt keine Waffen ...
)
Michail Gorbatschow ?
(Glasnost hat mehr verändert, als alle Che Guevaras der Welt zusammen - nicht zuletzt z.B. auch für Deutschland ... OK - trägt auch keine Waffen ...
)
Wissenschaftliche Revolutionäre? Darwin? Kopernikus? Galilei?
(Mist - schon wieder alles keine Waffenträger ...
)
PS:
Trotz allem ein gelungenes Custom.

Hasta la victoria siempre. Venceremos!
