Die KLICKYWELT-Rallye 2026: AUF GROSSER KAFFEEFAHRT 2 - Immer Ärger mit Mimi

Die Rennen und Regatten in der KLICKYWELT.

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Die Osebergs
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Re: Die KLICKYWELT-Rallye 2026: AUF GROSSER KAFFEEFAHRT 2 - Immer Ärger mit Mimi

Beitrag von Die Osebergs » Freitag 1. Mai 2026, 19:30

Morgen sind wir auf dem Geburtstag meiner Ziehtochter.
Möglich das Igor es nicht schafft hier zu sein.
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Kerstin2
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Re: Die KLICKYWELT-Rallye 2026: AUF GROSSER KAFFEEFAHRT 2 - Immer Ärger mit Mimi

Beitrag von Kerstin2 » Freitag 1. Mai 2026, 19:32

Die Osebergs hat geschrieben:
Freitag 1. Mai 2026, 19:30
Morgen sind wir auf dem Geburtstag meiner Ziehtochter.
Möglich das Igor es nicht schafft hier zu sein.
Familie hat immer Prio 1! :knuddel3

Viel Spaß! :dance1
Bleibt gesund! :kleeblatt
Kerstin
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Fischkopp Claas
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Re: Die KLICKYWELT-Rallye 2026: AUF GROSSER KAFFEEFAHRT 2 - Immer Ärger mit Mimi

Beitrag von Fischkopp Claas » Freitag 1. Mai 2026, 22:20

Flatterfee hat geschrieben:
Freitag 1. Mai 2026, 19:15
"... half past three in the evening" - ?
Wie soll ich DAS bitte in unserem DeLorean einstellen?
:gruebel
Natürlich mit ganz viel Gefühl, liebe Flatter. So wie alles was Du tust. :kicher :knuddel3

LG Claas :kavalier
Exegi monumentum aere perennius Horaz
Ein Denkmal schuf ich, dauerhafter als Erz.

Ein Fisch sie zu knechten... :lol Fischkopp Claas
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Antler
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Re: Die KLICKYWELT-Rallye 2026: AUF GROSSER KAFFEEFAHRT 2 - Immer Ärger mit Mimi

Beitrag von Antler » Freitag 1. Mai 2026, 22:54

Ihr Lieben!

Vielen Dank für den Hinweis: So besser?

Wedding.jpg
Bild: Privat + ChatGPT.

Come as you are
Antler

OST: Pet Shop Boys ♫ It's A Sin (1987).
I've crossed oceans of Time to find you.
OST: Dzö-nga ♫ To The Great Salt Water.
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Antler
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Re: Die KLICKYWELT-Rallye 2026: AUF GROSSER KAFFEEFAHRT 2 - Immer Ärger mit Mimi

Beitrag von Antler » Samstag 2. Mai 2026, 21:46

Mimi erzählt:
Espresso № 9
SPUA DI
SPÜRE DICH

Mercer Island, 14.–21. September 1987

Voaspü: Am 12. Juni 1987 hält US-Präsident Ronald Reagan eine berühmte Rede vor dem Brandenburger Tor, in der er den sowjetischen Regierungschef Michail Gorbatschow auffordert, die Berliner Mauer zu öffnen:

+++ REAGAN TO GORBACHEV: TEAR DOWN THIS WALL +++

Und noch eine gute Nachricht erreicht uns im Juni. Edda und Gianni wollen heiraten, und Mum schlägt Seattle als Ort für die Hochzeit vor. Sofort beginnt sie mit den Planungen. Für Edda muss alles perfekt sitzen. Die Einladungen gehen kurz darauf raus.

In diesen Tagen krame ich wieder in meinen alten Schuhschachteln. Darin liegen Dinge aus Wien, von denen ich früher dachte, sie würden irgendwann weniger bedeuten. Tun sie aber nicht. Kinokarten. Ein Foto. Und Antlers Rotklee-Brief. Ich habe ihn lange nicht gelesen. Jetzt liegt er plötzlich auf meinem Bett, während alle fragen, was ich nach dem High-School-Abschluss machen will.

Chris ist inzwischen achtzehn und längst mehr sie selbst, als andere ihr zugestehen. Für mich ist sie Chris. Meine Chris, wenn ich an sie denke. Die Frau, bei der ich schon als Kind weich wurde und offenbar jeden Anstand vergesse. Ich nehme mir fest vor, mich erwachsen zu benehmen. Das ist sehr optimistisch.

Die Gäste reisen ein paar Tage früher an. Wegen Jetlag, sagt Mum. Wegen der Hochzeit, sagt Edda. Wegen meines 18. Geburtstags, sagt Oma Maria. Ich finde, wenn drei Erwachsene drei gute Gründe haben, wird meistens noch ein vierter versteckt.

Föd 1: Ich freue mich darauf, alle wiederzusehen. Am meisten jedoch auf Oma Maria und Herrn Horak. Und natürlich auf Chris. Wir schreiben uns zwar regelmäßig, aber das ist nicht einmal annähernd dasselbe. Außerdem habe ich ein schlechtes Gewissen wegen Ira. Irgendwie fühle ich mich Chris gegenüber treulos.

Oma Maria, Herr Horak, Eddas Mutti Frieda, Edda, Chris, Papa, Karla, Sissi und Elfi kommen mit der gleichen Maschine in Seattle an. Das gibt ein Riesenhallo am Flughafen. Koffer, Umarmungen, viele Stimmen. Als Oma Maria mich umarmt, merke ich, wie leicht sie geworden ist. Nachdem ich alle anderen begrüßt habe, ist Chris zuletzt dran.

Zunächst soll das möglichst unauffällig wirken ... Wie begrüßt du Chris tatsächlich? Würfle.

und - Anständig: Du nimmst sie in den Arm. Nicht zu lange. Nicht zu kurz. Gerade lange genug, dass alle sehen, dass ihr euch mögt. 3 M&C's für dich.
und - Gefährlich: Du küsst sie auf den Mund. Nur kurz. Nur scheinbar harmlos. Danach trägt Chris deinen Lippenstift und du ihren. Niemand sagt etwas. Nun ja. 1 Feld vor.
und - Hemmungslos: Du fällst über sie her. Nicht elegant. Nicht diskret. Nicht einmal besonders erwachsen. Chris fängt dich auf, weil sie dich kennt. Nicht schlecht! 3 M&C's und 1 Feld vor.

Föd 2: Das RUSKIN HOUSE ist ein altes Bed & Breakfast auf dem Capitol Hill, inhabergeführt von Gareth und Matthew. Dort nächtigen alle auswärtigen Hochzeitsgäste und auch das Brautpaar. Edda besteht darauf, dass Gianni und sie vor der Hochzeit zwei getrennte Zimmer bekommen. Beim Frühstück tröstet Matthew Gianni, der nicht verbannt worden ist, sich aber trotzdem so fühlt.

Wir fahren mit zwei Autos: Mum und Ash im weißen Mercedes-Benz-Kabriolett HOT STUFF, Cat, Gretchen und ich im schwarzen Dodge Charger SPAWN. Eddas Mutti Frieda unterhält sich mit Tito. Giannis Mamma Livia hat einen Narren an Modoaldo gefressen. Papa redet mit Ash, Mum mit der Parohy und die vier Mädchen sind schnell eine kleine Gruppe für sich. Ich halte mich derweil an Oma Maria und Herrn Horak.

Nach dem Frühstück stellst du Chris Tito und Modoaldo offiziell vor. Wie machst du das? Würfle.

und - Harmlos: Du sagst: "Das ist Chris. Wir kennen uns, seit wir klein sind." Das stimmt zwar. Es ist aber nur die halbe Wahrheit. Tito nickt, als hätte er den Rest trotzdem gehört. Du erhältst 3 M&C’s.
und - Eindeutig: Du sagst: "Das ist Chris - meine Freundin." Tito hebt eine Augenbraue. Modoaldo begrüßt sie förmlich, als hätte er schon alles verstanden. Chris wird rot. Du nicht. Na los. 1 Feld vor.
und - Unrettbar: Du sagst: "Das ist Chris - meine Traviata." Tito lacht leise. Modoaldo sieht dich streng an, aber seine Mundwinkel verraten ihn. Chris nimmt deine Hand. Damit ist die Sache auch nicht besser geworden. Aber dein Konto bessert sich auf: 3 M&C's und 1 Feld vor.

Föd 3: Das PEACOCKS ON BROADWAY - ein Schönheitssalon der etwas and3ren Art - liegt ebenfalls auf dem Capitol Hill. Ich liefere alle dort ab. Das ist mein Beitrag zur Brautvorbereitung. Edda bekommt einen Stuhl zentral vor dem großen Spiegel. Die Parohy steht hinter ihr, als hätte sie alles persönlich überprüft. Mum fachsimpelt mit dem Chef über Rouge. Giannis Mamma Livia widerspricht sofort. Eddas Mutti Frieda mischt sich ein - auf ihre Art. So, dass trotzdem alle wissen, was sie meint.

Cat, Gretchen, Sissi und Elfi bekommen Limonade – so viel sie wollen. Tito behauptet, er müsse Eddas Mutti Frieda seelisch betreuen. Modoaldo wird von Giannis Mamma Livia am Arm genommen. Dann sind Oma Maria, Oma Frieda, Herr Horak, Chris und ich für eine Weile nicht mehr im vorderen Salon. Tito und Modoaldo übrigens auch nicht. Später fragt jemand, wo wir gewesen sind.

Mit welcher Ausrede erklärst du euer Verschwinden? Würfle.

und - Frischluft: Du sagst, Oma Maria und Oma Frieda hätten kurz frische Luft gebraucht. Herr Horak sei mitgegangen. Chris und du hättet sie begleitet. Tito sei dazugekommen, weil er aufmerksam ist. Modoaldo habe angeblich nach Tito gesehen. Das klingt vernünftig, aber sieben auf einmal. Also glaubt es niemand ganz. Immerhin 3 M&C's.
und – Besorgungen: Du sagst, ihr hättet noch etwas für die Hochzeit besorgen müssen. Etwas Kleines. Etwas Wichtiges. Etwas, das ohne euch sicher gefehlt hätte, aber nachher natürlich niemand mehr genau benennen kann. "Zu siebt?", fragt Ash. "Es war nicht einfach", sagst du. Chris hustet. 1 Feld vor.
und - Hinterzimmer: Du sagst, im Hinterzimmer habe es ein mittleres Problem gegeben. Mit einem Reißverschluss. Oder mit dem Sicherungskasten. Oder mit der Kaffeemaschine. Du bist dir selbst nicht sicher, welche Lüge du gerade erzählst. Tito nickt ernst. Modoaldo sieht aus, als würde er dir niemals widersprechen. Oma Maria sagt nichts. Oma Frieda auch nicht. Das macht die Sache endgültig unglaubwürdig. Egal! Der Würfel liebt dich und du erhältst 3 M&C's und rückst 1 Feld vor.

Föd 4: Als wir auf Mercer Island ankommen, stehen Stühle mitsamt cremefarbenen Blumenarrangements und Hussen auf dem Deck in Reihen. Ash hat sie dort aufgestellt, Mum hat sie korrigiert. Dann hat Ash sie wieder ein wenig schief gerückt, damit es nicht aussieht wie in einem Hochglanzmagazin.

COME AS YOU ARE hätte das Motto der Hochzeit lauten können. Chris trägt Ecru und ich Zartrosa. Neben ihr komme ich mir vor wie ein schlechtes Omen mit gutem Benehmen. Als Edda kommt, wird es still. Sie sieht aus wie Edda — nur reiner und heller. Mum sieht sie an, und Edda sieht zurück wie auf dem Foto.

Ich weiß: Ihre Liebe wird nie vergehen. Vielleicht, weil sie frei von Besitz ist. Vor der Trauung wendet sich Mary M. Migdal, Friedensrichterin von King County, mit ein paar Worten an uns. Ein Bund ist keine Ordnung. Ein Bund ist eine Entscheidung. Manchmal auch schlicht eine Zumutung.

Danach kommt die eigentliche Trauung. Das Ja. Der Kuss. Das Unterschreiben der Urkunden. Das Anschneiden der Hochzeitstorte. Unterm Strich: Was tust du, als Chris beim Jawort deine Hand nimmt? Würfle.

und – Gefasst: Du drückst ihre Hand nur kurz. Gerade so, dass Chris es spürt. Für alle anderen sieht es aus wie Rührung über Edda und Gianni. Das ist praktisch. Und gelogen. Hast du die 3 M&C's wirklich verdient?
und – Ertappt: Du hältst ihre Hand zu lange. Als du es merkst, lässt du los. Chris nicht sofort. Oma Maria sieht es. Oma Frieda auch. Keine der beiden sagt etwas. Das macht es schlimmer. Rücke 1 Feld vor.
und – Unrettbar: Du verschränkst deine Finger mit ihren. Nicht auffällig. Nicht heimlich genug. Chris sieht dich von der Seite an, in Ecru und viel zu ruhig. Du schaust stur nach vorne, als wäre Eddas Trauung schuld daran, dass du jede Fassung verlierst. Ja, ja. 3 M&C's und 1 Feld vor.

FÖD 5: Zum Essen fahren wir ans Wasser, ins KIKISOBLU at Salmon Bay. Durch die Fenster sieht man Boote, Möwen und dieses silbrige Seattle-Licht, das alles viel freundlicher macht. Edda und Gianni sitzen nebeneinander, als müssten sie sich erst daran gewöhnen, es jetzt offiziell zu dürfen. Unter dem Tisch hält er ihre Hand. Natürlich sehen trotzdem alle hin.

Mary M. Migdal isst mit. Das fällt mir erst auf, als ich ihre Tischkarte sehe. Friedensrichterinnen verschwinden nach Trauungen normalerweise wieder. Dachte ich jedenfalls. Diese nicht. Gianni hat darauf bestanden. Wer uns traut, bekommt auch etwas zu essen. Das klingt nach Gianni. Ernst, höflich und ein kleines bisschen unmöglich.

Die Stimmung könnte nicht besser sein. Cat, Gretchen, Sissi und Elfi bilden eine eigene Tischgesellschaft. Giannis Mamma Livia hat Modoaldo endgültig adoptiert. Oder er sie. Eddas Mutti Frieda sitzt zwischen Tito und Chris und wird von beiden so liebevoll beschäftigt, dass sie kaum dazu kommt, streng zu werden. Oma Maria lacht leise, wenn sie Herrn Horak etwas auf den Teller legt.

Nach dem Essen dankt Gianni allen. Dann dankt er mir. Das ist mir nicht recht. Er sagt, ohne mich säßen manche von uns heute nicht hier. Und Oma Maria meint, jetzt müsste ich eigentlich dudeln. Diesmal ist es keine Vorführung. Kein Dirndl. Keine Dressur. Ich dudle.

Danach ist es still. Erst als jemand im Restaurant zu klatschen beginnt, stimmen alle mit ein. Nicht laut. Eher vorsichtig. Als müsste man prüfen, ob man nach so etwas überhaupt klatschen darf. Was spricht die Friedensrichterin Mary M. Migdal mit Chris und dir? Würfle.

und – Weltlich: Die Richterin fragt, ob ihr genug gegessen habt. Du sagst ja. Chris sagt auch ja. Mary sieht auf eure Teller und glaubt euch beiden kein Wort. „Man muss einander auch nähren können“, sagt sie. "Nicht nur anschauen." Chris schiebt dir wortlos noch ein Stück Knoblauchbrot hin. Ach ja: 3 M&C's.

und – Warm: Die Richterin bleibt einen Augenblick bei euch stehen. "Ihr zwei kennt euch schon lange", sagt sie. Du nickst. Chris auch. "Dann passt gut auf das auf, was zwischen euch ist. Solche Dinge sind selten. Und sie werden nicht dadurch kleiner, dass man sie nicht laut erklärt." Nun denn, 1 Feld vor.

und – Unheimlich: Die Richterin sieht zuerst Chris an. Dann dich. "Nicht jeder Bund wird vor allen Zeugen geschlossen", sagt sie leise. "Manche Bünde erkennt man daran, dass zwei Menschen schon gebunden sind, bevor irgendwer fragt." Du willst etwas sagen, doch Chris drückt deine Hand. Mary M. Migdal lächelt nur. "Keine Sorge", sagt sie. "Ich frage heute nicht noch einmal." Hä? 3 M&C's und 1 Feld vor.

FÖD 6 (nach einer ): Umleitung! Gehe auf Föd 3.

FÖD 6 (keine ): Nach dem Essen teilt sich die Hochzeit in Nachtwege: Edda und Gianni fahren zur SALISH LODGE. Mum und Ash verschwinden später ins EDGEWATER INN und tun so, als wäre das praktisch. Die auswärtigen Gäste kehren ins RUSKIN HOUSE zurück, wo Gareth und Matthew sicher noch Licht in der Küche haben. Für Menschen, die nach einem großen Tag nicht gleich schlafen können.

Ich bringe Cat und Gretchen nach Hause. Chris kommt mit. Im Dodge Charger werden die beiden hinten langsam still. Erst Gretchen. Dann Cat. Im Haus riecht es nach Blumen, Holz und einem Tag, der noch nicht enden will. Wir tragen die Mädchen ins Bett. Chris zieht Cat und Gretchen die Schuhe aus.

Unten auf dem Deck stehen noch die geleerten Schampusflöten auf den Stehtischen. Kuchenteller ebenso. Chris hilft mir, ohne zu fragen. In der Küche spüle ich, sie trocknet ab. Das ist lächerlich alltäglich. Danach gehen wir in mein Atelier. Dort hängt Mumsis Portrait. Nine Silverspoon steht auf dem Regal darunter. Chris holt die PLAYMOBIL-Indianerin aus ihrer Tasche, und wir stellen beide Figuren nebeneinander.

Und was geschieht dann? Chris sieht dich an. So, als sei sie schon längst da, wo du noch hinwillst. "Liebst du mich?", fragst du. "Ja", sagt Chris. Dann sagt ihr es gleichzeitig: "So sehr, dass es körperlich wehtut." Du machst die Tür leise zu.

DOT, DOT, DOT ...

Nochspü: Am SEA-TAC, Montag zeitig in der Früh: "Mimi hat sich prächtig entwickelt", sagt Papa. Mum sieht zu mir hinüber. "Das war sie ganz allein", sagt sie. "Oder zumindest fast. Tito und Modoaldo haben ihr geholfen. Das ist nicht mein Verdienst, Helmut. Ich bin froh, dass Karla und du sie in Wien so selbstständig gemacht habt. Danke." Mum küsst Papa auf die Wange. Weder der Kuss noch das Gespräch sind für mich bestimmt.

Dann verabschiede ich mich von Oma Maria und Herrn Horak. Oma Maria nimmt meine Hände. Sie sieht mich an. "Pass gut auf dich auf", sagt sie. "Du auch." Herr Horak steht neben ihr und nickt. Mehr nicht. Bei ihm ist das viel. Oma Maria zieht das Armband von ihrem Handgelenk und legt es mir um. "Das ist jetzt deins." "Warum?" "Weil es weitermuss." Dann sagt sie leise: "Afra." Herr Horak sieht zur Seite. Später werde ich wissen, dass ich sie an diesem Morgen zum letzten Mal lebend gesehen habe.

Zuletzt verabschiede ich mich von Chris. Ich will ruhig bleiben. Erwachsen. Chris nimmt meine Hand. "Du schreibst?" "Natürlich." Wir schreiben immer. Dann umarmt sie mich. Zu kurz. Zu lang. Beides. Als Chris durch die Kontrolle geht, hebt sie noch einmal die Hand. Dann ist sie fort. Erwachsene sagen dazu: A B G E R E I S T .

Seit dem Hinterzimmer im PEACOCKS ON BROADWAY war Chris meine Frau. Das hatte fast niemand gewusst. Oma Maria. Oma Frieda. Herr Horak. Tito. Modoaldo. Und Mary M. Migdal. Sie hatte uns getraut. Weltlich. Gültig. Mit unseren alten Namen. Chris blieb Skolka. Ich blieb vorm Wald. Das Papier wusste mehr als die Welt.

Espresso?

AEGIDIUS CISSILVANUS ALS KIND

Man erzählt sich im alten Noricum, dass Aegidius Cissilvanus als Kind von seiner Mutter versteckt wurde, lange bevor Rom ihn sah. Ihr sei geweissagt worden, der Bub werde einst unter den Römern hochsteigen und keinen natürlichen Tod finden. Da zog sie ihm Frauenkleider an, ließ ihm das Haar lang und hielt ihn fern von Eisen und Krieg. So hoffte sie, das Schicksal werde ihn nicht erkennen.

Eine Zeitlang schien das zu gelingen. Dann verirrten sich Römer bei schlechtem Wetter an den Hof. Unter ihnen war einer, der genauer hinsah als die anderen. Es heißt, das sei Marc Aurel gewesen. Er ließ Schmuck und Eisen auf ein Tuch legen, um zu sehen, wohin die Hand des Kindes zuerst gehe. Das Kind wollte nach dem Schmuck greifen.

Da scheute eines der Pferde. Noch ehe die Männer es halten konnten, trat das Kind vor, fasste das Tier mit bloßen Händen am Kopf und brachte es zur Ruhe. Da schwiegen die Römer. Denn nun wussten sie, dass unter den Kleidern nicht Schwäche verborgen lag. Marc Aurel aber vergaß das Kind nicht.

Und so heißt es bis heute: Das Schicksal erkennt, was Kleider nicht verbergen können. Später bekam er einen andern Namen. Und noch später einen spöttischen dazu:

Kerud
I've crossed oceans of Time to find you.
OST: Dzö-nga ♫ To The Great Salt Water.
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