Ischades Träume vom Westen

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Moriana
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Moriana » Sa Dez 12, 2015 0:30

Ich sach ja, du läßt die testortorn gesteuerten Teil echt alt aus sehn
du mist die testortarongesteuerete Westernwelt noch alt aus sehn.
:grinsen
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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Sa Dez 12, 2015 8:33

Erstmal Danke Euch allen... Wenns Euch gefällt, werde ich mal sehen, ob in unserer kleinen Westernstadt nicht noch mehr los ist...
elmobil 74 hat geschrieben: Hoffe nur, daß Dein Nachwuchs davon keine Albträume bekommt :zitter Ist ja schon relativ düster aufgezogen :grinsen
Naja, meine "Kleinen" sind ja gar nicht mehr so klein. Mein Jüngster ist 10 und hat auch manchmal recht seltsame Ideen. :kicher
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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Fr Jan 01, 2016 20:50

Da die Zeit an Silvester schon recht lang werden kann bis Mitternacht und auch „Dinner for one“ und Bleigießen nicht abendfüllend sind, hat sich meine Familie mal wieder einige Tage vorher hingesetzt und jeder hat eine Geschichte geschrieben, die wir uns am Silvesterabend einander vorgelesen haben. Meine Geschichte war inspiriert durch unsere kleine Westernstadt, die immer noch am Tisch steht und einigen Figuren die ich zu Weihnachten bekommen habe… Und da die Klickys meine Inspiration waren, war es auch nur naheliegend, selbige auch zu bebildern…
Reisebekanntschaften
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Seit Stunden rollt die Postkutsche über die staubigen Straßen. Drinnen sitzt eine ältere Dame. Sie lächelt und Falten umspielen ihre Mundwinkel. Sie sieht nach draußen und ihre Augen wirken so weise, als hätten sie schon alles gesehen.
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Ihr gegenüber sitz ein junger Mann. Ein Gentleman durchaus, Anfang 20 und überaus blass. Er hat die Vorhänge zugezogen, ein Kissen über sein Gesicht gelegt und dämmert vor sich hin. Ein Umstand, den Lucie Capek gar nicht zusagte. Es war der letzte Tag des Jahres und sie hätte gern Unterhaltung gehabt.
Bild3.JPG
Sie bereute, alles Wichtige oben im Koffer auf dem Kutschendach zu haben. Die Gegend gab nicht viel her. Ihr fehlten die wunderschönen Gärten in Prag mit den mächtigen Bäumen und den vielen bunten Blumen. Um diese Zeit würde dort Schnee liegen und nur noch die die dunklen Tannen hatten noch ihre Nadeln. Die Bilder in ihrem Gedächtnis waren schnell wieder verschwunden, als sie von dem Mann ihr gegenüber ein Räuspern vernahm.
Danteslav Orlok nahm sich das Kissen vom Gesicht, zog den Vorhang zur Seite und blickte ebenfalls nach draußen. Die Sonne war untergegangen und die Nacht begann. Die letzte Nacht des Jahres 1899. Und er fuhr mit der Kutsche durch den Westen Amerikas. Freiheit hatte man ihm hier versprochen. Jedoch alles was er bisher hier erlebt hatte, war allenfalls rückständiger als in seiner alten Heimat. Aber war er nicht vor all der Veränderung des modernen Lebens geflohen?
Bild4.JPG
Er sah zu der Frau gegenüber. Er hatte sie bereits auf dem Schiff gesehen, das sie über den weiten Ozean gebracht hatte. Sie hatte ihn wohl kaum gesehen, was nicht daran lag, dass sie blind gewesen war, sondern daran, dass er sich nur nachts auf dem Schiff blicken ließ, da er beliebte in einer Kiste zu reisen. Diese Kiste war nun oben auf dem Dach der Kutsche festgezurrt und er saß hier. Er hatte gestern Morgen schon darüber nachgedacht, die Kutsche anhalten zu lassen. Aber was hätte er dem Kutscher sagen sollen? Also hatte er sich in seinen Mantel gehüllt und das weiche Kissen für den Nacken vors Gesicht gelegt um möglichst vor der Sonne geschützt zu sein. Er hoffte noch, dass hier nicht zu viele Passagiere mit Läusebefall mitfahren würden. Aber was sollten diese ihm schon anhaben. Sein Blut konnte keiner Laus munden.
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„Haben Sie gut geschlafen?“ beginnt Frau Capek das Gespräch. Sie war es einfach nicht gewöhnt so lange zu schweigen. Sie und ihr Mann hatten sich nächtelang unterhalten und wann immer er neue Theorien im Kopf hatte, teilte er sie mit seiner Frau. Wenn er in seiner Werkstadt war und an seinen Erfindungen herumschraubte, war sie bei ihm, reichte ihm Werkzeug, brachte ihm Kaffee und erörterte auftretende Probleme. Die meisten seiner Erfindungen hätte es ohne sie vielleicht gar nicht gegeben.
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Aber vor zwei Jahren war er gestorben. Er war einfach in seinem Sessel eingeschlafen. H.E.I.N.Z. (Hilfseinheit im Normalzustand) - seine letzte Erfindung - lief um ihn herum und wusste nicht, was er tun sollte, da seine letzte Programmierung noch nicht vollendet gewesen war. Lucie erinnerte sich, wie sie erst den Roboter abstellte, um ihn später zu vollenden, wenn sie alle Unterlagen ihres Mannes durchsucht hatte. Dann hatte sie sich darum gekümmert, Josef unter die Erde zu bringen. Es hatte fast ein Jahr gedauert, bis alles was ihr Mann angefangen hatte, irgendwie beendet – fertiggestellt oder auseinandergebaut – war. Dann hatte sie das Haus bis auf den letzten Nagel verkauft und von dem Geld die Reise bezahlt auf der sie sich nun immer noch befand.
„Nun, ich habe schon besser geschlafen.“ Lächelte Danteslav. So viel Freundlichkeit begegnete er in seinem Leben nur selten. Er hatte die letzten Jahrhunderte mit seinem Bruder auf dem alten Familiensitz verbracht. Eine uralte zugige Burg in der Tatra. Sein älterer Bruder war ohne Frage der Graf der Gegend auch wenn die Bevölkerung dies schon seit langer Zeit anders sah. Also erstreckte sich seine Grafschaft ausschließlich auf die langsam zerfallenden Mauern des Schlosses Orlok. Er war er der Ältere gewesen. Zwei Jahre. Was für einen Unterschied machte das bei den 700 Jahren, die sie schon dort gemeinsam verbrachten?
Bild16.JPG
Danteslav war es leid gewesen, der einzige Untergebene seines Bruders zu sein. Zu den Dörfern hinabschleichen und dann mit irgendeiner Jungfer wieder hinaufklettern. Er hatte oft darüber nachgedacht, einfach Feuer zu legen. Möge das Schloss einfach brennen, wie die Dorfbewohner es schon mehrfach versucht hatten, weil sie die Entführungen der Mädchen vergelten wollten. Vor einiger Zeit kam sogar ein Mann von der Regierung, der wegen der Machenschaften seines Bruders in der Gegend ermittelte. Nein, es war einfach Zeit zu gehen. Sich einfach wegzustehlen, war nur eine Schwierigkeit. Geweihte Erde in eine Kiste zu tun und diese auf einen Wagen zu laden, war nicht schwer gewesen. Auch einen großen Teil des Familienvermögens mit sich zu nehmen, war einfacher als er gedacht hatte. Sein Bruder, der Graf, kümmerte sich nie um das was er tat. Die Probleme begannen erst, als er das Geld auf eine Bank bringen wollte und keine Papiere vorlegen konnte. Und als er über die erste Grenze wollte und man Papiere von ihm verlangte. Natürlich hatte er diese immer noch nicht. Man hatte ihn verhaftet und eingesperrt. Zum Glück in eine dunkle Zelle mit Ratten. Aber als die Monate abgelaufen waren, hatte er sich erneut auf den Weg gemacht. Andernorts bestand man darauf, ihn zu fotografieren und auch da kamen Schwierigkeiten auf. Jetzt aber lag das alles erstmal hinter ihm. Er hatte noch keine Ahnung, wohin es nun endgültig gehen sollte. Aber der Weg war schon mal der Richtige und manchmal ist der Weg wichtiger als das Ziel.
Bild6.JPG
„Wie weit fahren Sie mit?“ begann Lucie Capek erneut das Gespräch.
„Nun, ich denke, erst einmal bis San Francisco. Es sein denn irgendwo vorher gefällt es mir.“ Orlok lächelt. Wohl bedacht darauf, den Mund nicht so weit zu öffnen, dass man seine Eckzähne sehen könnte.
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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Fr Jan 01, 2016 20:54

„Oh, das gefällt mir. Nur fürchte ich heute Nacht werden wir kaum einen solch einladenden Ort. finden“
Bald würde die Kutsche Rast machen. Der Kutscher brauchte Schlaf, die Kutsche neue ausgeruhte Pferde und Lucie sehnte sich danach, ein wenig herum zu laufen. Außerdem war Silvester. Ein ganz besonderes Silvester. Ein neues Jahrhundert begann. Keiner wusste, was es bringen würde. Die Welt wirkte so groß wie noch nie und wenn es nach Lucie ging, wollte sie jeden Winkel davon entdecken. Nein, es würde keinen Ort geben, an dem sie bleiben würde.
Bild7.JPG
„Ihr Akzent erinnert mich an meine Heimat.“ Stellte Danteslav Orlok fest. Das letzte womit er gerechnet hatte war diesen Akzent noch einmal wiederzuhören.
„Ich lebte die meiste Zeit meines Lebens im Prag.“ Sie lächelt leise.
„Und, wo treibt es sie hin, so weit von zu Hause?“
Lucie Capek überlegt kurz. Nun, sie war es, die das Gespräch begann und sich unterhalten wollte. Und nun schwebte diese Frage im Inneren der Kutsche und sie wusste nicht wirklich was sie antworten sollte. Was er verstehen würde. Normalerweise lebten Frauen ihres Alters in einem Haus und bekochten ihre Enkelkinder.
„In das neue Jahrhundert!“ sagt sie und genau das ist auch die Antwort.
„Dann haben wir anscheinend denselben Weg!“ Orlok nimmt den Hut ab und verbeugt sich soweit es in der Kutsche möglich ist.
Bild8.JPG
„Mein Name ist Danteslav Orlok. Graf Orlok.“
„Ein echter Graf.“ Lucie ergreift seine dargebotene Hand. „Ich bin Lucie Carpek.“
„Erfreut, Sie kennen zu lernen.“
Von draußen hören sie den Kutscher die Pferde stoppen und die Kutsche kommt zum Stehen. Die beiden Passagiere hatten seit Beginn ihrer Unterhaltung nicht mehr aus dem Fenster gesehen und so gar nicht mitbekommen, dass sie einen kleinen Ort erreicht haben. Dann öffnet sich die Tür und der Kutscher schaut herein.
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„Wir sind in Bevertown. Hier geht es morgen früh weiter. Dort drüben ist ein Hotel.“ Seine schwieligen Finger zeigen zu einem Haus die Straßen hinunter.
Orlok steigt aus, streckt sich kurz und bietet dann seiner Mitreisenden die Hand zum Aussteigen.
„Vielleicht hätte ich doch den Zug nehmen sollen.“ Scherzt die Dame.
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„Dann hätte ich aber das Vergnügen ihrer Gesellschaft versäumt.“ Danteslav bietet ihr seinen Arm an. „Wollen wir in den Saloon gehen?“ fragt er Lucie.
„Lassen Sie unser Gepäck bitte vorsichtig ins Hotel bringen.“ Wendet er sich an den Kutscher und wirft ihm ein Goldstück zu. Fast automatisch beißt dieser darauf, um seine Echtheit zu testen. Dabei sieht er kaum so aus, als würde er Gold schon einmal gekostet haben.
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„Mit Vergnügen mein Herr.“ Verbeugt er sich und geht zum Stall hinüber, um ein paar der Burschen zum Tragen zu holen.
Lucie Carpek und Danteslav Orlok schlendern derweil zum Saloon hinüber. Sicher ist Danteslav klar, dass es höchst unpassend wäre, hier seinen gewohnten Speiseplan einzuhalten. Zumal das Dorf kaum größer ist als die kleinen Dörfer rund um die Burg seiner Ahnen. Nein, das wäre höchst unpassend und gefährlich. Es ist Silvester – nicht nur irgendein Silvester, sondern der Beginn eines neuen Jahrhunderts – alle werden wach sein und wenn er ehrlich war, würde er den Abend auch lieber mit Frau Carpek verbringen als auf der Flucht.
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Die Pendeltür schwingt hinter ihnen wieder zusammen. Wie Danteslav bereits erwartete, ist der Raum voller Menschen. Sie sitzen an den Tischen, trinken, spielen Karten und krakeelen herum. An der Seite sitzt ein Kerl am Klavier und gibt was er kann, während eine recht leicht bekleidete Dame auf der kleinen Bühne ihr Bestes gibt, um das Publikum zu unterhalten.
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Hinten in der Ecke gibt es noch einen kleinen Tisch, an dem niemand sitzt. Der Wirt scheint ihn heute extra sauber gemacht zu haben. Ach, nicht schon wieder sitzen, denkt sich Lucie. „Lassen Sie uns doch zur Bar vorgehen. Da sieht man uns wenigstens.“ Schlägt sie vor. Da Danteslav sowieso nichts essen will, ist es ihm egal und sie gehen durch den Raum hindurch unter den Blicken der Einheimischen zur Bar.
„Was haben Sie zu Essen, junger Mann?“ wendet sie sich resolut an den dicken Mann hinter dem Tresen.
„Brot und Speck haben wir noch. Wenn Madam wünscht, können wir ihn auch noch braten.“ Erklärt dieser.
„Ja gerne. Zwei Portionen bitte.“ Bestellt Lucie. „Nein, bitte für mich nichts.“ Fällt ihr Orlok ins Wort.
Sie sieht ihn irritiert an aber bestellt dann das Essen für sich allein.
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„Ich habe noch etwas in der Kutsche vergessen.“ Entschuldigt sich Danteslav bei seiner Begleitung. „Bitte beginnen Sie keine Schlägerei, während ich weg bin.“ Scherzt er und geht noch einmal durch die Menge nach draußen.
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Mara » Fr Jan 01, 2016 20:55

Wow, das verspricht, ein sehr außergewöhnlicher Western zu werden.
Bitte mehr davon :hop
Man hört nicht auf, zu spielen, weil man alt wird - man wird alt, weil man aufhört, zu spielen.

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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Fr Jan 01, 2016 20:57

Die Straße ist leer. Alle die noch wach sind, sind im Saloon und warten auf das Ende eines Jahrhunderts. Er selbst wartet nur auf das Ende seines Hungers und vielleicht auf das Ende einer sterblichen Kreatur. Vorsichtig geht er im Schatten der Häuser zurück zum Stall.
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Morgen bekommt die Kutsche neue frische Pferde für das nächste Stück Richtung Westküste. Die Pferde der letzten Etappe bleiben hier und warten auf die nächste Postkutsche. Sie werden tief schlafen nach der langen Tour. Auch die Stallburschen sind inzwischen drüben im Saloon. Niemand ist hier. Danteslav schleicht sich zu den schlafenden Tieren, streichelt ihnen sanft über den Hals und sucht sich eine Stelle, die größtenteils von der Mähne verdeckt sein dürfte. In diese schlägt er seine Zähne.
Das Pferd zuckt kurz aber schläft weiter, wenn auch unruhig. Das Blut der Barsängerin hätte ihm wohl besser geschmeckt. Aber man kann eben nicht alles haben.
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Der Speck duftet lecker, wenn auch das Brot vom Vortag zu sein scheint. Nun, es ist wohl besser, wenn sie es nun isst, als dass es noch in das neue Jahrhundert mitgenommen wird, denkt sich Lucie und spült sich die trockenen Bissen mit Bier herunter. Kaum so gut wie das Bier in Prag, aber dafür kann man wohl mehr davon trinken. Und dann entdeckt sie Danteslav an der Tür. Ohne darüber nachzudenken, beginnt sie ihm zu winken, als wäre er ein alter Freund. Sicher ist er ein Fremder, aber es kommt ihr so vor, als wäre sie verwandte Seelen. Vielleicht weil sie beide schon seit Monaten auf demselben Weg hierhergekommen waren. Oder auch weil sie spürt, dass der Fremde Mann genauso anders als die anderen ist, wie sie selbst. Sie lächelt bei dem Gedanken und winkt noch freudiger in seine Richtung.
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Natürlich hat er sie schon längst entdeckt und kommt freudestrahlend - und satt – auf sie zu.
„Schmeckt Ihr Essen?“ fragt er höflich.
„Oh, ich habe schon besser gegessen.“ Antwortet sie lachend.
„Nennt mich Danteslav.“ Erbittet der Vampir
„Nun, aber nur wenn Ihr mich Luci nennt, mein Freund.“ Antwortet sie freudestrahlend.
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Dann stoppt die Musik. Die Barsängerin bittet um Aufmerksamkeit und zeigt auf die große Standuhr in der Ecke. Es ist kurz vor Mitternacht. Die Sängerin beginnt irgendetwas zu erzählen, von all den Chancen, die das neue Jahrhundert bringen wird. Sie erzählt von den Ereignissen des letzten Jahres aus ihrer kleinen beschränkten Sicht von der Bühne des Saloons aus. Kein Wort über Freuds Abhandlung zur Traumdeutung, nichts über die neueingeführte Führerscheinpflicht in Frankreich, nichts über die Ausgrabungen in Babylon.
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Niemand hier weiß, was in Europa vor sich geht und niemanden interessiert es. Aber auch für Lucie und Danteslav beginnt ein neues Jahrhundert weit weg von Europa mit all der Hektik der neuen Zeit. Alle hier scheinen nach vorne zu wollen. Nur eben sie nicht.
Dann schlägt die Uhr mit lautem Gong und läutet das nächste Jahrhundert ein. Alle hier sind schon längst von ihren Sitzen aufgestanden und prosten sich nun zu. Gläser klirren und alle rufen sich ein „Happy New Year“ zu. Papierschlangen und Konfetti werden durch die Luft geworfen. Graf Orlok haucht einen Handkuss auf die nach Lilien duftende rechte Hand Lucies. „Auf die Zukunft.“ Die Dame ist entzückt. So hat sie sich seit vielen Jahrzehnten nicht mehr gefühlt. „Ja, auf die Zukunft.“
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Und dann ist es da! Das neue Jahr und mit ihm das neue Jahrhundert. Für alle um sie herum geht der morgige Tag genauso weiter wie die Tage zuvor. Nichts würde sich ändern. Sie würden ihrem Tagwerk nachgehen, Hunger und Not ebenso erfahren wie Freunde und Heiterkeit. Auch wenn sie jetzt feierten. Das Leben blieb. Nur eine Zahl auf dem Kalender änderte sich. Nur für zwei Menschen in diesem Raum begann heute Nacht etwas Neues. Ein neues Jahr, ein neues Jahrhundert. Aber vor allem eine neue Freundschaft.
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Ischade
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Fr Jan 01, 2016 21:00

Mara hat geschrieben:Wow, das verspricht, ein sehr außergewöhnlicher Western zu werden.
Bitte mehr davon :hop
Danke Mara... aber ich bin selbst noch nicht ganz sicher in welche Richtung sich das entwickelt... Aber ich hab hier ein paar Figuren, die schon in den Startlöchern stehen ein teil dieser geschichte zu werden. Ich denke es wird früher oder später eher in Richtung Steampunk gehen, aber das ist letztlich auch kein Widerspruch....
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John Wayne
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von John Wayne » Fr Jan 01, 2016 21:00

Freu mich sehr wieder einen Western von Dir zu lesen! Fange auch gleich an . :hop

Aber Warum ziehen die Pferde die Postkutsche mit ihrem A.r..ch? :kicher :gruebel
Das ist bestimmt super anstrengend für die Tiere.

So jetztscrollt ich wieder hoch und lese Western :klatsch2 :rockcool
Das Leben ist hart,
aber es ist härter wenn Du dumm bist!

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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Artona » Fr Jan 01, 2016 21:04

Ein Vampir reist in den Wilden Westen. :kicher Coole Idee! :great
Bin schon gespannt, wie die Amis auf den reagieren, hoffentlich so wie die amerikanische Familie im Gespenst von Canterville :kicher .
Freue mich auf die Fortsetzung,
:kavalier Artona
Zuletzt geändert von Artona am Fr Jan 01, 2016 21:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Fr Jan 01, 2016 21:05

Ja Artona, ist sicher ein beidseitiger Kulturschock!
John Wayne hat geschrieben:Aber Warum ziehen die Pferde die Postkutsche mit ihrem A.r..ch? :kicher :gruebel
Das ist bestimmt super anstrengend für die Tiere.
:klonk :klonk :klonk :klonk Du hast natürlich Recht!!! Wenn sie wieder weiterfahren werden die Pferde richtig eingespannt.
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von John Wayne » Fr Jan 01, 2016 21:28

Na bevor Tamme Hanken noch kommen muss ist das vielleicht besser. :kicher

Na das wird ja ein Vampir Western :zitter
Das Leben ist hart,
aber es ist härter wenn Du dumm bist!

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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Moriana » Fr Jan 01, 2016 21:55

Artona hat geschrieben:Ein Vampir reist in den Wilden Westen. :kicher Coole Idee! :great
Bin schon gespannt, wie die Amis auf den reagieren, hoffentlich so wie die amerikanische Familie im Gespenst von Canterville :kicher .
Freue mich auf die Fortsetzung,
:kavalier Artona
Gibt es aber schon, ich hab ein Buch mit einer Vampirgeschichte,
da erkennen die Indianer gleich was da an gekommen ist.
und haben Angst, dass sie für die Opfer des Vampirs verantwortlich gemacht werden,
denn der Vampir reißt seinen Opfer die Köpfe ab womit er sicher gehen will, dass diese nicht zu Vampiren werden. Abgesehen hat der Vampir es auf eine schöne Frau, die eine Nachfahrin von VanHelsing ist.

In einem anderen Buch hab ich eine Geschichte wo ein Leprechaun mit Iren nach Amerika gekommen ist und dort schwierigkeiten mit der Intregration hat.

Ist doch logisch das einige Geister oder magische mit Auswanderen nach Amerika gekommen sind.


@ Ischade: Weitr so.

Ein frohes Neues Jahr
M.
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Ischade » Fr Jan 01, 2016 22:17

Moriana hat geschrieben:Ist doch logisch das einige Geister oder magische mit Auswanderen nach Amerika gekommen sind.
Ja, z.b. der Sinister Klaas mit den Holländern und der Jack O'Lantern mit den Iren... die haben da erst richtig Kariere gemacht.
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Domi Silvercolt
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Domi Silvercolt » Fr Jan 01, 2016 23:04

Du schreibst echt schöne Texte! :zehn
Eine tolle Bereicherung im Western Bereich! :great
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Buddington
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Re: Ischades Träume vom Westen

Beitrag von Buddington » Sa Jan 02, 2016 13:16

Ich habe mir gerade deine Geschichten durchgelesen.
Wirklich Champions League! :great :zehn :respekt
Ich hoffe es geht sofort weiter mit der Graf Orlok Geschichte :zitter

Fürs neue Jahr habe ich auch einen sehr guten Vorsatz für dich gefunden: Lege deine Familie in Ketten und lass sie weiterhin bei Wasser und Brot Geschichten schreiben ... :regel

:pfeif :grinsen :kicher
Gruß
Buddington