Nein, meine persönlichen Lebenserfahrungen sind definitiv kein "whataboutism". Und was Du oder andere in den Medien lesen oder sehen hängt von eurem Konsumverhalten ab. Wenn man sich nur einseitig informiert bekommt man auch nur eine einseitige Sichtweise. Wenn man selbst von "der Mehrheit" spricht meint man häufig aber nur die Gruppe von Menschen die das eigene Weltbild teilt. Sicherlich haben sich die Kinder und die allgemeine Gesellschaft im Laufe der Jahre weiter entwickelt, aber ausschließlich zum schlechteren? Absolut nicht. Wir leben mittlerweile schon wieder ein Viertel der Zeit im 21. Jahrhundert und die Welt hat sich weiter gedreht. Und ich kann dementsprechend deine gemachten Aussagen und auch die von anderen nicht einfach so ohne Widerspruch stehen lassen, weil ihr damit einem Großteil der Kinder und auch deren Eltern schlicht und ergreifend Unrecht tut. Sicherlich gibt es Punkte und Sachverhalte die diskutabel sind aber weder allgemeine Schwarzmalerei noch implizierte "gefühlte Wahrheiten" sind da dann hilfreich.marinebaer hat geschrieben: ↑Montag 24. November 2025, 10:45Claas, ist das "whataboutism"?
Du kannst es täglich in der Zeitung oder den Internetnews lesen:
- die motorischen Fähigkeiten (wo es vor rd. 20 Jahren mal Alarm gab wegen der KG-Unfallstatistik) haben extrem abgenommen die letzten 20 Jahre. Die wenigsten können noch einen Ball fangen/ kontrolliert werfen ...
- über sprachliche/ kommunikative Fähigkeiten (u.a. Zuhören) brauch man nicht mehr reden - der Flüsterfuchs ist tot, weil keines mehr das Konzept versteht!
- Schnürsenkel, - knoten, darauf war ein 3-4 jähriges Kind früher stolz, wenn es das gemeistert hat; inzwischen hat die "Generation Klettverschluss" Kinder ...
- es geht schon lange nicht mehr um Erziehungsstile oder -konzepte, es fehlt jegliche Erziehung bei sicher > 2/3
- das Konzept von stillsitzen, bzw. etwas aushalten ist inzwischen gänzlich unbekannt ...
- westliche kulturelle Grundkonzeptionen, wie Eigentum (fremdes!), Respekt (<so oft gefordert von denen, die ihn den Bewohnern des "alten Europa" absprechen) oder auch nur Eigenkontrolle/ Impulskontrolle sind einfach nicht mehr existent!
... meine Aussagen beziehen sich auf die Mehrheit, wir hier sind sicherlich trotz unterschiedlicher gesellschaftlicher Ebenen immer noch weit über dem aktuellen Durchschnitt. Also bitte kommt nicht mit "Verallgemeinerung", das macht eine Aussage nicht weniger wahr.
Das Meiste ist sicher nicht immanentes Problem der Kinder, sondern einer nicht stattgefundenen Erziehung und Wertevermittlung, aber ein Kind was PM bevorzugt zu "Chrashversuchen" nutzt hat ein Kontroll- bzw. Agressionsproblem ... . Egal voher es kommt. (Das Problem, nicht das Kind!)
Mir tun sie leid, die Kids, die ab 2 Jahren das Handy mit Filmchen vor die Augen bekommen damit sie ruhig sind und ab 5 Jahren zu jeder Uhrzeit mit Papa "Smackdown" sehen dürfen ...
Vor 40 Jahren hat ein "Ausländerkind" (damals so genannt) bei Problemen von den Eltern etwas hinter die Löffel bekommen und es wurde verdeutlicht, daß die Schule eine Chance ist und der Lehrer zu achten - heute sind wir zwei Generationen fortschrittlicher.
Also die Kinder haben sich deutlich verändert - die Gesellschaft aber leider auch!
Frei nach einem berühmten fränkischen Filosofen: egal ob Nürnberg, Oslo oder Alicante, Hauptsache ich bekomme meinen Vollmond-Chai-Dinkel-Latte mit Spritz!
Und wenn vor 40 Jahren Kinder (egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund) von ihren Eltern, hinter die Löffel oder sonst wohin geschlagen wurden kam da auch schon anschließend die Polizei zu ihnen nach Hause und hat mindestens ein ernstes Wort mit den Erziehungsberechtigten gewechselt und klare Ansagen gemacht. Ich würde dich also bitten mir nicht fälschlicherweise "whataboutism" zu unterstellen nur weil wir beide nicht der gleichen Meinung sind und unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen zu diesem Thema haben. Vielen Dank.
LG Claas
