Sammelungs auflösung oder dessen Management

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Serenity1989
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Sammelungs auflösung oder dessen Management

Beitrag von Serenity1989 » Donnerstag 2. April 2026, 22:50

Hallo zusammen,

Ich hab ja in der Vergangenheit schon mehrfach erwähnt das mein Playmozimmer geräumt werden musste wegen Eigennutzung des Vermieters.
So vermeine ich vereinzelt hier schon von Sammlungsauflösungen bzw starken verkleinerungen gelesen zu haben.

Wie seid ihr da vorgegangen wie habt ihr das für euer inneres ich ausgemacht ? damit es nicht rebelliert und reklamiert?

Hab mir gedacht evtl behalte ich einfach die Startsets und die Wägen und ein kleines Schienenetz aus den 1,20 Langgeraden und den weichen tja :nixweiss
Es wirkt halt so töricht erst alle Waggons mühevoll anzusammeln um sie dann in der Not wie Sandballast fallen zu lassen.

Ich dachte immer ich könnte einfach die Zeit zurückdrehen und so tun als wär es damals, aber so wirklich hat das nicht geklappt.
Damals hatte ich keine Kindergartenfreunde die das zu würdigen wussten oder pflegsam behandelt,
die meisten erwachsenen Leute die so traf haben mein Hobby belächelt und verspottet.

Weis nicht wie es euch geht aber sehr wünscht ihr euch das eure Stadt zum leben erwacht und geschichten jeweiliger Bewohner erzählt werden?

Allein wie viel Spaß man mit der Eisenbahn haben kann, wenn man ein Layout das Güterverkehr und Rangieren ermöglicht. Ein Fahrdienstleister oder ein Rangierbegleiter /der gleich auch der Weichenwärter ist usw....


Ich selbst hab eh eine andere Wahrnehmung als die meisten aber wie war das bei euch so?


Wer nicht direkt auf letztere Frage antworten mag, die DMs sind offen
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Junker Jörg
Hier steh ich, ich kann auch anders
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Re: Sammelungs auflösung oder dessen Management

Beitrag von Junker Jörg » Freitag 3. April 2026, 09:16

Voll das Karfreitagsthema hier... :brille

Ich denke, Du erlebst grad, was viele von uns ähnlich erleben, schon erlebt haben oder worauf wir zusteuern: Wir werden älter und müssen uns von dem Leben, das wir bislang kannten, nach und nach verabschieden. Dir wurde Dein Raum genommen, andere verkleinern sich, nachdem die Kinder ausgezogen sind, wieder andere werden durch eine Krankheit auf die Abbiegespur gezwungen...

Bei mir zeichnet sich ab, daß die Schwiegermama altersbedingt nicht mehr ewig allein auf einem großen Bauernhof leben wird - damit ist auch absehbar, daß meine Saistallbåhn wohl in den nächsten ein, zwei Jahren obdachlos werden wird. Ich weiß auch noch nicht, wie ich die dann abwickeln werde. Vielleicht zu einem letzten Fahrtag mit anschließender Mitnehmbörse einladen? Keine Ahnung.

Ich denke, unsere Playmobilsammlungen lassen sich vielleicht mit den Modellbahnen der (Groß-) Väter vergleichen. Die wurden seinerzeit vom Papa an den Sohn, vom Opa an den Enkel vererbt und liebevoll weiter ausgebaut - zumindest in meiner Familie war nach dem Krieg erstmal nicht mehr viel zum Vererben übrig und das Wenige wurde gehegt und gepflegt. Und heute sterben immer mehr Modellbahnbesitzer von früher - und die Anlagen wandern auf den Sperrmüll, weil sich das Interesse der Kinder und jungen Erwachsenen gewandelt hat. Und im Gegensatz zu zehn Briefmarkenalben (die von meinem Opa immer noch in einem Regal vor sich hin verstauben) läßt sich eine Playmobilsammlung halt ned so einfach irgendwo zwischenlagern...

Was tun mit dem Zeug, wenn wir selber es nicht mehr genießen können? Ob der Niedergang Playmobils, der sich aktuell abzuzeichnen scheint, unsere Sachen im Wert eher steigen oder sinken läßt, kann ich ned sagen. Hier zu verkaufen ist angenehm, was die Kundschaft angeht; finanziell gewinnst du da aber eher keinen Blumentopf. In der Bucht gibt's vermutlich mehr Geld. Doch machen wir uns nichts vor: Verkaufen ist mit Arbeit verbunden. Ich hatte vorletztes Jahr das Vergnügen und brauch's eigentlich so schnell nicht wieder :kicher .
Vielleicht ist Verschenken eine Option - ich denke, in Kindergärten (und inzwischen auch Schulen) ist Playmobil nach wie vor gern gesehen, weil es robust und beliebt ist. Aber das muß man sich halt auch leisten können, denn da gehen z.T. große Werte über die Theke.
Meine Lokumbauten werden wohl über kurz oder lang zum Ausschlachten für andere Bastler gehen. Das ist absehbar. Ich hoffe, daß ich bis dahin noch ein paar Jährchen haben werde, vielleicht mit einer Seniorenanlage. Ein Bekannter aus einem Gartenbahnforum hat's vorgemacht: Auszug aus dem Haus mit Riesengarten. Jetzt ein Reihenhaus, ein großes Oval, aufgeständert (weil man sich im Alter nimmer so leicht bückt), und immer wieder mal einen anderen Zug rausholen und fahren lassen. Auch das geht.

Ich bin jetzt seit über 20 Jahren Teil dieser Sekt... :oops äh... tollen Gemeinschaft hier. Das heißt, wir sind seither alle fast ein Vierteljahrhundert gealtert. Wer - wie ich - die Fünfzig schon nur noch vage im Rückspiegel des Lebens sieht, weiß, daß das Ende näher als der Anfang ist. Manchmal kommt es schnell und mit Schrecken - und erspart einem die Aufgabe, die Sammlung noch selbst abzuwickeln. Manchmal schleicht es sich Stück für Stück näher, dann müssen wir uns dieser Aufgabe noch selber stellen. Und ich merk an mir selbst: Vor dem Totsein an sich, hab ich keine Angst. Aber Sterben, am schlimmsten so auf Raten, das ist was, wovor ich mich grusele. Und ein liebgewonnenes Hobby aufgeben zu müssen, da stirbt schon auch ein Teil von dir.

Puh, passende Predigt zum Karfreitag irgendwie. :jj

jj:
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Kerstin2
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Re: Sammelungs auflösung oder dessen Management

Beitrag von Kerstin2 » Freitag 3. April 2026, 10:20

Also auch ich habe gesammelte Werke von Jahrzehnten.
Seit einem halben Jahr sortiere ich.
Nach den Kategorien
Hänge ich dran / unsicher / kann weg.
Hilfreich sind kleine ZIP-Beutel vom Aldi und dm. :grinsen
Dann kleiner Zettel mit Setnummer und Bezeichnung rein. Fertig.
So verschaffe ich mir einen Überblick.
Wenn ich, hoffentlich bald, fertig bin, stelle ich hier und in der Bucht ein.
Wir haben ein kleines Haus und eigentlich habe ich sogar einen kleinen Hobbyraum unterm Dach.
Aber der ist voll bis unter die Dachschräge.
Deshalb einfach mal angefangen.
Läuft. :wink
Bleibt gesund! :kleeblatt
Kerstin
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Seamarshall_Rotrock
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Re: Sammelungs auflösung oder dessen Management

Beitrag von Seamarshall_Rotrock » Freitag 3. April 2026, 10:23

Ich habe ein Mausoleum beauftragt ,
und nehme alles mit .

mit geheimen Grüßen

Colonel X ,
from outer Space



Link:
Schwarze Löwen, die Festung auf Nassau
Erster Teil der Reihe

Gefolgt von :
Schwarze Löwen am Hudson, Teil 2
Die schwarze Sphinx am Nil , Teil 3
Das Lied von Aaaalbany , Teil 4
The Moon , the new Frontier , Teil 5
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alex v. historien
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Re: Sammelungs auflösung oder dessen Management

Beitrag von alex v. historien » Freitag 3. April 2026, 10:53

Vor der Frage steht eigentlich jeder.
Ob Umzug, private Umstände, Alter, usw., usw.
Ich habe alle meine Dioramen fotografiert und mehrfach gesichert.
Ich baue an den letzten Dioramen und suche nur noch Ersatzteile.
Habe mir schon mehrfach darüber Gedanken gemacht, nachdem ich Eisenbahn-Romantik geschaut habe und was dort mit Sammlungen passierten.
Ich habe mein Elternhaus nachgebaut, meine Schwester und ich als Kinderfiguren reingetan, alte Fotos in den Karton gesteckt, mein Avatar ist auch dort drin.
Das werden meine Kinder, als Vermächtnis, aufbewahren und eventuell an die nächste Generation weiterreichen. Schon besprochen worden.
Mit allem Anderen muss man mal sehen.

LG Peter :blume
RedAcidDragon
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Re: Sammelungs auflösung oder dessen Management

Beitrag von RedAcidDragon » Freitag 3. April 2026, 10:57

Ich trenn mich als erstes von "Nebensammelgebieten" und "Beifang".

Mein Kernsammelgebiet würd als aller letztes drankommen. Und auch da erst mal die Sachen, die mehrmals da sind.
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alex v. historien
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Re: Sammelungs auflösung oder dessen Management

Beitrag von alex v. historien » Freitag 3. April 2026, 13:37

RedAcidDragon hat geschrieben:
Freitag 3. April 2026, 10:57
Ich trenn mich als erstes von "Nebensammelgebieten" und "Beifang".

Mein Kernsammelgebiet würd als aller letztes drankommen. Und auch da erst mal die Sachen, die mehrmals da sind.

Das Problem habe ich, Gott sei Dank, nicht.
Ich habe über 130 Dioramen unterschiedlicher Art, teilweise selbstgebaute Unikate, wie z.B. bei meinen Star Wars Themen.
Habe also keinen Beifang, weil ich gezielt Teile suche und keine Konvolute.

LG Peter :blume
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Fischkopp Claas
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Re: Sammelungs auflösung oder dessen Management

Beitrag von Fischkopp Claas » Freitag 3. April 2026, 17:34

Ich bin unschlüssig wie ich selbst noch zu meinen Lebzeiten mit diesem einen Thema "Hobby-Sammlungen" von mir verfahre. Ich müsste mich eigentlich auch verkleinern aber habe es noch nicht über's Herz gebracht mich von größeren Teilen meiner Sammlung zu trennen. Ich habe mir allerdings Anfang des Jahres erstmal ein generelles "Playmo-Kaufverbot" auferlegt weil der Dachboden sowieso schon zu voll ist. Alles andere wichtige ist ansonsten bereits testamentarisch festgelegt und sozusagen in trockenen Tüchern. Für den Fall das ich bis zum Ende meiner Tage keine eigene, endgültige Entscheidung treffen kann, um mich von Dingen zu trennen, heißt es dann exemplarisch: "Alle bewegliche Habe (die nicht Teil des Familienarchivs wird, und) an denen meine Familie kein Interesse hat kann von dieser veräußert werden. Der Erlös wird entsprechend zu gleichen Teilen auf die Erbengemeinschaft aufgeteilt." Ich habe meinen ältesten Bruder zum Testamentsvollstrecker bestimmt. Er würde anschließend alles weitere in meinem Sinne regeln.

LG Claas :kavalier
Exegi monumentum aere perennius Horaz
Ein Denkmal schuf ich, dauerhafter als Erz.

Ein Fisch sie zu knechten... :lol Fischkopp Claas
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Kerstin2
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Re: Sammelungs auflösung oder dessen Management

Beitrag von Kerstin2 » Freitag 3. April 2026, 18:50

Ich habe zu dem Thema einen interessanten Denkansatz gefunden.
Döstädning (Schwedisch für „Todesreinigung“)
Eine nachhaltige Methode des Entrümpelns, bei der Menschen ihre Besitztümer im Laufe des Lebens sortieren, um Angehörige nach dem Tod zu entlasten.

https://www.karin-raeumt-auf.ch/doestae ... -cleaning/

https://www.organizando.de/blog/2494819 ... uers-leben

Ich kann nur aus meiner persönlichen Erfahrung sprechen.
Als mein Vater vor 25 Jahren starb, war es für meine Mutter und mich eine Herkulesarbeit uns durch seine Sammlung zu arbeiten.
Hunderte Bücher über alte Schiffe, Baupläne, Notizen und Baumaterialien.
Wir haben, ohne Kenntnisse der Materie, bei den Verkäufen, gute und viele negative Erfahrungen machen müssen.
Zum Trauern blieb wenig Zeit, wir mussten Entscheidungen treffen. :huh

Als meine Mutter vor fast 5 Jahren starb, war es noch schlimmer. :wein
Ich kannte zwar ihren Hausrat, aber es waren Sachen aus 8 Jahrzehnten!
Mit vielen Dingen verband auch ich Erinnerungen und Emotionen.
Dazu kam, das ich ihre Mietwohnung binnen 3 Monaten übergeben musste.
Zum Glück half mir meine Familie, aber ich sollte eine Entscheidung nach der anderen treffen.
Nach vier Wochen habe ich mir bei IKEA 20 große Sambla Kisten gekauft und mit den Dingen gefüllt, wo ich einfach keine Entscheidung mehr zu treffen konnte.
Ich habe sie in unseren Keller eingelagert. Dort stehen sie immer noch. :huh
Nach der Wohnungsübergabe konnte ich nicht mehr. Der Schmerz holte mich ein.

DAS will ich meinem Sohn später nicht antun. :nana
Ich habe auch das Hamstergen, aber ich habe mich entschlossen einigen Balast abzuwerfen.

Was ich damit sagen will ist, jeder von uns hat Dinge, nicht nur Playmobil, in seinen Schränken, die einem nichts mehr bedeuten.
Oder die man nur noch hat, weil es zu schade wäre sie wegzuwerfen.
Schaut durch eure Schränke, einem nach den anderen. In aller Ruhe.
Brauche ich das? Hänge ich dran? Wenn nicht, wer könnte es gebrauchen?
Direkt Foto machen, demjenigen per WhatsApp schicken und fragen.
Sonst verkaufen oder spenden. Sonst entsorgen. Nur weg damit!
Dann hat man JETZT mehr Platz und die Liebsten haben später weniger Arbeit.

Meine Hobbysachen bleiben erstmal, solange ich dran hänge. :grinsen
Das kann man ja, wie andere hier bereits geschrieben haben, auch schriftlich regeln. :wink
Aber, ich muss zugeben, so 20 bis 30 Prozent können bald weiterwandern :oops
Dann wird es auch wesentlich übersichtlicher. :bang1

Liebe Grüße :blume
Kerstin
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